Plage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Plage · Nominativ Plural: Plagen
Aussprache
WorttrennungPla-ge (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Plage‹ als Letztglied: ↗Bremsenplage · ↗Fliegenplage · ↗Heuschreckenplage · ↗Insektenplage · ↗Landplage · ↗Maikäferplage · ↗Mottenplage · ↗Mäuseplage · ↗Mückenplage
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
anhaltende Beschwerde, Qual
Beispiele:
eine schreckliche, schlimme, unerträgliche, lästige Plage
dies alles macht ihm das Leben zur Plage
sie ertrug alle Plagen mit Geduld
die Maikäfer sind in diesem Jahr eine (große, wahre) Plage
er war früh zermürbt, sein Leib / von Plagen (= Gebrechen) heimgesucht [ZuckmayerBlombergVorsp.]
2.
umgangssprachlich (mühevolle, schwere) Arbeit, (große) Mühe
Beispiele:
sie hatte die ganze Plage mit dem Umzug
Die Stiefel herunterzuzerren war keine geringe Plage [DodererLederbeutelchen56]
seine Plage mit jmdm., etw. habenUnannehmlichkeiten mit jmdm., etw. haben
Beispiele:
man hat so, schon seine Plage mit dir!
er hatte seine Plage mit dem Unkraut im Garten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plage · plagen · placken · Plackerei
Plage f. ‘mühsame, schwere Arbeit, Mühe, anhaltende lästige Beschwerde’, mhd. mnd. plāge, mhd. auch pflāge, vlāge, mnl. plāghe ‘himmlische Strafe, Mißgeschick, Qual, Not’, nl. plaag, mengl. plage, engl. plague ‘Qual, Seuche, Pest’ sind Entlehnungen aus lat. plāga ‘Schlag, Streich, Hieb, Stoß, Schaden, Wunde’. plagen Vb. ‘quälen, belästigen, schinden’, ahd. (11. Jh.), mhd. mnd. plāgen, mnl. plāghen ‘mit göttlichen Strafen heimsuchen, strafen, züchtigen’, nl. plagen, engl. to plague, schwed. plåga sind entweder entlehnt aus kirchenlat. plāgāre ‘schlagen, verwunden, peinigen’ oder Ableitungen vom (allerdings erst später bezeugten) Substantiv (s. oben). Sowohl Plage als auch plagen beziehen sich zunächst (bis 16. Jh.) in religiösem Sinne auf von Gott gesandte Strafen, göttliche Heimsuchungen (zumal die im Alten Testament beschriebenen sogenannten biblischen bzw. ägyptischen Plagen, kirchenlat. plāgae); danach stehen Substantiv und Verb in abgeschwächtem Sinne für ‘Last, Mühsal’ bzw. ‘quälen, belästigen’, reflexiv ‘sich abmühen’. placken Vb. ‘lästig quälen, angestrengt und mühselig arbeiten’, eine umgangssprachliche Intensivbildung (15. Jh.) zu plagen; heute fast nur noch reflexiv ‘sich abquälen, abmühen’; dazu Plackerei f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Plage · ↗Ärgernis  ●  ↗Schererei  ugs.
Assoziationen
  • Konflikte · Probleme · ↗Schererei(en) · ↗Streit · ↗Stress · ↗Unmut · ↗Ärger · Ärgerlichkeiten  ●  (der) Haussegen hängt schief  ugs., fig. · (die) Kacke ist am dampfen  derb, fig. · Huddel  ugs., saarländisch · ↗Krach  ugs. · Misshelligkeiten  geh. · ↗Theater  ugs. · ↗Trouble  ugs., engl. · Verdrießlichkeiten  geh., selten
Synonymgruppe
Bürde · ↗Crux · ↗Fron · ↗Joch · ↗Knechtschaft · ↗Kreuz · ↗Krux · ↗Last · Plage  ●  ↗Mühlstein (an jemandes Hals)  fig.
Synonymgruppe
Mühe · ↗Mühsal · Plage · ↗Qual · ↗Quälerei  ●  ↗Plackerei  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Elend · ↗Leid · ↗Leiden · Plage · ↗Qual
Synonymgruppe
Epidemie · Geißel der Menschheit (lit.; journalistisch) · ↗Landplage · ↗Massenepidemie · ↗Massenerkrankung · Plage · ↗Seuche  ●  Gottesgeißel  veraltet · ↗Pestilenz  fig.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dürre Gewerkschaftsfunktionär Heuschrecke Menschheit Moskito Mücke Mühe Mühsal Pest Plage Seuche Tuberkulose Wohltat apokalyptisch arg auswachsen biblisch eindämmen elft heimsuchen hereinbrechen lästig regelrecht schlimm unerträglich wahr ziemlich zwangvoll Überschutz ägyptisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Plage‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie fordert auch die Stadt auf, gegen die Plage vorzugehen.
Süddeutsche Zeitung, 07.08.2004
Für Frauen stellt er die womöglich noch größere Plage dar.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 305
Seit hundert Jahren versucht sie, sich - ziemlich erfolgreich - von den schlimmsten Plagen zu befreien.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7
Und was in aller Welt sind „zur Sau gemachte Plagen“?
Die Zeit, 31.07.1964, Nr. 31
Ein Kind ist die Plage der Mutter, aber die Freude des Vaters.
Krüss, James: Mein Urgroßvater und ich, Hamburg: Oetinger 1959, S. 85
Zitationshilfe
„Plage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Plage>, abgerufen am 15.07.2019.

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