Pergament, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pergament(e)s · Nominativ Plural: Pergamente
Aussprache
WorttrennungPer-ga-ment
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Pergament‹ als Erstglied: ↗Pergamentband · ↗Pergamentbogen · ↗Pergamenteinband · ↗Pergamenthandschrift · ↗Pergamentpapier · ↗Pergamentrolle · ↗Pergamentschirm · ↗Pergamenturkunde · ↗pergamentartig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
enthaarte, gebeizte und geglättete Tierhaut, die besonders vor der Verwendung von Papier als Schreibmaterial diente
Beispiele:
ein Bucheinband aus Pergament
eine auf purpurnem Pergament geschriebene Urkunde
Pergament ausmalen, illuminieren
2.
Buch, Schriftstück aus 1
Beispiele:
ein altes, vergilbtes, verräuchertes, kostbares Pergament
ein Pergament entfalten, lesen
Allein ein Pergament, beschrieben und beprägt, / Ist ein Gespenst, vor dem sich alle scheuen [GoetheFaustI 1726]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pergament · pergamenten · Pergamentpapier
Pergament n. ‘zum Beschreiben hergerichtete Tierhaut, Schriftstück, alte Handschrift auf dieser Haut’. Die Bezeichnung ist vom Namen der antiken kleinasiatischen Stadt Pergamon abgeleitet, in der die Verarbeitung von Tierhäuten zu Schreibmaterial entwickelt worden sein soll; jedenfalls dient die um 180 v. u. Z. erfundene Pergamentherstellung (nach einem Exportverbot für ägyptischen Papyrus) dem Aufbau der pergamenischen Bibliothek. Dafür spätlat. pergamēna, pergamīna, pergamēnum, woraus ahd. pergamin (9. Jh.) und (vielleicht als Neuentlehnung) frühnhd. pergamen, pergemen, pergumene sowie Pergamen (Luther, Lessing, Goethe). Die heutige Form geht auf mlat. pergamentum zurück, das ahd. periment (10. Jh.), mhd. perment, permint(e), permīt, pergmīt, mnd. perment, permet, permint, parment und (mit erneuter Anlehnung an das Mlat.) spätmhd. pergamint, pergemente ergibt. pergamenten Adj. ‘aus Pergament, wie aus Pergament, eingetrocknet, ledern’ (19. Jh.), pergamen (Lessing), permenten (16. Jh.), pirmet, permetein, birmentin (15. Jh.), mhd. per(ga)mentīn. Pergamentpapier n. ‘durchscheinendes, fettundurchlässiges Papier (zum Einwickeln von Lebensmitteln)’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aquarell Bibel Buchstabe Foliant Gouache Handschrift Haut Leder Manuskript Metall Miniatur Papier Papyrus Schweinsleder Seide Siegel Stundenbuch Tinte Tontafel Urkunde bemalt beschrieben braun drucken dünn fein kostbar malen mittelalterlich vergilbt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pergament‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zuviel Licht lasse die Schrift auf dem alten Pergament verblassen, erläutert der Historiker.
Die Zeit, 23.09.2006 (online)
Sonst könne schon durch äußerliche Anwendung die Haut dünn wie Pergament werden.
Süddeutsche Zeitung, 15.04.2002
Auf diese Weise sind viele Tausende mittelalterlicher Gebrauchshandschriften erhalten geblieben - allerdings nur mehr zum geringeren Teil auf Pergament.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 7469
Bestimmend für das Aufkommen des C. war die allgemeinere Verwendung des Pergaments als Beschreibstoff.
o. A.: Lexikon der Kunst - C. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 20706
Der Staat des Deutschen Ordens aber war, anders als jene langsamer gewachsenen deutschen Lande, nur auf dem Pergament vorhanden.
Heimpel, Hermann: Hermann von Salza, Gründer eines Staates. In: ders., Der Mensch in seiner Gegenwart, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1957 [1950], S. 93
Zitationshilfe
„Pergament“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Pergament>, abgerufen am 16.10.2019.

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