Penne, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Penne · Nominativ Plural: Pennen
Aussprache
WorttrennungPen-ne (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

Schülersprache, veraltend höhere Schule
Beispiele:
für die Penne pauken
als ich auf der Penne war, auf der Schule, verstehst du, da habe ich 'ne Liebe gehabt [BrodZauberreich208]
Wir fliegen alle von der Penne [NollHolt1,54]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Penne1 · Pennal · Pennäler
Penne1 f. ‘höhere Schule’, scherzhaft in der Schülersprache (heute veraltend). Aus mlat. pennale ‘Federbüchse’ (in der Lateinschule aufkommend), dem substantivierten Neutrum von mlat. pennalis ‘zur Schreibfeder gehörig’ (zu lat. penna ‘Feder, Flügel’, spätlat. ‘Schreibfeder’), wird Pennal n. ‘Federkasten, Federbüchse’ (15. Jh.) entlehnt. Daraus bildet die Studentensprache scherzhaft Pennal m. ‘Student der ersten Semester, der alle Vorlesungen nachschreibt, deshalb stets sein Schreibzeug bei sich führt’, spottend von älteren Studenten verwendet (Mitte 17. Jh.), später (in der Schülersprache) ‘Gymnasiast, angehender Student’ (19. Jh.) sowie (mit neutralem Genus) ‘Gymnasium’ (Mitte 19. Jh.). Die verkürzende Eindeutschung Penne f. ‘höhere Schule’ entsteht wohl unter Einfluß von ↗Penne ‘Herberge’ (s. d.). Ebenfalls aus Pennal m. ‘Gymnasiast’ geht, zunächst als Schimpfwort, Pennäler m. ‘Schüler’ (Mitte 19. Jh.) hervor; heute ebenfalls in seiner Gebrauchshäufigkeit zurückgehend.

pennen · Penne2 · Pennbruder · Penner
pennen Vb. ‘schlafen’, umgangssprachlich (19. Jh.) aus der Gaunersprache; vielleicht zu jidd. pannai ‘müßig’, hebr. penaj ‘(freie) Zeit’, eigentlich ‘Zeit zur Muße’, wenn nicht besser Ableitung von Penne2 f. ‘Kneipe, schlechte Herberge, Schlafstelle’ (Anfang 19. Jh.), älter Benne (Mitte 18. Jh.); aus der Gaunersprache, vgl. Bonne ‘ein Haus, wo Spitzbuben ein und aus gehen’ (Ende 17. Jh.); auch stille Penne ‘Gefängnis, Zuchthaus’ (dieses nach zigeuner. štilepen ‘Gefängnis’?). Vielleicht zu jidd. bono ‘er hat gebaut’, binjan ‘Bau, Gebäude’ (hebr. binjāh, binjān). Dazu Pennbruder m. ‘Landstreicher’ (Ende 19. Jh.) und Penner m. ‘Landstreicher, Schlafmütze’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Lernanstalt  veraltet · ↗Schule  Hauptform · Penne  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Pennal · Penne
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Farfalle Gemüse

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Penne‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um noch mehr üben zu können, bleibt sie der Penne fern.
Süddeutsche Zeitung, 20.12.1995
Am letzten Tag ziehen wir gemeinsam in die alte Penne.
Die Zeit, 16.06.1989, Nr. 25
Die Werke A. de Pennes sind ausnahmslos im strengen kp.
Launay, Denise: Penne. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 30571
Auch die Gewerkschaften sind oft genötigt, ihre Mitglieder in solche Pennen zu schicken.
Ostwald, Hans: Landstreicher, Berlin: Marquardt [1906], S. 42
Er hat ziemlich viel Courage gezeigt, als sie ihn von der Penne warfen, zwei Wochen vorm Abitur.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 105
Zitationshilfe
„Penne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Penne#1>, abgerufen am 21.05.2019.

