Puppe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Puppe · Nominativ Plural: Puppen
Aussprache
WorttrennungPup-pe
Wortbildung mit ›Puppe‹ als Erstglied: ↗Puppenbalg · ↗Puppenbett · ↗Puppenbühne · ↗Puppendoktor · ↗Puppenfilm · ↗Puppengeschirr · ↗Puppengesicht · ↗Puppenhaus · ↗Puppenhülle · ↗Puppenjunge · ↗Puppenkind · ↗Puppenkleid · ↗Puppenklinik · ↗Puppenkopf · ↗Puppenküche · ↗Puppenmutter · ↗Puppenmöbel · ↗Puppenruhe · ↗Puppenräuber · ↗Puppenspiel · ↗Puppenspielen · ↗Puppenspieler · ↗Puppenstube · ↗Puppenstuhl · ↗Puppentheater · ↗Puppentrickfilm · ↗Puppenwagen · ↗Puppenwiege · ↗Püppchen · ↗puppengesichtig · ↗puppenhaft · ↗puppenlustig
 ·  mit ›Puppe‹ als Letztglied: ↗Ameisenpuppe · ↗Aufziehpuppe · ↗Babypuppe · ↗Drahtpuppe · ↗Gelenkpuppe · ↗Gliederpuppe · ↗Gummipuppe · ↗Handpuppe · ↗Holzpuppe · ↗Klapperpuppe · ↗Kleiderpuppe · ↗Kornpuppe · ↗Käthe-Kruse-Puppe · ↗Lieblingspuppe · ↗Lockenpuppe · ↗Mamapuppe · ↗Marionettenpuppe · ↗Modepuppe · ↗Plastepuppe · ↗Porzellanpuppe · ↗Quietschpuppe · ↗Roggenpuppe · ↗Schlafpuppe · ↗Schmetterlingspuppe · ↗Schneiderpuppe · ↗Schreipuppe · ↗Sockenpuppe · ↗Stabpuppe · ↗Stoffpuppe · ↗Strohpuppe · ↗Teepuppe · ↗Zierpuppe · ↗Zuckerpuppe
 ·  formal verwandt mit: ↗Marzipanpüppchen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Nachbildung der Figur eines Menschen
a)
meist eines Kindes, die als Spielzeug für ein Kind, besonders ein Mädchen, dient
Beispiele:
das Mädchen spielt mit der Puppe, spielt viel mit Puppen
die Puppe an- und ausziehen, kämmen, schlafen legen
für die Puppe Kleider nähen
eine hübsche, große, abwaschbare, ausgestopfte Puppe
eine Puppe mit echtem, langem Haar, mit Schlafaugen
eine Puppe aus Zelluloid, Weichplastik
diese Puppe kann »Mama« sagen
bildlich von einer Frau
Beispiele:
ein verzogenes Püppchen
vertraulich du bist mein liebes, kleines Püppchen
abwertend sie ist nur ein Püppchen (= hübsch aussehend und zurechtgemacht, aber ohne innere Werte)
er hatte eine launische Puppe aus der Frau gemacht [Feuchtw.Goya21]
salopp, veraltend ansprechendes, hübsches Mädchen
Beispiel:
Neulohe war die Heimat einer süßen Puppe, namens Sophie [FalladaWolf1,10]
b)
Figur des Puppentheaters und Kasperletheaters, besonders Marionette
Beispiele:
die Puppen mit Hilfe der Finger tanzen, sich bewegen lassen
die Puppen hängen an Drahtseilen
abwertend, übertragen unselbstständiger, vom Willen anderer abhängiger Mensch, meist in verantwortlicher Stellung
Beispiele:
der König war nur eine Puppe, es regierte in Wahrheit der erste Minister
Und euer Führer und seine Propheten / Sind Puppen an Drähten [WeinertRufe187]
c)
Nachbildung der menschlichen Figur oder des Rumpfes zum Ausstellen oder Anprobieren von Kleidung
Beispiele:
die Puppen im Schaufenster neu anziehen
die halbfertige Kostümjacke hängt auf der Puppe, wird an der Puppe abgesteckt
2.
Zoologie in einem Ruhestadium befindliches Kerbtier in einer Hülle, in der es sich von der Larve zum geschlechtsreifen Insekt entwickelt, wobei die Organe eine tiefgreifende Umwandlung erfahren
Beispiele:
Puppen von Ameisen und Bienen
die Raupe wird zur Puppe
der Schmetterling sprengt seine Puppe
mich spannt etwas von innen, als müßte ich aus meiner Haut herausschlüpfen wie der Schmetterling aus seiner Puppe [St. ZweigNovellen1,146]
3.
landschaftlich Hocke
Beispiele:
Puppen aufstellen, umstellen
Getreide, die Garben auf dem Feld in Puppen setzen
das Getreide steht in Puppen
4.
