Raubein, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
WorttrennungRau-bein
WortzerlegungrauBein
Ungültige SchreibungRauhbein
RechtschreibregelnEinzelfälle
Wortbildung mit ›Raubein‹ als Erstglied: ↗raubeinig
eWDG, 1974 und DWDS, 2017

Bedeutung

umgangssprachlich nach außen grob erscheinender, aber im Grunde guter Mensch
Beispiel:
Später war er [Manfred Krug] im Westen das liebenswerte und auch manchmal ruppige »Raubein, das von drüben kam«, wie ihn Zeitungen nannten. [Neue Zürcher Zeitung, 27.10.2016]Quelle: DWDS, 2017

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rauh · Rauchwerk · Rauchware · rauhen · Rauhbein · rauhbeinig · Rauhreif
rauh Adj. ‘uneben, nicht glatt, rissig, derb, heiser, schroff, unwirtlich (von Klima, Landschaften)’, ahd. rūh ‘uneben, struppig, zottig, stachlig’ (9. Jh.), mhd. rūch, rūhe, , rouch ‘haarig, struppig, zottig, herb, hart, streng, unwirsch, ungebildet’, mnd. rūch, , rūwe, mnl. ruuch, , rou, nl. ruig ‘rauh, haarig, zottig’, aengl. rūh, auch ‘unbereitet, ungezähmt’, engl. rough ‘rauh, grob’ (westgerm. *rūhwa-) vergleichen sich mit asächs. rūgi ‘rauhe Decke’, rūwi ‘rauhes Fell’, mhd. riuhe, rūhe ‘Rauheit, Behaartheit, Pelzwerk’, aengl. rȳhe, rūwa, rēowe ‘Wolldecke’, anord. ‘Wolldecke’ und außergerm. mit aind. rūkṣáḥ ‘rauh, trocken, dürr, abgezehrt’, lit. raũkas ‘Runzel, Falte’, raũkti ‘(die Stirn) runzeln, zusammenziehen, furchen, falten’, rùkti ‘faltig, runzelig werden’. Alle Formen führen auf ie. *reuk-, *rūk- ‘rupfen’, eine Gutturalerweiterung der unter ↗Raub (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’. Die oben genannten germ. Formen beziehen sich also ursprünglich auf Art und Aussehen ausgerupfter, struppiger Wollzotten. Neben rauh besteht bis ins 19. Jh. hinein die Form rauch mit der speziellen Bedeutung ‘behaart, haarig, mit Haaren bewachsen’, entstanden aus der unflektierten Form mhd. rūch (neben flektiertem rūher; vgl. hoch neben hoher). Erhalten ist diese Adjektivform in den Zusammensetzungen Rauchwerk n. ‘veredelte Pelzware’ (1. Hälfte 16. Jh.; vgl. mhd. rūchwerc ‘Kürschnerhandwerk’) und Rauchware f. ‘Pelze, Pelzwerk’ (Anfang 17. Jh.; vgl. mnd. rūware ‘Felle, Pelzwerk’). rauhen Vb. ‘rauh machen, aufrauhen’ (18. Jh.); vgl. mhd. riuhen. Rauhbein n. ‘nach außen grob erscheinender, aber im Grunde guter Mensch’ (2. Hälfte 19. Jh.), rückgebildet aus rauhbeinig Adj. das als volksetymologische Wiedergabe von engl. rawboned ‘hager, (grob)knochig, klapperdürr’ gilt. Die Rauhbeinigen ist eine spöttische Bezeichnung der Studentensprache (etwa 1800 bis 1830) für die Berliner Bürgerpolizei, vgl. Fabricius in: ZfdWf. 3 (1902) 100. Rauhreif m. bei windstillem Frostwetter aus unterkühltem Dunst oder Nebel reifartig sich niederschlagender weißer, kristalliner Belag (2. Hälfte 18. Jh.), s. ↗Reif.

Thesaurus

Synonymgruppe
Barbar · ↗Grobian · Raubein · ↗Rohling · Wilder · ungehobelter Kerl  ●  wildes Tier  fig. · ↗Bauer  ugs. · grober Klotz  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Flegel · ↗Lümmel · Raubein · ↗Rowdy · ↗Rüpel · ↗Wüstling · ungehobelter Bursche  ●  ↗Rabauke  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Raubein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Werke werden für Millionen gehandelt, er selbst spielt gern das Raubein.
Die Zeit, 08.04.2013 (online)
Wer das versuchen wollte, bekommt Struck, das Raubein, zu spüren.
Der Tagesspiegel, 08.08.2004
Deswegen war er auf den Stock angewiesen, was ihn nicht daran hinderte, das Raubein zu spielen.
Süddeutsche Zeitung, 29.03.2000
Raubein Schimanski kommt in die Jahre - und das ist gut so.
Die Welt, 11.11.2000
Tomlinson und Van Impe gehören zu den Top 10 der Raubeine.
Bild, 16.12.2003
Zitationshilfe
„Raubein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Raubein>, abgerufen am 25.04.2019.

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