Pessimismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pessimismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungPes-si-mis-mus
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Pessimismus‹ als Letztglied: ↗Geschichtspessimismus · ↗Kulturpessimismus · ↗Zweckpessimismus
eWDG, 1974

Bedeutung

Lebensauffassung, die sich auf Hoffnungslosigkeit, Schwarzseherei und Passivität gründet
Gegenwort zu Optimismus
Beispiele:
er neigt zum Pessimismus
der Pessimismus in der bürgerlichen Philosophie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pessimismus · Pessimist · pessimistisch
Pessimismus m. ‘verneinende Lebensauffassung, Hoffnungslosigkeit, Schwarzseherei, gedrückte Stimmung’, gelehrte Bildung (Lichtenberg 1776) zu lat. pessimus, Superlativ zu lat. malus ‘schlecht, schlimm, übel, böse’, vielleicht nach dem Vorbild von frz. pessimisme (1759); anfangs ausdrücklich Gegenwort zu ↗Optimismus (s. d.) bzw. frz. optimisme. Pessimist m. pessimistisch Adj. (Mitte 19. Jh.), wohl entsprechend gleichbed. frz. pessimiste (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Defätismus · ↗Dekadenz · ↗Endzeitstimmung · ↗Lebensverneinung · ↗Miesmacherei · Pessimismus · ↗Schwarzseherei · ↗Untergangsstimmung · ↗Weltuntergangsstimmung  ●  Defaitismus  schweiz.
Assoziationen
Synonymgruppe
Pessimismus · ↗Schwarzmalerei · ↗Schwarzseherei
Assoziationen
  • Kassandraruf · pessimistische Prognose · ungünstige Prognose (med.)  ●  ↗Unkenruf  fig.
  • nur das Negative sehen · nur das Schlechte sehen · pessimistisch darstellen · pessimistisch sehen  ●  ↗schwarzmalen  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlaß Börsianer Fatalismus Nihilismus Optimismus Resignation Skeptizismus Zukunftsangst Zynismus abgrundtief abgründig anbringen anthropologisch ausgeprägt breitmachen geschichtsphilosophisch grassierend greifend lähmend rabenschwarz unbegründet verbreitet verfallen verfliegen vorherrschend weitverbreitet übertreiben übertrieben überwiegen überzogen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pessimismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der typisch bundesrepublikanische Pessimismus hilft als Erklärung ebenfalls nur bedingt weiter.
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2002
Hahn warnte indes davor, wegen der negativen regionalen Entwicklung in einen generellen Pessimismus zu verfallen.
Der Tagesspiegel, 25.03.1999
Der Pessimismus taucht auf: das des höheren Seins beraubte Leben ist sinnlos geworden.
Mann, O.: Lyrik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 24147
Dem systematischen Pessimismus widerspricht Kants Wesen und Ziel immer und überall.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 10949
Alle seine hohen Erwartungen waren wieder jenem Pessimismus gewichen, der bereit war, sich selbst zu lästern.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 154
Zitationshilfe
„Pessimismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Pessimismus>, abgerufen am 20.10.2019.

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