Ranzen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ranzens · Nominativ Plural: Ranzen
Aussprache
WorttrennungRan-zen
Wortbildung mit ›Ranzen‹ als Erstglied: ↗Ränzchen · ↗Ränzel · ↗Ränzlein
 ·  mit ›Ranzen‹ als Letztglied: ↗Lederranzen · ↗Schulranzen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Tasche aus Leder, die auf dem Rücken getragen wird, besonders Schultasche, Tornister
Beispiele:
den Ranzen packen, tragen
den Ranzen abnehmen
umgangssprachlich den Ranzen über den Rücken werfen (= den R. umhängen)
die Kinder hatten den Ranzen auf dem Rücken
er hatte die Hefte, Bücher und sein Brot in den Ranzen gesteckt
historisch Felleisen
Beispiele:
Um meinen Ranzen zu erleichtern, nahm ich die eingepackten blauen Hosen ... wieder heraus [HeineHarzreise3,19]
Heute wollen wir das Ränzlein schnüren [Volkslied]
2.
salopp, derb
a)
Bauch
Beispiele:
sich [Dativ] den Ranzen vollschlagen, füllen (= sehr viel essen)
Hatte sich ein Ränzlein angemäst't / Als wie der Doktor Luther [GoetheFaustI 2128]
b)
Rücken, Buckel
Beispiele:
jmdm. den Ranzen vollhauen, verhauen (= jmdn. verprügeln)
jmdm. eins auf den Ranzen geben (= jmdn. prügeln, schlagen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ranzen m. ‘auf dem Rücken zu tragende Tasche, Rucksack, Tornister, Schultasche’. Die Herkunft des zuerst als Rantz ‘(Brot-, Trag)sack’ (1510) bezeugten, der Gaunersprache angehörenden und um die Mitte des 17. Jhs. als Ranzen in die Literatursprache eingehenden Wortes ist dunkel. Ungeklärt bleibt auch das Verhältnis zu gleichbed. mnd. renzel, rensel ‘Reisesack’ (daraus nl. ransel), nd. Ränzel, das im 16. Jh. ins Hd. aufgenommen wird und dessen Herkunft ebenfalls unbekannt ist. Vielleicht aus mnd. nd. *rant, dem hd. *ranz, rotw. Rantz (s. oben) entspricht? In der Umgangssprache werden Ranzen, Ränzel und Ränzlein seit Ende des 17. Jhs. auch auf ‘Bauch’ übertragen; Adelung (1777) verzeichnet Ranzen ‘Buckel’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Büchertasche · Ranzen · ↗Schulranzen · Schulrucksack · ↗Schultasche · ↗Tornister  ●  Schulthek  schweiz.
Synonymgruppe
Ranzen · ↗Tornister  ●  ↗Felleisen  veraltet · ↗Rucksack  Hauptform · ↗Affe  ugs., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ecke Gewicht Heft Jacke Laptop Messer Pausenbrot Rücken Schulkind Schultüte Schüler Sporttasche Stift bunt packen rennen schnüren schwer stecken toll tragen wiegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ranzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf einen Stock gestützt, mit dem Ranzen auf dem Rücken, blickt er sehnsuchtsvoll zur Burg hinauf.
Süddeutsche Zeitung, 22.01.2004
Der Ranzen mit allem drin hängt geschnürt griffbereit am Haken.
konkret, 1980
Was soviel bedeuten sollt, als daß so ein falscher Hund seine Augen auf unsere Ranzen geworfen hätte.
Christ, Lena: Mathias Bichler. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 17348
Als Forell am Montag sich den Ranzen überwirft, sagt ihm der Alte noch einmal genau den Weg.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 323
Obwohl es in den Tropen ungesund sei, einen "Ranzen" herumzuschleppen!
Löhndorff, Ernst Friedrich: Südwest-Nordost, Bremen: Schünemann 1936 [1936], S. 64
Zitationshilfe
„Ranzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ranzen>, abgerufen am 23.09.2019.

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