Radieschen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Radieschens · Nominativ Plural: Radieschen
Aussprache
WorttrennungRa-die-schen (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
mit dem Rettich verwandter, einjähriger, schnell wachsender Kreuzblütler mit kleineren, runden, scharf schmeckenden roten oder weißen Knollen, die als Rohgemüse verwendet werden
Beispiel:
Radieschen säen, ziehen, im Freiland anbauen
salopp, derb, verhüllend, scherzhaft, übertragen sich [Dativ] die Radieschen von unten besehentot, gestorben sein
Beispiel:
wenn du dich nicht in Acht nimmst, kannst du dir die Radieschen von unten besehen
2.
Knolle von 1
Beispiele:
ein zartes, holziges Radieschen
eine Salatplatte mit Radieschen garnieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Radieschen · Radi
Radieschen n. Rettichsorte mit kleinen, runden, roten oder weißen Wurzelknollen. Radi(e)s m. (bezeugt seit der 2. Hälfte des 17. Jhs.) ist eine Übernahme von gleichbed. nl. radijs. Dieses stammt aus mfrz. radice (frz. radis), einer Entlehnung von ital. radice ‘Wurzel, Radieschen’, das aus lat. rādīx (Genitiv rādīcis) ‘Wurzel, Rettich, Radieschen’ hervorgegangen ist (s. ↗Rettich). Radies behält nach fremdem Vorbild die Betonung auf der letzten Silbe bei, ist aber heute nur noch wenig üblich und durch die Verkleinerungsform Radieschen (Anfang 18. Jh.) verdrängt. Gleicher Herkunft, doch mit Beibehaltung von Länge und Betonung der ersten Silbe ist Radi m. bair. öst. ‘(großer) Rettich’ (19. Jh., sicher älter).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akne Apfel Blumenkohl Bohne Erbse Erdbeere Gurke Karotte Kohlrabi Kopfsalat Kraut Käse Lauch Lauchzwiebel Möhre Paprika Petersilie Rettich Salat Schnittlauch Sellerie Spargel Spinat Tomate Zucchini Zwiebel anbauen aussäen pflanzen säen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Radieschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man kann sich die Radieschen von unten ansehen, ohne ins Gras beißen zu müssen.
Der Tagesspiegel, 17.01.2003
Merkwürdigerweise liebäugeln beide damit, sich die Radieschen von unten anzusehen.
Bild, 07.10.1999
Radieschen ißt man mit der Hand, sie können zuvor in Salz getaucht werden, das man sich auf den Rand seines Tellers gestreut hat.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 18967
Über den langen Brief bin ich nicht mehr erstaunt, als über die Radieschen, trotzdem auch diese ihren Zweck voll und ganz erfüllt haben.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 12.10.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Der Same ging prachtvoll auf, das Kraut schoß mächtig in die Höhe, aber die ersehnten Radieschen zeigten sich nicht.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4075
Zitationshilfe
„Radieschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Radieschen>, abgerufen am 23.04.2019.

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