Patrone, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Patrone · Nominativ Plural: Patronen
Aussprache
WorttrennungPa-tro-ne · Pat-ro-ne (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Patrone‹ als Erstglied: ↗Patronenauswerfer · ↗Patronenfüllhalter · ↗Patronengurt · ↗Patronengürtel · ↗Patronenhülse · ↗Patronenkammer · ↗Patronentasche · ↗Patronentrommel
 ·  mit ›Patrone‹ als Letztglied: ↗Druckerpatrone · ↗Dynamitpatrone · ↗Ersatzpatrone · ↗Filmpatrone · ↗Gaspatrone · ↗Platzpatrone · ↗Rauchpatrone · ↗Schrotpatrone · ↗Sprengpatrone · ↗Tintenpatrone · ↗Tuschpatrone
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Munition für Handfeuerwaffen, die aus einer Metallhülse mit Sprengstoff und einem Geschoss besteht
Beispiele:
ein mit Patronen geladenes Gewehr
die Pistole war mit (scharfen) Patronen geladen
2.
fest schließender, kleiner Behälter für bestimmte Dinge
a)
für Tinte, Tusche
b)
lichtundurchlässige Kapsel für einen Kleinbildfilm, die mit dem Film in die Kamera eingelegt wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Patrone f. ‘Metallhülse mit Treibladung und Geschoß für Feuerwaffen’. ‘Form, Muster, Modell’ ist eine Übernahme (16. Jh.) von frz. patron m., das selbst aus lat. patrōnus (s. ↗Patron) entlehnt ist und zusätzlich zu den aus dem Lat. bzw. Mlat. übernommenen Verwendungen ‘Schutzherr, Schutzheiliger’ schon in afrz. Zeit die Bedeutung ‘Muster, Modell’ entwickelt, die später auch das Mlat. aufweist. ‘Musterform’ ist eigentlich die ‘Vaterform, nach der etw. entsteht’ (da der Vater für die Gestalt und Art des Sohnes als Vorbild gilt), also ein bildlicher Gebrauch der Bedeutung ‘Schutzherr’. Im Dt. geht Patron m., seit dem 17. Jh. Patrone f. ‘Muster, Modell’ in die Mundarten und verschiedene Fachsprachen ein. Gegen Ende des 16. Jhs. bezeichnet Patron(e) als ‘Musterform’ auch eine bestimmte, für eine Ladung ausreichende Menge Schießpulver in einer Papier-, später Metallhülse, danach die ganze damit zubereitete Ladung. Schließlich geht der Ausdruck auf das moderne Geschoß mit Hülse, Zünder und Treibladung über. Auf Grund äußerlicher Ähnlichkeit wird Patrone auf Behälter für Kleinbildfilme sowie auf Behälter für Tinte (als in Füllfederhalter einzulegende Nachfüllung) übertragen (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Projektil  ●  ↗Kugel  ugs. · Patrone  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Zentralfeuerpatrone  ●  Zentralfeuermunition  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Drohbrief Flinte Gewehr Granate Handfeuerwaffe Handgranate Hülse Kalaschnikow Kaliber Kartusche Kram Magazin Maschinengewehr Maschinenpistole Patrone Patronengurt Pistole Pulver Revolver Schusswaffe Sturmgewehr abfeuern abgefeuert abgeschossen allerletzt befüllen dazugehörig leergeschrieben verklemmen verschießen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Patrone‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die beim Kauf eines neuen Druckers mitgelieferten Patronen sind häufig nur halb voll.
Der Tagesspiegel, 03.08.2004
Denn statt »verknallt« kann man auch »verschossen« sagen, quasi wie bei einer Patrone, die nicht mehr verwendet werden kann.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 80
Aber die Patronen reichen auch nur für maximal 7 Tage.
Bild, 16.08.2000
Mit dem Pulver einer aufgeschlitzten Patrone bringt man es leichter zum Brennen.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 266
Wir hatten nur noch gezählte Patronen und schossen nicht mehr zurück.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 286
Zitationshilfe
„Patrone“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Patrone>, abgerufen am 18.06.2019.

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