Pietist, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungPi-etist · Pie-tist (computergeneriert)
GrundformPietismus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pietät · Pietismus · Pietist · pietistisch
Pietät f. ‘Ehrfurcht, dankbares Gedenken, Frömmigkeit, ehrerbietige Rücksichtnahme’, entlehnt (2. Hälfte 16. Jh.) aus lat. pīetās (Genitiv pīetātis) ‘auf sittlichem Empfinden und auf Verehrung beruhendes Pflichtgefühl, Liebe (zu Verwandten, zum Vaterland), Sanftmut, Barmherzigkeit’, zu lat. pīus ‘rechtschaffen, gottesfürchtig, gewissenhaft, zärtlich, gütig’; zuvor (15./16. Jh.) übersetzt mit mildicheit, gunstig gemute, christenlich verbintnuß, glubd des thauffs. Pietismus m. gegen die dogmatisch erstarrte protestantische Orthodoxie, später auch gegen die Aufklärungsideologie gerichtete, stark gefühlsbetonte Frömmigkeit, die ein tätiges Christentum anstrebt, von den Gegnern spöttisch im Sinne von ‘Frömmelei, Frömmlertum’ gebraucht; nlat. Bildung (2. Hälfte 17. Jh.) zu lat. pīetās (s. oben), zuerst als Scheltname, wie auch Pietisterei (Ende 17. Jh.), für die von Spener 1670 in Frankfurt a. M. eingerichteten Collegia pietatis (gottesdienstliche Hausandachten). Pietist m. ‘Anhänger des Pietismus’, zuerst Spottname für die Anhänger Speners, ‘Frömmler, Mucker’ (2. Hälfte 17. Jh.); pietistisch Adj. (2. Hälfte 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lutheraner fromm schwäbisch württembergisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pietist‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anders als die Jesuiten waren Pietisten nie für ihr Theater berühmt.
Die Welt, 16.12.2005
H. gehörte zu jenen Pietisten, die reformatorische Anliegen in der Kirche wachhalten wollten.
Fornaçon, S.: Hiller. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 14702
Damit wird die Abneigung der Pietisten gegen die Kirche verständlich.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 322
Tätigkeit hat ihn hier einmal fast dazu geführt, als »sogenannter Pietist« von Stadt und Land verwiesen zu werden.
Oberdörffer, Fritz: Niedt. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 40720
Fink ist Kind württembergischer Pietisten, die nach Bessarabien ausgewandert waren.
Süddeutsche Zeitung, 09.06.1999
Zitationshilfe
„Pietist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Pietist>, abgerufen am 20.10.2019.

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