Rabauke, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rabauken · Nominativ Plural: Rabauken
Aussprache
WorttrennungRa-bau-ke (computergeneriert)
HerkunftNiederländisch
Wortbildung mit ›Rabauke‹ als Erstglied: ↗Rabaukentum
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, abwertend roher (gewalttätiger) Jugendlicher, junger Mann, der sich laut und ungesittet benimmt
Beispiele:
er ist ein (richtiger) Rabauke
wurden ... einige Rabauken aus Perleberg hinbeordert. Sie schlugen Levis Geschäft kurz und klein [PutlitzUnterwegs231]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rabauke m. ‘roher, gewalttätiger Kerl, sich laut und ungesittet benehmender, übel aufführender junger Mann, Rüpel, Rowdy’. Das anfangs vorwiegend landschaftlich, besonders im Niederrhein. und Omd., seit etwa 1900 umgangssprachlich gebrauchte Wort mit der vor allem bei Eigennamen üblichen nd. Endung -ke (eigentlich Deminutivsuffix) ist entlehnt aus nl. rabauw ‘Schurke, Strolch’, mnl. rabaut, rabauw, ribaut ‘Schauermann, Stallknecht, Vagabund’ (vgl. altköln. rebalt, 15. Jh., rabaw, 16. Jh.). Dies geht zurück auf afrz. ribaut (frz. ribaud) ‘Landstreicher, Lumpenkerl, Lüstling, Hurenjäger’, eine Bildung zu dem (heute untergegangenen) Verb afrz. riber ‘sich wüst aufführen, ausschweifenden Vergnügungen nachgehen’, das aus mhd. rīben ‘reiben’, auch ‘brünstig sein, sich begatten’ (s. ↗reiben und vgl. mhd. rībe ‘Hure’) entlehnt ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gewaltmensch · ↗Gewalttäter · ↗Rowdy · gewalttätiger Mensch · rücksichtsloser Mensch  ●  ↗Brutalo  ugs. · Rabauke  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Flegel · ↗Lümmel · ↗Raubein · ↗Rowdy · ↗Rüpel · ↗Wüstling · ungehobelter Bursche  ●  Rabauke  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gentleman Grausamkeit Seele jugendlich schlimm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rabauke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Keiner rempelt sie an, das wagen nicht mal die Rabauken, aber wenn sie irgendwen anmault, dann mault der zurück.
Die Zeit, 29.03.2013, Nr. 13
Ich hole die Rabauken von der Straße, sie sind fast alle liebenswert.
Bild, 27.10.2004
Selbst unsere autonomen Rabauken sind nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit.
Die Welt, 06.05.2000
Als er zurückkam, hatte er "Rabauke" auf das Tape geschrieben.
Der Tagesspiegel, 02.05.1999
Da fielen die drei als Rabauken bekannten Männer über ihn her.
Süddeutsche Zeitung, 28.07.1997
Zitationshilfe
„Rabauke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rabauke>, abgerufen am 21.05.2019.

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