Philistertum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Philistertums · wird nur im Singular verwendet
WorttrennungPhi-lis-ter-tum
WortzerlegungPhilister-tum
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend kleinbürgerliche Engstirnigkeit; Spießbürgertum
Beispiel:
So frisch und keck auch Klopstock in das Leben sah […] so blieb er doch noch immer in dem deutschen Philistertum stecken [MehringLessing-Legende281]

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vom Philistertum wird sich der echte Künstler aber auch im hohen Alter noch unterscheiden.
Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 98
Hinter den philologischen Kardinaltugenden Genauigkeit und Vollständigkeit stehe nichts anderes als Philistertum.
Die Zeit, 16.10.1992, Nr. 43
Oder ist sie doch eher als Abgesang auf das politisch korrekte Philistertum jüngerer Prägung zu verstehen?
Süddeutsche Zeitung, 28.12.1999
Musiker schätzten an ihm vor allem jene Werke, die Schumann selbst als Zeugnisse seines Kampfes gegen das Philistertum in der Musik ausgegeben hat.
Lehmann, Dieter u. a.: Rußland. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 44532
Ebensowenig ist Ehe als Kunstgewerbe visiert, mit Befristung schon am Anfang, als eine innerbürgerliche Revolte gegen das antizipierte Philistertum.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 344
Zitationshilfe
„Philistertum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Philistertum>, abgerufen am 23.10.2019.

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