Periode, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Periode · Nominativ Plural: Perioden
Aussprache
WorttrennungPe-ri-ode · Pe-rio-de
HerkunftGriechisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Zeitabschnitt
Beispiele:
eine lange, (un)unterbrochene, neue, gegenwärtige, kommende, glückliche, traurige, historische, geologische Periode
die Perioden der Geschichte
eine Periode von 20 Jahren
eine Periode größter Hoffnung, tiefster Schwermut
eine Periode rastlosen Schaffens begann
eine Periode der Krise durchmachen
dieses Bauwerk stammt aus einer vergangenen Periode
er befand sich in einer kritischen Periode
das Meisterwerk entstand in seiner reifsten Periode
Macheath durchlebte eine der schlimmsten Perioden seines Lebens [BrechtDreigroschenroman172]
2.
regelmäßig wiederkehrende Abfolge
a)
einer Amtstätigkeit
Beispiel:
die Periode einer Amtsführung, Kassenführung
b)
Biologie eines organischen Vorganges
Beispiel:
die Periode des Wachstums
Menstruation
Beispiele:
die monatliche Periode
sie hatte ihre Periode
c)
Meteorologie der klimatischen Erscheinungen
Beispiel:
die Perioden des Frostes
d)
Astronomie der Umlaufszeit eines Gestirns
Beispiel:
die Periode der Erde, Venus
e)
Mathematik der Ziffern, die nach dem Komma eines unendlichen Dezimalbruches erscheinen
f)
Physik von Schwingungen
g)
Chemie von Elementen
3.
Sprachwissenschaft kunstvoll gefügter, längerer Satz, wohlgeformtes Satzgefüge
Beispiele:
eine gute, zu lange Periode
Perioden schreiben
umgangssprachlich Perioden bauen
daß er drauf und dran war, etwas äußerst Gediegenes zu sprechen, eine erlesene Periode voller Tiefe und historischer Einsicht [H. KantAula464]
4.
Musik Satz aus 8 oder 16 Takten, der sich aus zwei miteinander korrespondierenden Teilen, dem Vordersatz und dem Nachsatz, zusammensetzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Periode · periodisch · periodisieren · Periodisierung
Periode f. ‘gegliederter Satz, Zeitabschnitt, Zeitraum, regelmäßig wiederkehrender Ablauf’. Zugrunde liegt griech. períodos (περίοδος) f. ‘das Umhergehen, der Gang um etw. herum, Kreislauf (der Zeit, der Gestirne), regelmäßige Wiederkehr in der Zeit, Zeitabschnitt, abgerundeter Redesatz, Abteilung im Vers’, lat. periodus f. ‘gegliederter Satz’, mlat. periodus m. ‘Kreislauf, gegliederter Satz, Satzschlußzeichen’; vgl. griech. hodós (ὁδός) ‘Weg, Gang’ und griech. perí, péri (περί, πέρι) Adv. Präp. ‘ringsum, um … herum, überaus, neben, bei’. Daraus entlehnt ist Periodus (2. Hälfte 15. Jh., in lat. Form und Flexion bis ins 18. Jh.) bzw. Periode (seit 17. Jh.), teils mit femininem, teils mit maskulinem (noch im 18. Jh.) Genus, jeweils nach griech.-lat. oder mlat. Vorbild. Zuerst begegnet der Ausdruck bei den Grammatikern im Sinne von ‘Satzende, Satzschlußzeichen’ (15. Jh.), ‘gegliederter Satz’ (16. Jh.); danach allgemein ‘Kreislauf der Zeit, Zeitabschnitt usw.’ (s. oben). periodisch Adj. ‘in gleichen Abständen, regelmäßig wiederkehrend, sich wiederholend’ (18. Jh.), lat. periodicus ‘zeitweilig’, griech. periodikós (περιοδικός) ‘zum Herumwandern gehörig, bestimmte Umwege nehmend, zu bestimmter Zeit wiederkehrend’. periodisieren Vb. ‘in Zeitabschnitte (Perioden) einteilen’, dazu Periodisierung f. (beide 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Menstruation · ↗Monatsblutung · Periode · ↗Regelblutung · ↗Zyklus  ●  ↗Menses  fachspr. · ↗Regel  ugs. · Tage  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Epoche · Periode · ↗Phase · ↗Zeitabschnitt · ↗Zeitalter · ↗Ära
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(zeitlicher) Abstand · ↗(zeitliches) Intervall · ↗Dauer · ↗Frist · Periode · ↗Phase · ↗Spanne · ↗Weile · ↗Zeit · ↗Zeitabschnitt · ↗Zeitabstand · ↗Zeitdauer · ↗Zeitdifferenz · ↗Zeitintervall · ↗Zeitlang · ↗Zeitrahmen · ↗Zeitraum  ●  ↗Zeitspanne  Hauptform
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abschnitt · ↗Entwicklungsabschnitt · ↗Entwicklungsphase · ↗Entwicklungsstadium · ↗Entwicklungsstand · ↗Entwicklungsstufe · ↗Entwicklungszustand · ↗Phase · ↗Punkt · ↗Stadium · ↗Station · ↗Stufe  ●  Periode  fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkühlung Erdgeschichte Instabilität Periode Personenkult Rosa Schaffen Stagnation Ungewißheit Unsicherheit Vorjahr abgelaufen abwechseln achttaktig anbrechen blau durchleben fruchtbar fünfjährig geschichtlich gleich klassisch kurz lang laufend nachfolgend stalinistisch vorangegangen vorhergehend Übergang

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Periode‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das erste Anzeichen dieses Zustands ist das Ausbleiben der Periode.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 369
Sicher sind 8 Jahre eine zu kurze Periode, um daraus irgendeinen sinnvollen Schluss ziehen zu können.
Die Zeit, 04.11.2006, Nr. 45
Aber es gibt natürlich noch immer einige Reflexe aus der alten Periode.
Süddeutsche Zeitung, 23.02.2001
Eine Begrenzung auf drei Perioden kann ich mir vorstellen, nicht kürzer.
Bild, 10.05.1999
Von der Musik weiter zurückliegender Perioden finden sich dagegen nur verstreute Spuren.
Fano, Fabio u. a.: Venedig und venezianische Handschriften. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 43881
Zitationshilfe
„Periode“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Periode>, abgerufen am 24.05.2019.

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