Potenz, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Potenz · Nominativ Plural: Potenzen
Aussprache
WorttrennungPo-tenz (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Potenz‹ als Erstglied: ↗Potenzpille · ↗Potenzsteigerung · ↗potentiell · ↗potenziell · ↗potenzieren
 ·  mit ›Potenz‹ als Letztglied: ↗Arbeitspotenz · ↗Dezimalpotenz · ↗Hochpotenz · ↗Impotenz · ↗Omnipotenz · ↗Verteidigungspotenz
 ·  formal verwandt mit: ↗potent
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
a)
Fähigkeit des Mannes, den Geschlechtsakt zu vollziehen; Zeugungsfähigkeit
b)
sexuelle Leistungsfähigkeit
2.
bildungssprachlich
a)
Leistungsfähigkeit, Stärke
b)
jmd., der auf einem bestimmten Gebiet große Potenz besitzt
3.
Mathematik Produkt, das entsteht, wenn eine Zahl, ein mathematischer Ausdruck (mehrfach) mit sich selbst multipliziert wird
4.
Medizin Grad der Verdünnung eines homöopathischen Mittels
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Potenz · potent · potenzieren · Potentat · Potential · potentiell · impotent · Impotenz
Potenz f. ‘Kraft, Macht, Wirksamkeit, Leistungsfähigkeit, Stärke’ (16. Jh.), ‘Fähigkeit des Mannes zum Geschlechtsverkehr, zur Zeugung’ (19. Jh., als Gegenwort zu voraufgehendem Impotenz, s. unten), auch ‘Herrschergewalt, politische Macht’ (17. Jh.), in der Mathematik ‘Produkt mehrerer gleicher Faktoren’ (Anfang 18. Jh.), aus lat. potentia ‘Vermögen, Kraft, Macht, Gewalt, (Ober)herrschaft’, abgeleitet von lat. potēns (s. unten). potent Adj. ‘stark, einflußreich, zahlungskräftig, leistungsfähig’ (um 1800), ‘fähig zum Geschlechtsverkehr, zeugungsfähig’ (20. Jh., als Gegenwort zu voraufgehendem impotent, s. unten), aus lat. potēns (Genitiv potentis) Part.adj. ‘mächtig, vermögend, fähig, einflußreich, stark’, eigentlich Part. Präs. zu einem untergegangenem Verb lat. *potēre ‘können’ (vgl. lat. posse). potenzieren Vb. in der Mathematik ‘eine Zahl mehrfach mit sich selbst multiplizieren’, allgemein ‘erhöhen, steigern, verstärken’ (19. Jh.), abgeleitet von Potenz. Potentat m. ‘Machthaber, Herrscher, regierender Fürst’ (16. Jh.), aus lat. potentātus ‘Vermögen, Kraft, Macht, Oberherrschaft’, mlat. (Plur.) ‘die Mächtigen’. Potential n. ortsabhängige Größe zur Beschreibung eines magnetischen bzw. elektrischen Feldes (Gauß 1836/1840), allgemein ‘Gesamtheit der vorhandenen Mittel und Möglichkeiten, Wirkungs-, Leistungsfähigkeit’, substantiviert aus spätlat. potentiālis ‘mächtig, wirksam, möglich’. potentiell Adj. ‘möglich, denkbar, der Anlage, der Möglichkeit nach wirkungsfähig’ (Mitte 19. Jh.), frz. potentiel, spätlat. potentiālis (s. oben). impotent Adj. ‘nicht mächtig, nicht fähig’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘zum Geschlechtsverkehr, zur Zeugung nicht fähig’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘untüchtig, nicht schöpferisch’ (20. Jh.), lat. impotēns (Genitiv impotentis) ‘nicht mächtig, schwach’. Impotenz f. ‘Unfähigkeit des Mannes zum Geschlechtsverkehr, zur Zeugung’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘Schwäche, Untüchtigkeit, Unfähigkeit zu schöpferischer Leistung’ (20. Jh.), lat. impotentia ‘Unvermögen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(männliche) Geschlechtsreife · ↗Manneskraft · ↗Männlichkeit · Potenz · ↗Virilität · ↗Zeugungsfähigkeit · ↗Zeugungskraft  ●  ↗Mannbarkeit  veraltend
Mathematik
Synonymgruppe
Macht · ↗Mächtigkeit · Potenz
Mathematik
Synonymgruppe
Größenordnung · Potenz
Unterbegriffe
  • Stufenzahl · Zehnerpotenz
Synonymgruppe
Durchsetzungsfähigkeit · ↗Einfluss · ↗Entscheidungsmacht · ↗Macht · ↗Machtfülle  ●  Potenz  lat.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktualisierung Impotenz Libido Logarithmus Windgeschwindigkeit aufklärerisch dichterisch erzählerisch finanziell geistig intellektuell kreativ künstlerisch lyrisch männlich orgastisch pekuniär pharmakologisch poetisch prahlen produktiv protzen schauspielerisch schöpferisch sexuell spielerisch unerschöpflich wirtschaftlich zerstörerisch ökonomisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Potenz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ständig sieht er seine Potenz bedroht, wird langsam kauzig, bleibt schließlich unglücklich allein.
Der Tagesspiegel, 11.02.2000
Dies macht die produktive Potenz einer rein reproduktiven Tätigkeit aus.
Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 1049
So werden durch die gesellschaftliche Kontrolle auch neue schöpferische Potenzen wirksam.
Einheit, 1971, Nr. 6, Bd. 26
Ich hatte eigentlich alles, nur die poetische Potenz hatte ich verloren.
Die Zeit, 01.10.1965, Nr. 40
Das Böse ist vielmehr das Wesen der Welt, eine kosmische Potenz.
Taubes, Jacob: Abendländische Eschatologie, München: Matthes und Seitz, 1991 [1947], S. 27
Zitationshilfe
„Potenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Potenz>, abgerufen am 25.04.2019.

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