Perversion, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungPer-ver-si-on (computergeneriert)
Grundformpervers
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

bildungssprachlich perverses Empfinden bzw. Verhalten; Verkehrung ins Krankhafte, Abnorme
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pervers · Perversität · Perversion · pervertieren
pervers Adj. ‘abartig, widernatürlich (besonders in geschlechtlicher Beziehung), verkehrt’, entlehnt (16. Jh.), wohl unter Einfluß von mfrz. frz. pervers ‘schlecht, böse, entartet’, aus lat. perversus ‘umgedreht, verkehrt, schlecht’, Part.adj. zu pervertere ‘umkehren, umstürzen, vernichten, verderben’; vgl. lat. vertere ‘kehren, wenden, drehen, umdrehen’. Perversität f. ‘Verkehrtheit’ (um 1800), ‘Umkehrung der natürlichen Gefühle und Triebe, widernatürliche geschlechtliche Betätigung’ (Ende 19. Jh.), lat. perversitās (Genitiv perversitātis) ‘Verkehrtheit’ (im Benehmen, in den Sinnen). Vgl. frz. perversité. Perversion f. ‘krankhafte Abweichung vom Normalen, Natürlichen, besonders in geschlechtlicher Beziehung’ (Anfang 19. Jh.), lat. perversio (Genitiv perversiōnis) ‘Umdrehung, Verdrehung’. Vgl. frz. perversion (15. Jh.). pervertieren Vb. ‘verdrehen, verfälschen, ins Gegenteil verkehren, verführen, verderben’ (18. Jh.), zuvor ‘umkehren, zerrütten’ (16. Jh.), aus lat. pervertere (s. oben). Mit der Bedeutung ‘ins Widernatürliche verkehren, geschlechtlich entarten’ (20. Jh.) knüpft das Verb jedoch unmittelbar an das Adjektiv pervers (s. oben) an.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abartigkeit · Perversion · ↗Perversität
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brutalität Dekadenz Denken Exzeß Grausamkeit Homosexualität Ideal Nationalismus Neurose Normalität Obsession Obszönität Perfektion Perverse Pornographie Rechtsordnung Rechtsstaat Sadismus Sauerei Schweinerei Sexualität Straftatbestand Utopie Variation Verirrung alltäglich ausleben enthüllen grenzen sexuell

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Perversion‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daß das heute oft so gehandhabt wird, ist eine Perversion.
Der Tagesspiegel, 05.02.1999
Seine Musik treibt die grauenhafte Perversion der Handlung noch schärfer hervor als Wildes Stück.
Fath, Rolf: Werke - S. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 24556
Solche Perversionen versetzen mir immer einen Stich durch mein weiß-blaues Herz.
Süddeutsche Zeitung, 03.03.1998
So könnte auch hier die dogmatische Verwirklichung eines erstrebenswerten Ideals zur Perversion der Idee führen.
Giersch, Herbert: Allgemeine Wirtschaftspolitik, Wiesbaden: Gabler 1960, S. 178
Da griff er zu dem Mittel, diese angeblichen Perversionen zu benutzen und damit den Mann und die mit ihm zusammen waren, unmöglich zu machen.
Friedländer, Hugo: Der Beleidigungsprozeß des Berliner Stadtkommandanten, Generalleutnant z.D. Graf Kuno von Moltke gegen den Herausgeber der »Zukunft« Maximilian Harden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4026
Zitationshilfe
„Perversion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Perversion>, abgerufen am 26.04.2019.

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