Placebo, das

Alternative SchreibungPlazebo
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Placebos · Nominativ Plural: Placebos
Aussprache
WorttrennungPla-ce-bo · Pla-ze-bo
Rechtschreibregeln§ 32 (2)
Wortbildung mit ›Placebo‹ als Erstglied: ↗Placeboeffekt · ↗Placebogruppe
DWDS-Vollartikel, 2017

Bedeutung

Medizin suggestiv wirkendes Arzneimittel ohne medizinisch relevante Inhaltsstoffe, das einen Placeboeffekt haben kann
Synonym zu Scheinmedikament
Beispiele:
Placebos nennt man Scheinmedikamente, die keinen speziellen Wirkstoff enthalten – zumindest keinen gegen die Krankheit, die sie kurieren sollen. Meist handelt es sich bei ihnen um völlig harmlose Zuckerpillen und Kochsalzlösungen. Dennoch können sie wie echte Medikamente Krankheitssymptome deutlich bessern, wenn der Patient an ihre Wirksamkeit glaubt. [Apothekenumschau, 25.01.2017, aufgerufen am 14.11.2017]
Dass es bei Schmerzen einen starken Placebo-Effekt gibt, ist nichts Neues. Bei einer Untersuchung mit Migräne-Patienten etwa erreichte ein Placebo 60 Prozent der Stärke des echten Medikaments. Dass das getestete Produkt sogar schlechter abschneidet als das Placebo, ist jedoch erstaunlich. [Spiegel, 15.02.2017 (online)]
Ein Placebo wirkt nicht durch seine Inhaltsstoffe, sondern dadurch, dass der Arzt es verabreicht. [Placebo und Placebo-Effekt, aufgerufen am 14.11.2017]
Nach einem halben Jahr verbesserte sich bei jenen Alzheimer-Patienten, die das Medikament bekommen hatten, in den einschlägigen Tests die geistige Leistungsfähigkeit, während sich bei den Einnehmern des Placebos Gedächtnis und Selbstständigkeit im Lauf der Zeit erwartungsgemäß verschlechterten. [Die Zeit, 10.03.2010 (online)]
Früher half man sich mit der Erklärung, daß eine Krankheit eben zweierlei sei: ein organisches Geschehen und seine »Repräsentation« im Kopf, der Schmerz und das Leiden – und das Placebo wirke nur auf letztere ein. Richtig daran ist wohl dies: Je größer die Angst, die mit einer Erkrankung einhergeht, um so stärker ist der Placeboeffekt; und wenn das Placebo wirkt, schwindet auch die Angst. [Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42]
Jeweils ein Viertel der Probandinnen sollte anschließend täglich Tabletten einnehmen, die 400, 200 oder 100 Mikrogramm Folsäure oder aber ein unwirksames Scheinpräparat (Plazebo) enthielten. [Berliner Zeitung, 07.01.1998]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein wirkstoffloses, unwirksames, harmloses Placebo
als Aktivsubjekt: ein Placebo verabreichen, schlucken, einnehmen
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Wirkung von Placebos; [jmdn., etw.] mit Placebos behandeln

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Medikament ohne Wirkstoffe · Placebo · Scheinarznei · Scheinarzneimittel · ↗Scheinmedikament
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anti-Baby-Pille Arznei Einnahme Medikament Medizin Präparat Tablette Therapie Wirksamkeit Wirkstoff Wirkung behandeln einnehmen entfalten erhalten harmlos rein schlucken sogenannt testen teuer unwirksam verabreichen vergleichen verschreiben verteilen wirken wirkstofffrei wirkstofflos wirkungslos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Placebo‹.

Zitationshilfe
„Placebo“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Placebo>, abgerufen am 14.11.2019.

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