Plädoyer, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Plädoyers · Nominativ Plural: Plädoyers
Aussprache
WorttrennungPlä-do-yer (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Plädoyer‹ als Letztglied: ↗Schlussplädoyer
eWDG, 1974

Bedeutung

Jura abschließende, zusammenfassende Rede des Staatsanwaltes oder Verteidigers vor Gericht
Beispiel:
am Ende der Hauptverhandlung, nach Abschluss der Beweisaufnahme hielt der Staatsanwalt, Verteidiger das Plädoyer
übertragen
Beispiel:
Es [die Rede] war ein scherzhaftes Plädoyer über das gesellige Trinken [KasackStadt495]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

plädieren · Plädoyer
plädieren Vb. (auch plaidieren, bis ins 20. Jh.) ‘eine Sache vor Gericht mündlich vortragen und vertreten’ (18. Jh.), dann allgemein ‘etw. vertreten, für etw. eintreten, etw. befürworten’ (20. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. plaider, afrz. plaidier ‘Gericht halten, reden (vor Gericht), prozessieren’, abgeleitet von afrz. plait ‘Rechtsspruch, Verhandlung vor Gericht, Streit, Abkommen, Angelegenheit’ (frz. plaid m.), aus mlat. placitum ‘Gerichtstag, -verhandlung’, spätlat. ‘Pakt, Vertrag, Vorsatz, Entschluß, Gefallens-, Willensbekundung’, lat. ‘Lehrmeinung, Überzeugung, Meinung, Erlaß’, substantiviertem Neutrum des Part. Perf. von lat. placēre ‘gefallen, gut finden, wofür stimmen’. Plädoyer n. ‘Vortrag der Prozeßparteien in der gerichtlichen Hauptverhandlung’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von gleichbed. mfrz. frz. plaidoyer, dieses wohl als substantivierter Infinitiv aufgefaßt im Unterschied zu voraufgehendem afrz. plaidoiié ‘Verhandlung vor Gericht’, substantiviertem Part. Perf. von afrz. plaidoiier ‘vor Gericht reden, einen Rechtsstreit führen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Plädoyer · ↗Schlussrede · ↗Schlussvortrag
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschaffung Anklage Ankläger Beibehaltung Bundesanwalt Bundesanwaltschaft Erhalt Landgericht Menschlichkeit Nebenklage Nebenkläger Plädoyer Staatsanwalt Staatsanwaltschaft Staatsanwältin Todesstrafe Toleranz Vergessen Verteidiger Verteidigung bewegend brillant eindringlich engagiert feurig flammend fulminant leidenschaftlich vehement überzeugend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Plädoyer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er ist ein Plädoyer dafür, ein einmal als richtig erkanntes Ziel konsequent zu verfolgen.
Der Tagesspiegel, 23.03.1999
Auf die ökonomischen Probleme geht er in seinem konservativ wirkenden Plädoyer kaum ein.
Süddeutsche Zeitung, 16.10.1996
In Ihrem Plädoyer können Sie natürlich alle von Ihnen gewünschten Argumente vorbringen.
o. A.: Zweihundertfünfter Tag. Freitag, 16. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5427
Buck hatte sich nicht entblödet, sie zu seinem Plädoyer einzuladen!
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 209
Aber gerade um 2.00 Uhr wird dann mein Plädoyer unterbrochen.
o. A.: Einhundertachtundsiebzigster Tag. Montag, 15. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 13530
Zitationshilfe
„Plädoyer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Plädoyer>, abgerufen am 23.09.2019.

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