Weitere Informationen …

Penne, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Penne · Nominativ Plural: Pennen
Aussprache
WorttrennungPen-ne (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Penne‹ als Erstglied: ↗Pennbruder
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, veraltend (von Landstreichern benutzte) schlechte Herberge
Beispiel:
man mußte die Penne morgens mit Holzhacken abverdienen [MarchwitzaUnter uns167]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Penne1 · Pennal · Pennäler
Penne1 f. ‘höhere Schule’, scherzhaft in der Schülersprache (heute veraltend). Aus mlat. pennale ‘Federbüchse’ (in der Lateinschule aufkommend), dem substantivierten Neutrum von mlat. pennalis ‘zur Schreibfeder gehörig’ (zu lat. penna ‘Feder, Flügel’, spätlat. ‘Schreibfeder’), wird Pennal n. ‘Federkasten, Federbüchse’ (15. Jh.) entlehnt. Daraus bildet die Studentensprache scherzhaft Pennal m. ‘Student der ersten Semester, der alle Vorlesungen nachschreibt, deshalb stets sein Schreibzeug bei sich führt’, spottend von älteren Studenten verwendet (Mitte 17. Jh.), später (in der Schülersprache) ‘Gymnasiast, angehender Student’ (19. Jh.) sowie (mit neutralem Genus) ‘Gymnasium’ (Mitte 19. Jh.). Die verkürzende Eindeutschung Penne f. ‘höhere Schule’ entsteht wohl unter Einfluß von ↗Penne ‘Herberge’ (s. d.). Ebenfalls aus Pennal m. ‘Gymnasiast’ geht, zunächst als Schimpfwort, Pennäler m. ‘Schüler’ (Mitte 19. Jh.) hervor; heute ebenfalls in seiner Gebrauchshäufigkeit zurückgehend.

pennen · Penne2 · Pennbruder · Penner
pennen Vb. ‘schlafen’, umgangssprachlich (19. Jh.) aus der Gaunersprache; vielleicht zu jidd. pannai ‘müßig’, hebr. penaj ‘(freie) Zeit’, eigentlich ‘Zeit zur Muße’, wenn nicht besser Ableitung von Penne2 f. ‘Kneipe, schlechte Herberge, Schlafstelle’ (Anfang 19. Jh.), älter Benne (Mitte 18. Jh.); aus der Gaunersprache, vgl. Bonne ‘ein Haus, wo Spitzbuben ein und aus gehen’ (Ende 17. Jh.); auch stille Penne ‘Gefängnis, Zuchthaus’ (dieses nach zigeuner. štilepen ‘Gefängnis’?). Vielleicht zu jidd. bono ‘er hat gebaut’, binjan ‘Bau, Gebäude’ (hebr. binjāh, binjān). Dazu Pennbruder m. ‘Landstreicher’ (Ende 19. Jh.) und Penner m. ‘Landstreicher, Schlafmütze’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Lernanstalt  veraltet · ↗Schule  Hauptform · Penne  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Pennal · Penne
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Farfalle Gemüse

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Penne‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um noch mehr üben zu können, bleibt sie der Penne fern.
Süddeutsche Zeitung, 20.12.1995
Am letzten Tag ziehen wir gemeinsam in die alte Penne.
Die Zeit, 16.06.1989, Nr. 25
Die Werke A. de Pennes sind ausnahmslos im strengen kp.
Launay, Denise: Penne. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 30571
Auch die Gewerkschaften sind oft genötigt, ihre Mitglieder in solche Pennen zu schicken.
Ostwald, Hans: Landstreicher, Berlin: Marquardt [1906], S. 42
Er hat ziemlich viel Courage gezeigt, als sie ihn von der Penne warfen, zwei Wochen vorm Abitur.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 105
Zitationshilfe
„Penne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Penne#2>, abgerufen am 21.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Pennbruder
Pennalismus
pennälerhaft
Pennälergehalt
Pennäler
pennen
Penner
Penny
Pennyweight
pensee