Qual, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Qual · Nominativ Plural: Qualen
Aussprache
Wortbildung mit ›Qual‹ als Erstglied: ↗qualvoll  ·  mit ›Qual‹ als Letztglied: ↗Folterqual · ↗Höllenqual · ↗Liebesqual · ↗Tantalusqual
eWDG, 1974

Bedeutung

in höchstem Maße unangenehmes Gefühl, folternde Unruhe, schwer zu ertragender Schmerz
Beispiele:
es ist (mir) eine Qual, ihm nicht helfen zu können
die Hitze, Fahrt, Unterredung, Lärm war ihm eine Qual
die Qualen des Zweifels, schlechten Gewissens, Durstes, der Reue, Eifersucht ertragen müssen
grauenhafte, schlimme, brennende, körperliche, seelische, innere Qualen ausstehen (müssen), empfinden
er litt (große, fürchterliche, wilde, höllische, unsägliche, tausend) Qualen
der Arzt milderte, linderte, erleichterte die Qual, Qualen des Kranken
die Nachricht steigerte seine Qual, Qualen, bereitete ihm Qualen
er versuchte, mit Alkohol seine Qualen zu betäuben
sie gebar das Kind unter Qualen
er starb unter großen Qualen
er erlöste, befreite das in der Falle gefangene Tier von seinen Qualen
das Warten wurde ihm zur Qual
er machte ihnen das Leben zur Qual
sprichwörtlich wer die Wahl hat, hat die Qual (= bei mehreren Möglichkeiten fällt es sehr schwer, sich für eine von ihnen zu entscheiden)
Alle Qualen der Hölle habe ich schon gelitten [J. RothHiob234]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Qual · quälen · Quälgeist
Qual f. ‘starker, andauernder Schmerz, schweres körperliches oder seelisches Leid’, ahd. quāla ‘Qual, Elend, Hölle’ (8. Jh.), mhd. quāl(e), kāl(e), kōl(e) ‘Beklemmung, Marter, Qual’, asächs. quāla, mnd. mnl. quāle, nl. kwaal (germ. *kwēlō) und (ablautend) aengl. cwalu, anord. kvǫl, schwed. kval (germ. *kwalō) stehen als Abstrakta zu dem nur früh belegten starken Verb ahd. quelan ‘leiden, sich quälen, martern’ (9. Jh.), mhd. queln, koln, kollen, keln ‘Schmerzen leiden, sich quälen’, asächs. quelan, mnd. quēlen ‘Schmerz erleiden’, mnl. quēlen ‘übel dran sein, betrübt sein’, aengl. cwelan ‘sterben’. Außergerm. sind vergleichbar lit. gélti ‘stechen, wehtun’, gėlà ‘heftiger Schmerz’, aslaw. žalъ ‘Grabmal’, russ. (älter) žal’ (жаль) ‘Mitleid, Bedauern’, air. atbaill ‘stirbt’, so daß von einer Wurzel ie. *gu̯el- ‘stechen, (stechender) Schmerz, Qual, Tod’ ausgegangen werden kann. quälen Vb. ‘unausgesetzt Leid, Schmerz zufügen’. Das schwache Verb ahd. quellen ‘plagen, martern’ (8. Jh.), mhd. queln ‘drängen, drücken, plagen, peinigen’, asächs. quellian ‘martern, töten’, afries. quella, aengl. cwellan ‘töten, morden’, engl. (dichterisch) to quell ‘unterdrücken’, anord. kvelja ‘plagen, martern’ ist als Kausativum (germ. *kwaljan) zu dem oben genannten starken Verb gebildet; es wird später im Dt. als Ableitung von Qual empfunden und in der Schreibweise diesem angeglichen. Quälgeist m. ‘jmdn. hartnäckig bedrängender, aufdringlicher Mensch’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Agonie · ↗Pein · Qual · ↗Quälerei · ↗Strapaze · ↗Tortur  ●  ↗Hölle  ugs.
Synonymgruppe
Mühe · ↗Mühsal · ↗Plage · Qual · ↗Quälerei  ●  ↗Plackerei  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Elend · ↗Leid · ↗Leiden · ↗Plage · Qual

Typische Verbindungen
computergeneriert

Demütigung Eifersucht Erlösung Hölle Leid Leiden Lust Pein Schmerz Verdammter Wahl durchleiden entsetzlich erdulden erlitten erlösen ersparen furchtbar höllisch körperlich lindern physisch psychisch seelisch unendlich unerträglich unsäglich unvorstellbar verstummen winden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Qual‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nichts bleibt unversucht und der Investor hat im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der Wahl.
Die Welt, 08.10.2004
Aber selbst wenn die Unternehmen verstärkt auf solche Verfahren zurückgreifen wollten, hätten sie die Qual der Wahl.
Der Tagesspiegel, 16.02.2002
Das war einmal - wie lang ist es her - dieses Leben mit seiner Qual, seiner Lust?
Wolf, Gerhard: Louis Fürnberg. In: Kaiser, Helmut (Hg.) Die Dichter des sozialistischen Humanismus, München: Dobbeck 1960, S. 95
Wer konnte ermessen, welche Qualen ihnen noch vor ihrem Tode bereitet waren!
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Der Abend, auf den ich mich so gefreut hatte, war für mich eine Qual.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1385
Zitationshilfe
„Qual“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Qual>, abgerufen am 17.09.2019.

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