Rang, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rang(e)s · Nominativ Plural: Ränge
Aussprache
Wortbildung mit ›Rang‹ als Erstglied: ↗-rangig · ↗Rangabzeichen · ↗Rangerhöhung · ↗Rangfolge · ↗Ranghöchste · ↗Ranghöhere · ↗Rangliste · ↗Rangloge · ↗Rangordnung · ↗Rangstreben · ↗Rangstreit · ↗Rangstreitigkeit · ↗Rangstufe · ↗Rangtheater · ↗Rangunterschied · ↗Rangältere · ↗Rangälteste · ↗ranggleich · ↗ranghoch · ↗rangmäßig · ↗rangnächst
 ·  mit ›Rang‹ als Letztglied: ↗Abstiegsrang · ↗Adelsrang · ↗Admiralsrang · ↗Dienstrang · ↗Diplomatenrang · ↗Generalsrang · ↗Mannschaftsrang · ↗Offizierrang · ↗Offiziersrang · ↗Unteroffiziersrang · ↗Verfassungsrang · ↗Vorrang · ↗Weltrang · ↗Zuschauerrang
 ·  mit ›Rang‹ als Binnenglied: ↗Erstranggewinnsumme
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
bestimmte Stellung, Stufe, die jmd., etw. innerhalb einer Ordnung einnimmt
a)
von einer Person   bestimmte Stellung, Stufe, besonders im diplomatischen Dienst
Beispiele:
einen hohen, niederen Rang im diplomatischen Dienst bekleiden, einnehmen
er ist im Rang eines akademischen Rats an der Universität
Der Staatsrat legt die militärischen Dienstgrade, die diplomatischen Ränge und andere spezielle Titel fest [Verfassung DDR48]
veraltend militärischer Dienstgrad
Beispiele:
den Rang eines Obersten, Majors haben
im Rang(e) eines Feldwebels, Hauptmanns, (Unter)offiziers stehen
b)
nur im Singular
bestimmte Stellung, Stufe hinsichtlich der Bedeutung, Geltung der Person, Sache im gesellschaftlichen Leben, im Beruf, Wertschätzung
Beispiele:
ein Künstler von Rang (= ein hervorragender Künstler)
ein Schauspieler, Sänger, Talent ersten, zweiten, mittleren, dritten Ranges
ein Dichter vom Range Goethes
ein Kunstwerk, eine Leistung von hohem, literarischem Rang
ein wissenschaftliches, künstlerisches, politisches Ereignis höchsten Ranges
die Krebserkrankungen sind ein Problem allerersten Ranges (= von größter Wichtigkeit) geworden
unter den Errungenschaften der Menschheit gebührt der Sprache der erste Rang
die Zeitung, für die der Reporter damals arbeitete, stand nicht hoch im Rang(e)
ein Industrieland ersten, zweiten Ranges
ein Hotel dritten Ranges (= ein schlechtes Hotel)
(wieder) zu Rang und Würden, zu Rang und Ehren kommen
alles, was Rang und Namen hat (= Personen mit hohem Ansehen), war zur Premiere erschienen
ein Fremder ohne Rang und Namen (= ein unbekannter, unbedeutender Fremder)
Jeder Deutsche von Rang hat unter den Deutschen gelitten [H. MannZeitalter38]
Er ist ein Gentleman von Rang und Vermögen [BrechtPauken3]
jmdm. den Rang streitig machenjmdm. seine besondere Stellung streitig machen
Beispiele:
er wollte dem Klassenersten unbedingt den Rang streitig machen
der Chef war überzeugt, dass ihm niemand den Rang streitig machen könnte
jmdm. den Rang ablaufenjmdn. überflügeln, übertreffen
Beispiele:
auf dem Ball versuchten die Damen, einander den Rang abzulaufen
einer dieser reichgewordenen Bürgerfamilien, die der alten Aristokratie den Rang abliefen [Wasserm.Wahnschaffe1,35]
2.
vorkragendes Geschoss im Zuschauerraum, besonders eines Theaters
Beispiele:
alle Plätze im ersten und zweiten Rang waren besetzt, ausverkauft
die Logen des ersten Ranges
ein Theater mit drei Rängen
vor leeren, überfüllten Rängen spielen
die Zuschauer auf den Rängen des Fußballstadions jubelten den einlaufenden Mannschaften zu
3.
