Placken, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Plackens · Nominativ Plural: Placken
Aussprache
WorttrennungPla-cken
eWDG, 1974

Bedeutung

landschaftlich
1.
(besonders) norddeutsch verunreinigte oder andersfarbige Stelle, Fleck
Beispiele:
er hat einen Placken auf der Hose
die Placken [auf dem Mantel] verwischten sich [FalladaBlechnapf92]
2.
(kleines) Stück Land, Fläche
Beispiel:
sieht man hoch oben ... einen sonderbar abgegrenzten Placken von ewigem Schnee [ZuckmayerBauer98]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plakat · Placken · Plakette
Plakat n. ‘öffentlich angebrachte, großformatige Bekanntmachung, Maueranschlag, Werbeanzeige’, Übernahme (16. Jh.) von mnl. plackaet, plackaert ‘schriftliches, gesiegeltes Dokument, obrigkeitliche öffentliche Bekanntmachung’, nl. plakaat, entlehnt aus mfrz. frz. placard ‘(gesiegelte) Urkunde, Akten-, Schriftstück, öffentlich angeschlagene Bekanntmachung’, zu mfrz. frz. plaquer ‘auflegen, anbringen, überziehen’, auch ‘ein Siegel anbringen, siegeln’. Dies geht wiederum zurück auf mnl. placken ‘klecksen, (be)sudeln, (be)schmieren, schlagen’ (also wohl auch ‘ein Siegel aufsetzen, eindrücken’), auch ‘(eine Mauer, eine Wand) mit Lehm, Kalk bewerfen’ (woraus gleichbed. afrz. plaquier), nl. plakken ‘(an-, auf)kleben’, abgeleitet von mnl. placke ‘Fleck, Klecks, Lappen, Fetzen, Münze’; vgl. mnd. placken ‘ankleben, anheften, einen Flicken auflegen, Flecke machen’, plack(e), nd. Placken m. ‘Flecken, Lappen, Fetzen’. Wahrscheinlich sind, ausgehend von ‘Klecks, Fleck’ und ‘kleben, schmieren, schlagen’, die genannten Wörter aus der Lehmverarbeitung zu erklären und geben lautmalend den Vorgang des Bewerfens wieder. Plakette f. ‘kleine, meist geprägte Platte mit einer Reliefdarstellung’ (Anfang 20. Jh.), frz. plaquette (16. Jh.), eigentlich ‘kleine Platte’, Deminutivum von mfrz. frz. plaque ‘(Metall)platte’, zu mfrz. frz. plaquer (s. oben), hier im Sinne von ‘dünne, flache (Metall)platten zusammendrücken, mit etw. überziehen, belegen’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

dick

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Placken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch die Bewegungen brachen die weißen Placken in kleine Schuppen auseinander.
Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 127
So könnte es Stellen geben, wo ein kleiner Stoß reicht, um ganze Placken zu lösen.
Der Tagesspiegel, 21.11.2003
Gelegentlich verschmelzen sie auch zu münzgroßen Placken, mitunter halten sie, wie in einem gläsernen Sarg, ein totes Insekt gefangen.
Die Zeit, 15.10.1993, Nr. 42
Ich erkannte nur breite, eintönige Farbfelder oder wirres Liniengestrüpp oder strenge bunte Streifen oder auslaufende, übereinandergewischte Placken, aufgeschlagenes Grün, Rot und Braun, wilde, gesprengte Ornamente.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 259
Beim Fachbereich Verwaltungslehre in der Johnsallee blättert die Farbe sogar in großen Placken ab.
Bild, 08.02.2001
Zitationshilfe
„Placken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Placken>, abgerufen am 20.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Plack
Placitum
Placierung
placiert
placieren
Plackerei
pladdern
plädieren
Plädoyer
Plafond