Rüge, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rüge · Nominativ Plural: Rügen
Aussprache
WorttrennungRü-ge (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Rüge‹ als Letztglied: ↗Mängelrüge
eWDG, 1974

Bedeutung

Tadel, Verweis, besonders durch einen Vorgesetzten
Beispiele:
eine ernste, scharfe, empfindliche, schwere Rüge
jmdm. eine Rüge erteilen, aussprechen
eine Rüge bekommen
der Schüler erhielt vom Direktor eine Rüge wegen wiederholten unentschuldigten Fehlens
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rüge · rügen
Rüge f. ‘Tadel, Verweis’, mhd. rüege, (md.) rūge ‘gerichtliche Anklage, Anzeige, Strafe, Tadel’, spätmhd. auch ‘Gerichtsbarkeit, -bezirk’, asächs. wrōht ‘Streit, Aufruhr’, mnd. wrōge, wrōch ‘gerichtliche Anzeige, Tadel, Mahnung, Geldbuße, Bestrafung’, mnl. wroege, wroge, wruge ‘Anklage, Gerichtsbarkeit’, aengl. wrōht ‘Anklage, Streit, Tadel, Verleumdung’, anord. rōg ‘Streit, Zank, Verleumdung’, got. wrōhs ‘Klage, Anklage’ und das Verb rügen ‘tadeln, zurechtweisen’, ahd. ruogen (8. Jh.), mhd. rüegen, ruogen, (md.) rūgen ‘anklagen, beschuldigen, tadeln, gerichtlich anzeigen, mitteilen, melden’, asächs. wrōgian ‘anklagen, beschuldigen’, mnd. wrōgen, wrūgen ‘anklagen, beschuldigen, (be)strafen’, mnl. wroeghen, wroughen, nl. wroegen ‘anklagen, beschuldigen’, aengl. wrēgan ‘anklagen’, engl. (älter) to bewray ‘verraten, enthüllen’, anord. rœgja ‘anklagen, verleumden’, schwed. röja ‘ausplaudern, enthüllen, offenbaren, verraten’, got. wrōhjan ‘anklagen, beschuldigen’ führen (mit grammatischem Wechsel) auf germ. *wrōg-, *wrōh-. Außergerm. Beziehungen sind nicht gesichert. Die Verbindung mit der baltoslaw. Gruppe lit. rékti ‘schreien, schelten, schimpfen, weinen’, aslaw. rešti ‘sagen’, rěčь ‘Wort, Rede, Anklage’, rokъ ‘Termin, Frist, Gesetz’, russ. reč’ (речь) ‘Rede, Wort’, (älter) rok (рок) ‘Schicksal, Verhängnis’ und damit mit der Wurzel ie. *u̯er- ‘feierlich sagen, sprechen’ (s. ↗schwören, ↗Wort) ist auf semantische Bedenken gestoßen. Nach Trier Lehm 76 erfolgt die Anklage in einem Kreis versammelter Männer, in dem er eine besondere Form des Zauns sieht, so daß ihm Anschluß an eine Zaun- und Hegewurzel ie. *u̯er- ‘einzäunen, Zaun’ als möglich erscheint. Rüge ist ursprünglich ein Wort der Rechtssprache und bezeichnet die ‘Anzeige’ eines Vergehens vor Gericht, sodann die durch das Gericht ausgesprochene ‘Strafe’, woraus sich ‘Tadel’ entwickelt hat.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abkanzelung · ↗Belehrung · ↗Ermahnung · ↗Lehre · ↗Lektion · ↗Maßregelung · ↗Moralpredigt · ↗Rüffel · ↗Schelte · ↗Tadel · ↗Verweis · ↗Zurechtweisung  ●  ↗Abmahnung  juristisch · Adhortation  veraltet · ↗Ordnungsruf  politisch · Rüge  Hauptform · ↗Abreibung  ugs. · ↗Anpfiff  ugs. · ↗Anschiss  ugs., salopp · ↗Denkzettel  ugs. · ↗Donnerwetter  ugs. · ↗Einlauf  ugs., salopp, fig. · Opprobration  geh., veraltet, lat. · ↗Schimpfe  ugs. · ↗Standpauke  ugs. · ↗Strafpredigt  ugs. · ↗Zigarre  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abdruck Beschwerdeführer Bundesrechnungshof Datenschutzbeauftragte Erteilung Landesrechnungshof Mißbilligung Presserat Rechnungshof Rüge Verwarnung Werberat abdrucken ausgesprochen belassen davonkommen einhandeln einstecken eintragen erteilen erteilt formell förmlich harsch mild scharf schriftlich streng unbegründet Ältestenrat

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rüge‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie können mit dieser jährlichen Rüge vielmehr anschaulich machen, wie mit Sprache die Wirklichkeit verzerrt wird.
Die Zeit, 21.01.2008, Nr. 03
Möglich ist auch noch eine scharfe Rüge durch den Kongreß.
Der Tagesspiegel, 12.02.1999
Und von der Rüge des Mathe-Lehrers fiel dann auch nur ein Viertel auf sie.
Nöstlinger, Christine: Gretchen Sackmeier, Hamburg: Oetinger 1988 [1981], S. 0
Wenig später wurde er als Parteisekretär abgesetzt und erhielt eine strenge Rüge.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 801
Die Partei hatte ihm die Funktion abgenommen und ihm eine strenge Rüge erteilt.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 140
Zitationshilfe
„Rüge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rüge>, abgerufen am 23.05.2019.

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