Pusteblume, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungPus-te-blu-me (computergeneriert)
WortzerlegungpustenBlume
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich verblühter Löwenzahn, dessen zurückgebliebene Fruchtstände von Kindern gern weggepustet werden
Beispiele:
ein Garten, Wegrand mit flockigen Pusteblumen
Der Mensch ist wie eine Pusteblume am Rain ... Bei jedem Windstoß fliegt ein Teil davon [StrittmatterTinko55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pusten · Puste · Pusteblume · Pusterohr
pusten Vb. ‘blasen, Luft ausstoßen, (schwer) atmen, außer Atem sein, keuchen’. Mnd. nd. pūsten ‘blasen, hauchen’ wird im 18. Jh. in die hd. Literatursprache aufgenommen, erscheint jedoch vereinzelt bereits in Wörterbüchern des 15. Jhs. als frühnhd. pusten, busten und wohl schon um 1300 im Ordensland in einer Präfixbildung mhd. (md.) anbūsten ‘blasend anfachen’ (zu erschließen aus der Präteritalform būste an). Daneben steht diphthongiertes frühnhd. (md.) pausten (bei Luther ‘mit starkem Hauch redend hervorbringen’), das im Nhd. untergeht, in obd. pfausten ‘schnauben, schwer atmen, trotzen’ aber noch länger fortlebt; vgl. ferner nl. poesten ‘blasen’, schwed. pusta ‘keuchen, pusten, anblasen’. Weiterhin gehören hierzu (ohne t-Formans) spätmhd. pūsen, frühnhd. pausen, bausen ‘aufgeblasen sein, sich blähen, schwellen, strotzen’, nhd. ↗Pausback (s. d.), frühnhd. pfusen, pfausen ‘schnauben, blasen, schwer atmen’ (so noch obd., auch im Sinne von ‘schmollen, trotzen’). Umgangssprachlich jmdm. etw. pusten ‘geringschätzig blasen, schnauben, um seinen Unwillen kundzutun’ (19. Jh.), übertragen ‘jmdm. etw. verweigern’. Verwandt sind außerdem aengl. pos ‘Schnupfen’, anord. pūstr ‘Ohrfeige’, schwed. (mundartlich) pysa ‘schnauben, schwellen, überkochen’. Sie gehen sämtlich wie ↗Busen (s. d.) auf eine s-Erweiterung der ursprünglich wohl lautnachahmenden Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ zurück. Puste f. ‘Atem’, übertragen ‘Kraft zum Aushalten, Durchstehvermögen’ (19. Jh.), zu pusten; vgl. mnd. pūst ‘das Blasen’. Pusteblume f. verblühter Löwenzahn, dessen zurückgebliebene Fruchtstände von Kindern weggepustet werden (zuerst bezeugt im 19. Jh. in nd. Mundart, doch wohl älter). Pusterohr n. ‘Blasrohr’ zum Anfachen des Feuers (18. Jh.), dann auch Kinderspielzeug zum gezielten Fortblasen kleiner Kugeln oder Bolzen; vgl. mnd. pūster ‘Blasrohr, (kleiner) Blasebalg’.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Hundeblume · ↗Löwenzahn  ●  Saublume  schweiz. · Kettenkraut  ugs. · Laternenblume  ugs. · Milchstock  ugs. · Mönchsblume  ugs. · Pusteblume  ugs. · Schmalzbleaml  ugs. · Wiesenlattich  ugs.
Oberbegriffe
  • Blume  ●  Blühtrieb  fachspr. · blühender Trieb  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Samen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pusteblume‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kinder, die den Kühen vergeblich Pusteblumen hinhielten, fielen da kaum auf.
Süddeutsche Zeitung, 12.05.1999
Über seinen Kampf mit den Behörden legte er jetzt im Verlag Pusteblume eine Dokumentation vor.
konkret, 1981
Kinder schätzen den Löwenzahn als Pusteblume, weil seine leichten, federartigen Samen sich so schön wegblasen lassen.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 139
Ihre Lippen sind so voll, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass sie "Pusteblume" sagen kann.
Bild, 01.06.2002
An den Stellen, an denen die Pusteblume vermeintlich kitzelte, sind die Kapillargefäße und teilweise die Haut geplatzt.
C't, 2000, Nr. 14
Zitationshilfe
„Pusteblume“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Pusteblume>, abgerufen am 25.06.2019.

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