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Rapport, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rapport(e)s · Nominativ Plural: Rapporte
Aussprache
WorttrennungRap-port (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Rapport‹ als Erstglied: ↗Rapportsystem  ·  mit ›Rapport‹ als Letztglied: ↗Kompanierapport · ↗Krankenrapport · ↗Regimentsrapport · ↗Tagesrapport · ↗Wochenrapport
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Bericht, (dienstliche, betriebliche, wirtschaftliche) Meldung
Beispiele:
ein schriftlicher, mündlicher, kurzer, ausführlicher Rapport
ein wöchentlicher Rapport über den Fortgang der Arbeiten
einen Rapport schreiben, aufsetzen
umgangssprachlich einen Rapport machen
die Kommission legte ihren Rapport vor
veraltet, Militär der Zugführer erstattete dem Kompaniechef Rapport
er [der Planbericht] ist dem täglichen Rapport vergleichbar, den jeder tüchtige Werkdirektor als wichtiges Werkzeug wissenschaftlicher Leitungstätigkeit betrachtet [Tageszeitung1964]
zum Rapport erscheinen, sich zum Rapport meldenwegen einer (kleineren) Disziplinarstrafe in einem bestimmten Dienstanzug vor dem Vorgesetzten erscheinen, sich bei ihm melden
Beispiel:
der Soldat erschien zum Rapport, wurde zum Rapport befohlen
heute noch im zivilen Bereich
Beispiel:
Er wurde vom Innenminister ... zum Rapport vorgeladen und ernstlich verwarnt, vom Dienst beurlaubt und zur Einkehr aufgefordert [Tageszeitung1965]
2.
Psychologie beschränkter psycho-physischer Kontakt mit einem anderen Menschen, besonders bei der Hypnose zwischen dem Hypnotiseur und dem Medium
Beispiel:
während bei der Hypnose über einen sogenannten Wachpunkt der Rapport, also die Verbindung mit dem Hypnotiseur, aufrecht erhalten wird [Urania1959]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rapport · rapportieren
Rapport m. ‘dienstliche Meldung, Bericht’, Übernahme (Anfang 17. Jh.) von frz. rapport ‘Bericht, Meldung’, zu frz. rapporter, nhd. rapportieren (s. unten). Ursprünglich besonders im Militär- und Polizeiwesen für ‘(regelmäßige) dienstliche Meldung an eine übergeordnete Stelle über Erledigung eines Auftrags’; vgl. sich zum Rapport melden ‘wegen eines Disziplinarvergehens vor dem Vorgesetzten erscheinen, sich bei ihm melden’. Dann im kaufmännischen, später im betriebswirtschaftlichen Bereich für ‘(regelmäßiger) Bericht an eine zentrale Verwaltungsstelle’. Seit dem frühen 18. Jh. begegnen auch andere, heute im Dt. nicht mehr übliche Bedeutungen von frz. rapport, etwa ‘Übereinstimmung, Einklang, Verwandtschaft, Zusammenhang, Beziehung, Verhältnis’; auf solchen Verwendungen beruht wohl der spezielle Gebrauch in der Weberei, Textil- und Tapetendruckerei ‘richtiges Aneinanderpassen, regelmäßige Wiederkehr von Mustern oder Motiven’ (18. Jh.). rapportieren Vb. ‘berichten, Nachricht überbringen, Meldung abstatten’ (Mitte 17. Jh.), dann auch fachsprachlich (von einem Motiv, Muster, Ornament) ‘sich regelmäßig wiederholen’, aus frz. rapporter ‘zurück-, wiederbringen, berichten, zutragen’, reflexiv ‘passen, sich beziehen’ (s. ↗apportieren).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bericht · ↗Bulletin · Rapport · ↗Report
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Bericht · ↗Lagebericht · Rapport
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufsichtsrat Bischof Büro General Kanzler Kanzleramt Leibregiment Manager Meldung Trainer Vorstand antanzen antreten befehlen beordern bestellen bitten einbestellen einfinden endlos entgegennehmen erscheinen laden monatlich ornamental regelmäßig schriftlich täglich unendlich zitieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rapport‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gestern musste Ilie vor dem Training für 20 Minuten zum Rapport.
Bild, 05.03.2001
Immer wenn heikle Fragen berührt werden, gibt sich der Rapport wortkarg.
Die Zeit, 20.08.1993, Nr. 34
Am nächsten Morgen gingen zwei lange und gewundene Rapporte ab.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 372
Ein beachtenswertes Stück wissenschaftlicher Kritik ist die Untersuchung, auf welchen Quellen der für die Schuldanklage grundlegende Rapport aufgebaut ist.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 224
Man verwertete sie für Textilien, die mit Mustern nach Art des unendlichen Rapports ausgeschmückt wurden.
Schachermeyr, Fritz: Ursprung und Hintergrund der griechischen Geschichte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 23080
Zitationshilfe
„Rapport“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rapport>, abgerufen am 20.08.2019.

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