salopp bis in die Puppen(übermäßig) lange
Beispiele:
bis in die Puppen schlafen, feiern, bleiben
Ich habe doch wahrhaftig noch nie daran gedacht, daß die Unteroffiziere nicht bis in die Puppen über ein so dürftiges Thema unterrichten können [RennAdel196]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Puppe · verpuppen · entpuppen · Puppenspiel · Puppenspieler
Puppe f. ‘Nachbildung einer menschlichen Gestalt als Spielzeug’, Entlehnung (15. Jh.) aus vlat. puppa, einer affektischen Weiterbildung von lat. pūpa ‘(Spiel)puppe, kleines Mädchen’; älteres heimisches Docke wird auf mundartlichen Gebrauch zurückgedrängt. Puppe bezeichnet zunächst das Spielzeug, später die ‘Figur des Puppen- und Kasperletheaters, Marionette’ (18. Jh.), dann die ‘Figur zum Ausstellen oder Anprobieren von Kleidung, Kleiderpuppe’ (2. Hälfte 19. Jh.). Ferner steht es (wie das lat. Vorbild) für ‘junges Mädchen’, oft in der Verkleinerungsform Püppchen (16. Jh.), neuerdings auch Puppchen, sowohl als Ausdruck der Zärtlichkeit oder Kleinheit als auch in abschätzigem Sinne ‘putzsüchtiges, auf Äußerlichkeiten Wert legendes Mädchen’, landschaftlich ‘Hure’. Die Zoologie übernimmt lat. pūpa, nhd. Puppe als Ausdruck für das in einer Hülle befindliche Insekt im letzten Entwicklungsstadium, in dem es sich von der Larve zur geschlechtsreifen Imago verwandelt (18. Jh.). An diese Bedeutung schließen sich die abgeleiteten Präfixverben verpuppen Vb. (reflexiv) ‘sich zur Puppe bilden’ (von der Larve) und entpuppen Vb. (reflexiv) ‘aus einer Puppe schlüpfen, zum Insekt werden’ an, letzteres oft übertragen im Sinne von ‘sein wahres Gesicht zeigen, sich anders zeigen, als man erwartet hat, sich überraschend als der herausstellen, der man in Wirklichkeit ist’ (beide 1. Hälfte 19. Jh.). Landschaftlich (besonders omd.) steht Puppe für ‘mehrere, zu einer kleinen Gruppe zum Trocknen aufrecht zusammengestellte Getreidegarben, Hocke’. Die Redensart bis in die Puppen ist berlin. Ursprungs und bedeutet ‘wer weiß wie weit, sehr weit’, dann auch zeitlich ‘wer weiß wie lange, übermäßig lange’; sie soll sich zunächst auf die am Großen Stern im Berliner Tiergarten aufgestellten Statuen (im Volksmund Puppen, entsprechend Puppenplatz für den Großen Stern) und den bis dorthin für die damaligen Bewohner der Stadt weiten Weg beziehen; doch fehlt für diese Erklärung der Beweis. Puppenspiel n. ‘alte volkstümliche Kunst der theatralischen Darstellung mit Hand-, Stabpuppen oder Marionetten’ (1. Hälfte 18. Jh.), früher ‘das Spielen mit Puppen’ (16. Jh.). Puppenspieler m. ‘wer Puppenspiele vorführt’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Marionette · Puppe · Puppenfigur
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Attrappe · ↗Dummy · Puppe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blechspielzeug Holzspielzeug Kuscheltier Larve Marionette Maske Modelleisenbahn Plüschtier Porzellan Puppe Raupe Schmetterling Spielzeug Stofftier Teddy Teddybär Zubehör aufblasbar aufgezogen hölzern lebensgroß mechanisch menschengroß schnitzen selbstgebastelt sprechend süß tanzen verbrennen überlebensgroß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Puppe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hat immer alles aufgebaut, und dann bin ich verschwunden, und sie saß mit den Puppen allein da.
Bild, 04.02.2003
Ich entdecke die Welt der Puppen daher erst im reifen mütterlichen Alter.
Der Tagesspiegel, 07.01.2001
Erst gegen 1690 erscheinen zum ersten Male Puppen mit Beinen.
Rumpf, Fritz: Zur Geschichte des Theaters in Japan. In: Glaser, Curt (Hg.), Japanisches Theater, Berlin-Lankwitz: Würfel-Verl. 1930, S. 378
Ihre Puppe hatte sie gleich mitgebracht, und da wir beide nicht geizig waren, so fütterten wir sie gemeinsam.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 694
Er wurde alsdann hinausgeschickt, und es wurde an derselben Stelle das Abschlachten einer Puppe markiert.
Friedländer, Hugo: Ein »Ritualmord«-Prozeß. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 17675
Zitationshilfe
„Puppe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Puppe>, abgerufen am 16.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Püppchen
pupipar
Pupinspule
Pupillenstarre
Pupillenerweiterung
puppen
Puppenbalg
Puppenbett
Puppenbühne
Puppendoktor