Rüstung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rüstung · Nominativ Plural: Rüstungen
Aussprache
WorttrennungRüs-tung
Wortbildung mit ›Rüstung‹ als Erstglied: ↗Rüstungsauftrag · ↗Rüstungsausgabe · ↗Rüstungsbau · ↗Rüstungsbeschränkung · ↗Rüstungsbetrieb · ↗Rüstungsdeal · ↗Rüstungsfabrik · ↗Rüstungsgut · ↗Rüstungshaushalt · ↗Rüstungsindustrie · ↗Rüstungskontrolle · ↗Rüstungskonzern · ↗Rüstungslobby · ↗Rüstungslobbyist · ↗Rüstungsmonopol · ↗Rüstungspolitik · ↗Rüstungspool · ↗Rüstungspotential · ↗Rüstungspotenzial · ↗Rüstungsproduktion · ↗Rüstungsprogramm · ↗Rüstungsstopp · ↗Rüstungswettlauf
 ·  mit ›Rüstung‹ als Letztglied: ↗Atomrüstung · ↗Eisenrüstung · ↗Kernwaffenrüstung · ↗Kriegsrüstung · ↗Prunkrüstung · ↗Ritterrüstung · ↗Stahlrüstung · ↗Taucherrüstung
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Bereitstellung eines militärischen Potentials, Herstellung von Waffen und Munition für einen Krieg
Beispiele:
die atomare, nukleare, strategische Rüstung
eine fieberhafte Rüstung
im Kriege wurden riesige Summen in die Rüstung gesteckt
eine Verminderung der Streitkräfte und Rüstungen in Europa [Tageszeitung1972]
2.
historisch Schutzbekleidung gegen Waffenwirkung
Beispiele:
die glänzende, leichte, metallene, schwere Rüstung des Ritters
diese Rüstungen für Ross und Reiter zeigen die Kunstfertigkeit mittelalterlicher Waffenschmiede
bildlich
Beispiel:
die Gnade des Herzogs ist eine gute Rüstung [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,95]
3.
Bauwesen Gerüst
Beispiel:
ein fliegender Kran wird dort eingesetzt, wo aus statischen Gründen keine festen Rüstungen aufgestellt werden können
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rüsten · abrüsten · Abrüstung · aufrüsten · Aufrüstung · rüstig · Rüstung · Rüstzeug · entrüsten · entrüstet · Entrüstung
rüsten Vb. ‘vorbereiten, fertigmachen, herrichten, sich mit Waffen versehen, Waffen produzieren’, ahd. (h)rusten (8. Jh.), mhd. rüsten, rusten ‘bereit-, zurechtmachen, schmücken’, mnd. mnl. nl. rusten ‘(zu)rüsten’, aengl. (mit Metathese) hyrstan ‘ausrüsten, schmücken’ (westgerm. *hrustjan) ist abgeleitet von dem in ahd. (h)rust ‘Rüstung’ (8. Jh.), aengl. hyrst ‘Schmuck, Schatz, Ausrüstung, Behänge, Waffen’ bezeugten Substantiv, verwandt mit dem starken Verb aengl. hrēodan ‘schmücken, zieren’, anord. hrjōða ‘bedecken, bekleiden, schmücken, verzieren’ (germ. *hreudan ‘bedecken, schmücken’). Diese Formen können als Dentalerweiterungen an die Wurzel ie. *krā(u)-, *krəu-, *krū̌- ‘aufeinander, auf einen Haufen legen, zudecken, verbergen’ angeschlossen werden, die unerweitert vorliegt in air. crāu, crō ‘Stall, Hütte, Verschlag’, lit. kráuti ‘aufeinanderlegen, aufstapeln, aufhäufen, packen, laden’, krūvà ‘Haufen, Menge’, aslaw. kryti ‘(be)decken, verbergen, hüllen’, krovъ ‘Dach, Deckung, verborgener Ort, Hütte’, russ. kryt’ (крыть) ‘bedecken’, krov (кров) ‘Dach, Obdach’, als p-Erweiterung in griech. krýptein (κρύπτειν) ‘verbergen, verhüllen, verstecken’. Das germ. Verb bedeutet zunächst ‘schmücken, ausstatten, herrichten, zurechtmachen’; danach folgt ahd. gi(h)rusten ‘mit Waffen versehen’, mhd. rüsten, rusten ‘den Kampf vorbereiten’, frühnhd. (reflexiv) ‘sich zum Streit, zum Krieg fertigmachen’, schließlich ‘kriegerische Vorbereitungen treffen, Waffen produzieren’. abrüsten Vb. ‘die militärische Rüstung vermindern’ (Anfang 19. Jh., für älteres desarmieren, frz. désarmer). Älter ‘ein Gerüst wegnehmen’ (18. Jh.), ‘ein Schiff außer Dienst stellen, seine Ausrüstung abbauen’ (19. Jh.), zuerst ‘instand setzen, fertigmachen’ (Anfang 16. Jh.); Abrüstung f. (Anfang 19. Jh.). aufrüsten Vb. ‘die militärische Rüstung vermehren’ (19. Jh., Gegenwort zu abrüsten), älter ‘ein Gerüst aufstellen, errichten’ (18. Jh.); vgl. mhd. ūfrüsten ‘ausrüsten, veranstalten’, (reflexiv) ‘sich bereitmachen, schmücken’; Aufrüstung f. (19. Jh.); vgl. mhd. ūfrüstunge ‘Ausrüstung’. rüstig Adj. ‘(trotz Alter) noch fähig, Aufgaben zu erfüllen, kräftig, leistungsfähig, rege’, mhd. rüstec, rüstic, frühnhd. rüstig ‘gerüstet, geschmückt, schön gekleidet’, meist aber ‘frisch, kräftig, körperlich tüchtig (für Kampf, Anstrengung, Arbeit), kampf-, kriegsbereit’, mnd. rustich ‘gerüstet, (kampf)bereit’. Ahd. rustih, rustīg ‘ländlich, bäurisch, schlicht, plump, roh’ ist dagegen Entlehnung aus gleichbed. lat. rūsticus (s. ↗rustikal). Rüstung f. ‘das Rüsten, militärische Bewaffnung eines Landes, Kriegsgerät’, älter ‘Gerät, Werkzeug, Baugerüst, Schutz- und Trutzwaffen des einzelnen, Bewaffnung’ (16. Jh.), damit auch Bezeichnung für die ritterliche Schutzkleidung (mhd. panzer und dgl.); vgl. (ohne unmittelbare Fortsetzung) ahd. (h)rustunga ‘Einrichtung’ (um 1000). Rüstzeug n. ‘für eine bestimmte Aufgabe erforderliche Kenntnisse und Fertigkeiten’, seltener ‘Ausrüstungsgegenstände und Werkzeuge für einen bestimmten Zweck’ (16. Jh.). entrüsten Vb. ‘sehr unwillig, zornig machen, empören’, reflexiv ‘sich empören, unwillig werden’, mhd. entrüsten ‘die Rüstung ausziehen’, übertragen ‘aus einem geordneten Zustand, aus der Fassung bringen, kommen’, daraus frühnhd. ‘aufbringen, in Zorn versetzen, erzürnen’; entrüstet Part.adj. ‘erzürnt, empört’ (14. Jh.). Entrüstung f. (Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Harnisch · ↗Panzer · Rüstung · ↗Schutzkleidung
Unterbegriffe
Militär
Synonymgruppe
Aufrüstung · ↗Bewaffnung · ↗Mobilmachung · Rüstung
Assoziationen
Synonymgruppe
...kombination · ↗Blaumann · ↗Einteiler · Ganzanzug · Rüstung · ↗Schutzanzug  ●  ↗Overall  Hauptform · ...kombi  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Schlatz · Schlaz

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abrüstung Ausschaltung Begrenzung Beschränkung Einfrieren Einschränkung Hauptabteilung Helm Herabsetzung Kriegsproduktion Raumfahrt Reduktion Reduzierung Reichsminister Ritter Rüstungskontrolle Schwert Streitkraft Tabak Truppenstärke Verminderung Verringerung atomar glänzend herkömmlich konventionell nuklear schimmernd sowjetisch strategisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rüstung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das 1994 gegründete BICC erforscht die Entwicklung der Rüstung wie auch die Umwandlung militärischer Produktion in zivile Einrichtungen, die so genannte Konversion.
Der Tagesspiegel, 22.06.2000
Schon rüstet er sich zum Sturme, da tritt ihm in schwarzer Rüstung der Kanzler entgegen.
Fath, Rolf: Werke - B. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 295
Ja sagen zu jeder vernünftigen Form von Kontrolle der Rüstungen.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 368
Ließe, was es nachholen müßte, sich mit den ungeheuren Kosten der nuklearen Rüstung denn vereinbaren?
Die Zeit, 17.02.1969, Nr. 07
Nein, ich hatte 1941 mit der Rüstung noch nichts zu tun.
o. A.: Einhundertneunundfünfzigster Tag. Donnerstag, 20. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 11237
Zitationshilfe
„Rüstung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rüstung>, abgerufen am 16.06.2019.

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