Pikanterie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pikanterie · Nominativ Plural: Pikanterien
Aussprache
WorttrennungPi-kan-te-rie (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Reiz
entsprechend der Bedeutung von pikant (Lesart 2)
Beispiele:
die helle, weiche Hertefeld von einer Pikanterie und Anmut, die an jedem anderen Hofe etwas bedeutet hätten [B. FrankTrenck59]
Aber der Sinn für die Pikanterie gewisser Widersprüche fehlt mir nicht [Ch. WolfGeteilter Himmel234]
2.
entsprechend der Bedeutung von pikant (Lesart 3)
Beispiele:
Pikanterien (= pikante Geschichten, Witze) erzählen
in dem ihre unnachahmliche Anmut und Keuschheit über die beabsichtigte Pikanterie des Stückes hinwegtäuschte [WintersteinLeben2,69]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pikant · Pikanterie
pikant Adj. ‘scharf, bissig, stichelnd, spitz (von Wort und Rede)’ (Ende 17. Jh., häufiger 19. Jh.), ‘wohlschmeckend, kräftig gewürzt’ (Anfang 18. Jh.), auch ‘anregend, reizvoll, prickelnd’ (von der äußeren Erscheinung des Menschen, seinem Gesichtsausdruck, seiner Kleidung, Wesensart, 2. Hälfte 18., vor allem 19. Jh.), Entlehnung von gleichbed. frz. piquant, eigentlich ‘stechend, spitzig, stachelig’, Part. Präs. zu frz. piquer ‘stechen, anspornen, reizen, schlagen’ (zur weiteren Herkunft s. ↗pikiert). Pikanterie f. ‘reizvolle Note, Anzüglichkeit’, auch ‘feine Würzigkeit’, französierende Ableitung von pikant (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
eigenartiger Reiz  ●  Pikanterie  fachspr.
Synonymgruppe
Anstößigkeit · ↗Anzüglichkeit · ↗Frivolität · ↗Obszönität · Pikanterie · ↗Schamlosigkeit · ↗Schlüpfrigkeit · ↗Zweideutigkeit · sexuelle Anspielung
Assoziationen
  • verfänglicher Witz  ●  ↗Zote  Hauptform · schlüpfriger Witz  variabel · schmutziger Witz  ugs. · versauter Witz  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Rand bergen besonder entbehren erotisch gewiss rhythmisch verleihen zusätzlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pikanterie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Nachsehen hätten dann die Bayern, und das ist nicht ohne Pikanterie.
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2001
Daß diese Revolution der Tradition zugute kommt, macht die Pikanterie aus.
Die Zeit, 30.11.1984, Nr. 49
Eine Pikanterie reiht er ohne logischen Zusammenhang an die andere, auf diese Weise muß er sich bald erschöpfen.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Die liberalkonservative Wertschätzung der neuen Naturwissenschaft vom Menschen trotz ihrer häretischen Umwälzungen war nicht ohne Pikanterie, aber jedenfalls gut begründet.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 268
Er hat etwas von Offenbachs musikalischer Pikanterie, von Mozarts Anmut und Heiterkeit.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 145
Zitationshilfe
„Pikanterie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Pikanterie>, abgerufen am 25.08.2019.

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