Gewinnklasse im Toto, Lotto
Beispiel:
im ersten Rang kein Gewinner, im zweiten Rang entfielen an 208 Gewinner je 1528 Euro
4.
Sport Platz innerhalb einer Wertung
Beispiele:
die Sportler behaupteten, verloren ihren Rang als beste Mannschaft des Jahres
der Brustschwimmer B hatte sich auf den fünften Rang (der Gesamtwertung) vorgearbeitet
unsere Mannschaft hatte im Feld der 17 Springer den zweiten Rang belegt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rang · rangieren · einrangieren · ausrangieren
Rang m. ‘Reihe, Reihenfolge, Stellung innerhalb einer Ordnung’ (vor allem im gesellschaftlichen Leben, in Beruf und Amt, in der militärischen Laufbahn). Frz. rang, hervorgegangen aus dem aus germ. *hringa- im Sinne von ‘kreisförmig aufgestellter Heeresverband’ (s. ↗Ring) entlehnten afrz. renc ‘Reihe, Kampfreihe’, wird zu unterschiedlichen Zeiten ins Dt. entlehnt und steht hier entsprechend dem frz. Gebrauch für ‘Reihe, Schlachtordnung’ (17. Jh.), ‘Reihenfolge, Stufe der gesellschaftlichen Ordnung, Amt, Würde’ (18. Jh.), ‘vorkragendes Geschoß im Zuschauerraum eines Theaters’ (19. Jh.). rangieren Vb. ‘eine bestimmte Stellung in einer Rangordnung einnehmen’ (Mitte 19. Jh.), ‘(Eisenbahnwagen, -züge) verschieben’ (2. Hälfte 19. Jh.). Aus dem zu afrz. renc, frz. rang (s. oben) gebildeten Verb frz. ranger ‘aufstellen, einreihen, (ein)ordnen’ (afrz. rengier ‘in Reihen stellen, ordnen’, s. ↗arrangieren), wird nhd. rangieren in den jetzt nicht mehr gebräuchlichen Bedeutungen ‘aufstellen, formieren, aufmarschieren lassen’ von Truppen oder Schiffen (17. und 18. Jh.) und ‘(ein)ordnen, einstufen, einteilen’ (2. Hälfte 17. Jh. bis Ende 19. Jh.) entlehnt; hieraus entwickeln sich die oben genannten, heute üblichen Verwendungen. einrangieren Vb. ‘in etw. einreihen, rangmäßig einordnen’ (Anfang 19. Jh.); ausrangieren Vb. ‘(Altes, Überflüssiges) aussondern, ausscheiden, wegwerfen’, (von Menschen) ‘außer Dienst stellen, entlassen’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rang · ↗Reihe
Synonymgruppe
Bedeutung · ↗Einfluss · ↗Geltung · Rang · ↗Wert  ●  ↗Wichtigkeit  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Grad · ↗Klasse · ↗Qualität · Rang · ↗Stufe
Unterbegriffe
  • Beförderungsklasse · Serviceklasse · Sitzklasse
  • Schwierigkeitsgrad · Schwierigkeitsskala
Assoziationen
Synonymgruppe
Amt · ↗Charge · ↗Dienstgrad · ↗Posten · Rang · ↗Stelle · ↗Stellung
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gesamtwertung Rückstand Weltrangliste ablaufen abrutschen begnügen belegen belegt dritt einnehmen elft erheben erst fünft geteilt hinter landen leer neunt ober rangieren sechst siebt unter viert vorder vorrücken zehnt zurückfallen zweit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rang‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor drei Jahren war es noch Rang 12 von 21 Ländern.
Die Zeit, 11.04.2013, Nr. 15
Früher betonte die Führung stets, sie säubere ihre Ränge von "schlechten Elementen".
Der Spiegel, 18.06.2001
Auch anderwärts wird dem weiblichen Partner der soziale Rang des männlichen Partners von der gesamten Gruppe ohne weiteres zuerkannt.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 226
Der Rang der courfähigen verheirateten Damen richtet sich, altem Herkommen gemäß, genau nach dem vorstehend angegebenen Range ihrer Männer.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 29012
Und wie bemißt sich Adenauers Rang im Verlauf der neueren deutschen Geschichte?
Schwarz, Hans-Peter: Anmerkungen zu Adenauer, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2005 [2004], S. 5
Zitationshilfe
„Rang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rang>, abgerufen am 18.04.2019.

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