Raufbold, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungRauf-bold (computergeneriert)
Wortzerlegungraufen-bold
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, abwertend jmd., der gern und oft rauft
Beispiele:
er ist ein Raufbold
du alter Raufbold!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

raufen · Raufer · Raufbold · Rauferei · Raufe
raufen Vb. ‘zupfen, reißen’, (reflexiv) ‘sich prügeln, schlagen, balgen, streiten’, ahd. roufen ‘rupfen, zausen, ausreißen’ (um 800), mhd. roufen, auch ‘sich balgen’, asächs. rōpian, mnd. rōpen, rōfen, mnl. ropen, roopen ‘pflücken, abzupfen’, got. raupjan ‘ausrupfen’ (germ. *raupjan) lassen sich außergerm. mit lat. rubus ‘Brombeerstaude, Brombeere’ (eigentlich ‘Strauch, woran man sich reißt’), mir. robb ‘(wühlendes) Tier’ (?) vergleichen, so daß sich ie. *reub- ‘reißen’ erschließen läßt, eine Labialerweiterung der unter ↗Raub (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’. Im Dt. steht raufen (reflexiv) seit mhd. Zeit auch im Sinne von ‘sich balgen, streiten, prügeln, schlagen’, eigentlich ‘(sich) an den Haaren reißen’. Dazu Raufer m. (17. Jh.), Raufbold m. ‘wer gern und oft rauft, Streitlustiger’ (18. Jh.), Rauferei f. ‘das Raufen, Balgerei, Prügelei’ (Anfang 15. Jh.). Raufe f. ‘Gestell mit Sprossen, zwischen denen das Vieh oder Wild eingeschüttetes Futter herausziehen kann’, spätmhd. roufe, mnd. rōpe ‘Pferderaufe’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Radaubruder · ↗Rambo · Raufbold · ↗Rowdy · ↗Schläger · ↗Schlägertyp · ↗Schulhofschläger  ●  ↗Haudrauf  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Gewaltmensch · ↗Gewalttäter · ↗Rowdy · gewalttätiger Mensch · rücksichtsloser Mensch  ●  ↗Brutalo  ugs. · ↗Rabauke  ugs.
  • (jemandem) frech kommen · ↗(jemanden) provozieren · (sich) Frechheiten herausnehmen · (sich) Unverschämtheiten herausnehmen · (sich) im Ton vergreifen · Streit suchen · ↗anpöbeln · aufsässig sein · ↗beleidigen · es an (dem nötigen) Respekt fehlen lassen · ↗herumpöbeln · im Ton danebengreifen · unverschämt werden  ●  ausfallend werden  Hauptform · (jemandem) blöd kommen  ugs. · (jemandem) dumm kommen  ugs. · frech werden  ugs. · rumpöbeln  ugs.
  • anrempeln · ↗anstoßen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dieb Draufgänger Trinker jugendlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Raufbold‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und kann es wirklich sein, dass viele Mütter ihren Söhnen schon als Babys beibringen, schwierige Raufbolde zu werden?
Die Zeit, 17.06.2013, Nr. 24
Nach den üblichen Kontrollen wurde der Raufbold seiner Mutter übergeben.
Süddeutsche Zeitung, 23.08.2003
Da war der Scherz am Ende, und die trotzigen Raufbolde verwandelten sich blitzschnell in winselnde Jammerlappen.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 953
Wird man nicht vielmehr einem Pechvogel, der einem Schmerzen zugefügt hat, eher vergeben und verzeihen als einem bösen Raufbold?
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 180
Sie sprengten als ein geübter Haufen von Raufbolden Versammlungen der anderen Parteien und terrorisierten ihre Gegner.
o. A.: Zweiter Tag. Mittwoch, 21. November 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 9270
Zitationshilfe
„Raufbold“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Raufbold>, abgerufen am 19.04.2019.

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