Ränkeschmied, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungRän-ke-schmied
WortzerlegungRänkeSchmied
eWDG, 1974

Bedeutung

jmd., der Ränke schmiedet, Intrigant
Beispiele:
ein korrupter, gefährlicher Ränkeschmied
der Ränkeschmied stiftete schweres Unheil an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ränke · Rank · Ränkeschmied
Ränke Plur. ‘hinterhältige Anschläge, Listen, Machenschaften, Intrigen’. Das seit frühnhd. Zeit vornehmlich pluralisch verwendete Substandtiv gehört zu dem heute noch mundartlich gebräuchlichen Singular Rank m. ‘(plötzliche, unvermutete) Wendung, Drehung, List, heimtückische Handlung’, obd. auch ‘Wegkrümmung, Biegung, Kurve’. Vorauf geht mhd. ranc ‘schnelle drehende Bewegung’, das mit mnd. wrank ‘Händeringen, Kampf, Streit’, nl. (im 16. Jh. aus dem Nhd.) rank ‘Schlauheit, Grille, Laune’, aengl. wrenc ‘List, Kniff, Betrug, Melodie, Gesang’ zu der unter ↗renken und ↗wringen (s. d.) aufgeführten Wortgruppe gehört. Der Singular Rank begegnet vom 16. bis 18. Jh. in der Wendung jmdm. den Rank ablaufen (heute jmdm. den Rang ablaufen) ‘jmdn. überflügeln, übertreffen’, eigentlich ‘jmdm. die Wegkrümmung abschneiden, um ihm zuvorzukommen’. In dem Maße, wie die ursprüngliche Bedeutung verblaßt, wird die Wendung als zu (im 17. Jh. aus dem Frz. übernommenem) ↗Rang (s. d.) gehörig empfunden. In der Schweiz bedeutet Rank ‘Wegbiegung, Kurve’ und ‘Kniff, Trick’, vgl. den (rechten) Rank finden ‘einen geeigneten Weg, eine geschickte Lösung finden, sich zu helfen wissen’. Ränkeschmied m. ‘wer Ränke schmiedet, heimtückischer, hinterhältiger Mensch, Intrigant’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
Giftzwerg · ↗Hetzer · ↗Intrigant · boshafter Mensch · böser Mensch · gehässige Person  ●  ↗Giftmischer  fig. · ↗Giftspritze  fig. · Ränkeschmied  veraltet · Ränkespieler  veraltet · ↗Giftnudel  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der hat es als raffinierter Ränkeschmied lange verstanden, sich sein Amt als Präsident zu erhalten - militärische Macht jedoch besaß er nie.
Süddeutsche Zeitung, 30.09.1996
Dass er als Juso-Vorsitzender ein Ränkeschmied sein kann, hat ihm der Kanzler verziehen.
Süddeutsche Zeitung, 30.03.2004
Jünger als Stölzl ist er, gilt aber schon als alter Ränkeschmied.
Der Tagesspiegel, 12.11.2002
Bernhard Minetti (Ulysses) spielte nicht nur den listenreichen Ränkeschmied, sondern den Politiker von Geist.
Die Zeit, 09.12.1966, Nr. 50
Er ist kein großer Künstler, sondern ein Vereinsmeier, Reklameheld, Ränkeschmied, Skandalmacher und Sektierer.
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1904]
Zitationshilfe
„Ränkeschmied“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ränkeschmied>, abgerufen am 19.08.2019.

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