Pechvogel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungPech-vo-gel
WortzerlegungPech2Vogel
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich jmd., der oft Pech hat
Beispiel:
Armer Ludwig! Der war wirklich ein Pechvogel [BredelEnkel219]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pech · Pechvogel · pichen · verpichen
Pech n. dunkelfarbiger, zähklebriger Rückstand bei der Destillation von Stein-, Braun- und Holzkohlenteer, übertragen (18. Jh.) ‘Mißgeschick, Unglück’, ahd. peh (um 800), mhd. pech, bech ‘zähklebriges, eingesottenes Baumharz, durch Einkochen gewonnener Holzteer’, übertragen ‘Höllenfeuer, Hölle’ ist wie asächs. pik, mnl. pec, pic, nl. pek, pik entlehnt aus gleichbed. lat. pix f. (Genitiv picis) bzw. aus einer darauf beruhenden galloroman. Form. Übertragener Gebrauch im Sinne von ‘Unglück’ schließt wohl an den älteren Gebrauch ‘Höllenstrafe’ an; danach verbreitet sich aus der Studentensprache des 18. Jhs. die Wendung Pech haben ‘Unglück haben, in einer fatalen Lage sein, Widriges erfahren’ (wie der am mit Pech bestrichenen Zweig klebende und daher leicht zu fangende Vogel) und das Kompositum Pechvogel m. ‘Mensch, der Unglück hat bzw. Unglück bringt’. pichen Vb. ‘mit Pech bestreichen, (ver)kleben, abdichten’, mhd. bichen, pichen, mnd. peken. verpichen Vb. (16. Jh.), auch verpechen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Unglücksmensch  ●  Pechmarie  weibl. · Pechvogel  ugs., Hauptform · ↗Schlemihl  geh. · ↗Unglücksrabe  ugs. · ↗Unglücksvogel  ugs.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abend Glück Glückskind Glückspilz Glücksritter Held Nation Partie Rennen Ruf Saison Turnier Unglücksrabe Villa Vorjahr ausgesprochen avancieren beid echt erwischen ewig geboren groß notorisch olympisch operieren trösten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pechvogel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Pechvögel sollten allerdings von der Site die Finger lassen - zu frustrierend.
C't, 2001, Nr. 24
Es ist heller geworden, und vielleicht können ja sogar die größten Pechvögel eines Tages fliegen lernen.
Süddeutsche Zeitung, 11.01.2000
In der älteren Literatur findet man für solche Typen oft die Bezeichnung "Pechvogel".
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 52
Du siehst also, in diesen Dingen bin ich ein großer Pechvogel.
Brief von Helmut an seine Schwester vom 16.08.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Der Pechvogel unterlasse es, denn es könnte doch sein, er habe einmal Glück.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 19384
Zitationshilfe
„Pechvogel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Pechvogel>, abgerufen am 24.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Pechsträhne
Pechstein
Pechschwitzer
pechschwarz
pechrabenschwarz
Pecorino
Pedal
pedalen
Pedalerie
Pedaleur