Pferdekur, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungPfer-de-kur (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp sehr anstrengendes Heilverfahren
Beispiel:
es war eine richtige Pferdekur, aber sie hat geholfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kur · Badekur · Hungerkur · Pferdekur · Wunderkur · Kurgast · Kurort · Kurpfuscher · kurpfuschen · kurieren · kuren
Kur f. ‘Heilverfahren’, besonders ‘mit dem Aufenthalt in einem Badeort oder Sanatorium verbundene medizinische Behandlung’. Lat. cūra ‘Sorge, Fürsorge, Behandlung, Besorgnis’, dessen Ursprung ungeklärt ist, bleibt in der medizinischen Terminologie im Sinne von ‘Krankenpflege, Heilbehandlung’ lebendig und wird so Ende des 15. Jhs. als Cur ins Dt. entlehnt (daneben frühnhd. Cure, Chur, in gelehrten Texten bis ins 17. Jh. noch Cura). Die Schreibung Kur findet sich vom 17. Jh. an gelegentlich, setzt sich aber erst um 1900 durch. Das Substantiv erscheint in Komposita wie Badekur f. ‘Anwendung von Heilbädern’ (18. Jh., zuvor Badencur, 17. Jh.); Hungerkur f. ‘Fastendiät’ (18. Jh.); Pferdekur f. ‘Behandlung mit drastischen Mitteln’, ursprünglich ‘tierärztliche Versorgung eines Pferdes’ (17. Jh.); Wunderkur f. ‘Kur mit ungewöhnlichem, an ein Wunder grenzendem Heilerfolg’ (17. Jh.); Kurgast m. ‘wer sich zur Kur oder zur Erholung in einem Badeort aufhält’ (18. Jh.); Kurort m. ‘Erholungs-, Badeort’ (2. Hälfte 19. Jh.); Kurpfuscher m. ‘wer ohne abgeschlossene medizinische Ausbildung unberechtigt Kranke behandelt’, abschätzig auch ‘schlechter, unfähiger Arzt’ (Ende 18. Jh., zuerst in Österreich), woran sich jüngeres kurpfuschen Vb. ‘sich als Kurpfuscher betätigen’ (19. Jh.) anschließt (zum Grundwort s. ↗pfuschen). kurieren Vb. ‘mit Erfolg ärztlich behandeln, heilen’ (16. Jh.), nach lat. cūrāre ‘Sorge tragen, besorgen, pflegen, heilen’ (abgeleitet von lat. cūra, s. oben). kuren Vb. ‘eine Kur machen’ (anfangs auch synonym mit kurieren), denominative Bildung des ausgehenden 18. Jhs., jedoch erst im 20. Jh. stärker verbreitet.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie verträgt viel eher einige Male Waschen mehr, als eine "Pferdekur" bei sehr starker Verschmutzung.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 284
Ob die Wohnungswirtschaft eine solche Pferdekur überstehen wird, ist freilich noch eine Frage.
Die Zeit, 20.05.1954, Nr. 20
In Prag, einer Stadt, die seit eh und je von zahlreichen ideologischen Pferdekuren heimgesucht wird, ist dies die überzeugendste Art von Mut und Tapferkeit.
Die Zeit, 19.10.1984, Nr. 43
Zitationshilfe
„Pferdekur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Pferdekur>, abgerufen am 25.08.2019.

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