Prothese, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Prothese · Nominativ Plural: Prothesen
Aussprache
WorttrennungPro-the-se (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Prothese‹ als Erstglied: ↗Prothesenträger  ·  mit ›Prothese‹ als Letztglied: ↗Armprothese · ↗Gefäßprothese · ↗Plattenprothese · ↗Totalprothese
 ·  mit ›Prothese‹ als Grundform: ↗prothetisch
eWDG, 1974

Bedeutung

künstlicher Ersatz eines amputierten, entfernten oder fehlenden Körperteils, besonders der Gliedmaßen, Zähne
Beispiele:
eine Prothese tragen
die Prothese (= Zahnprothese) herausnehmen und reinigen
Seine Prothese knarrte, als er zum Schreibtisch ging ... und er spürte den Schmerz in seinem Beinstumpf [AnderschSansibar12]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prothese f. ‘künstlicher Körperteil, Zahnersatz’. Zufrühest Prosthesis ‘künstlicher Ersatz eines fehlenden Körperteils’ (Anfang 18. Jh.), Übernahme von spätlat. prosthesis, griech. prósthesis (πρόσθεσις) ‘Zusatz, speziell das Zusetzen eines oder mehrerer Buchstaben am Wortbeginn’; vgl. griech. prós (πρός) Adv. und Präp. ‘überdies, dazu, von … her, bei, an, zu … hin, gegenüber, angesichts’ und griech. thésis (θέσις) ‘das Aufstellen’ (s. ↗These). Daneben tritt gleichbed. Prothesis (1. Hälfte 19. Jh.), spätlat. prothesis, griech. próthesis (πρόθεσις) ‘das Vor-, Ausstellen’; vgl. griech. pró (πρό) ‘voran, vorwärts, vorher, vor’ (s. ↗pro). Daraus entwickelt sich (Anfang 20. Jh.) Prothese ‘künstlicher Körperteil’ (daneben Prothetik ‘Kunstgliederbau, Lehre vom künstlichen Ersatz eines fehlenden Körperteils’). Älter sind in der Sprachwissenschaft Prosthesis (Mitte 17. Jh.) und Prothesis (Ende 17. Jh.) ‘durch Verwischen der Wortgrenzen bedingte Anfügung von Lauten an den Anfang eines Wortes’; hier gelten beide Formen nebeneinander, heute Prosthese und Prothese.

Thesaurus

Synonymgruppe
Prothese [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anfertigung Einsetzen Füllung Gehhilfe Gelenk Haltbarkeit Herzschrittmacher Hörgerät Implantat Implantation Krone Krücke Laufen Rollstuhl Stumpf Stützstrumpf Titan Zahnersatz anschnallen computergesteuert fortbewegen gesteuert herausnehmbar implantieren implantiert myoelektrisch nervengesteuert neuartig neuronal zementiert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Prothese‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dank guter Prothesen kann der kräftige Mann sich nahezu ungehindert fortbewegen.
Die Welt, 09.10.2004
Aber sind die verhüllten Fressen im Fernsehen nicht ebenso am besten beschrieben mit der Wendung »posthumane Prothesen«?
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 205
In zwei bis drei Monaten soll sie ihre erste Prothese bekommen.
Der Tagesspiegel, 05.07.1999
Er hatte die Prothese wieder festgeschnallt und war ans Fenster gehumpelt.
Andersch, Alfred: Sansibar oder der letzte Grund, Olten: Walter 1957 [1957], S. 62
Als Maurer werde er immer sein Auskommen finden, und mit einer Hand und einer Prothese könne er sicherlich arbeiten.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 90
Zitationshilfe
„Prothese“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Prothese>, abgerufen am 17.10.2019.

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