Phlegma, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Phlegmas · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungPhleg-ma
HerkunftGriechisch
eWDG, 1974

Bedeutung

phlegmatische Veranlagung
Beispiele:
ein angeborenes, behäbiges, geruhsames Phlegma
Phlegma zeigen
in seinem Phlegma verharren
Trotz seines unverwüstlichen Phlegmas hatte er doch Augenblicke, in denen er nicht mit sich spaßen ließ [G. Hauptm.Bahnw. Thiel4,30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Phlegma · phlegmatisch · Phlegmatiker
Phlegma n. ‘unerschütterliche Ruhe als Temperamentsmerkmal, Trägheit, Schwerfälligkeit, Gleichgültigkeit’, mhd. fleuma (13. Jh.), frühnhd. flekma (Anfang 15. Jh.), Übernahme von lat. phlegma, griech. phlégma (φλέγμα), eigentlich ‘Brand, Hitze, Glut, Entzündung’, seit Hippokrates ärztliche Bezeichnung für einen entzündlichen, zähen Schleimfluß im Körper, nach der antiken Lehre von den durch Körpersäfte bewirkten Temperamenten die Ursache der Schwerfälligkeit; zu griech. phlégein (φλέγειν) ‘entzünden, entflammen, (ver)brennen, glänzen’ (s. ↗Phlox). phlegmatisch Adj. ‘träge, nicht zu Affekten neigend, schwerfällig, gleichgültig’ (16. Jh.), spätlat. phlegmaticus, griech. phlegmatikós (φλεγματικός) ‘schleimig, an zähflüssigem Schleim leidend’. Phlegmatiker m. ‘Mensch von trägem, geistig unbeweglichem Temperament’ (18. Jh.), älter Phlegmaticus (16. Jh.), Substantivierung des Adjektivs spätlat. phlegmaticus (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Apathie · ↗Desinteresse · ↗Gleichgültigkeit · ↗Gleichmut · ↗Indifferenz · ↗Interessenlosigkeit · ↗Lethargie · ↗Passivität · Phlegma · ↗Saumseligkeit · ↗Teilnahmslosigkeit · ↗Trägheit · ↗Untätigkeit  ●  Abnegation  geh., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hang Mischung ablegen ausgeprägt austreiben gesund gewiss überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Phlegma‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich kann es gut aushalten, wenn sie mal zornig ist, sie erträgt mein Phlegma.
Bild, 24.12.2004
Daß es trotzdem überhaupt noch Theater gibt, hat nur mit demokratischem Phlegma zu tun.
Der Tagesspiegel, 14.04.1998
Hüten musste man sich nur davor, ihn aus seinem Phlegma zu wecken, dann wurde er fürchterlich.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 195
Der Künstler solle mit Feuer skizzieren und mit Phlegma ausführen.
Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 203
Aus diesem Grunde neigt man leicht dazu, den Wassertypen ein gewisses Phlegma zuzuschreiben.
Klemz, Willy: Praktische Menschenkunde, Düsseldorf: Greif 1963, S. 74
Zitationshilfe
„Phlegma“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Phlegma>, abgerufen am 19.04.2019.

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