Parade, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Parade · Nominativ Plural: Paraden
Aussprache
WorttrennungPa-ra-de
HerkunftFranzösisch, Spanisch
Wortbildung mit ›Parade‹ als Erstglied: ↗Paradebeispiel · ↗Paradebett · ↗Paradedisziplin · ↗Paradekissen · ↗Parademarsch · ↗Parademontur · ↗Paradepferd · ↗Paradeplatz · ↗Paraderolle · ↗Paradeschritt · ↗Paradestück · ↗Paradeuniform · ↗Paradezimmer
 ·  mit ›Parade‹ als Letztglied: ↗Ellbogenparade · ↗Ellenbogenparade · ↗Flaggenparade · ↗Flottenparade · ↗Flugparade · ↗Gegendruckparade · ↗Gewohnheitsparade · ↗Glanzparade · ↗Hitparade · ↗Konfettiparade · ↗Körperparade · ↗Lesbenparade · ↗Luftparade · ↗Maiparade · ↗Militärparade · ↗Oppositionsparade · ↗Regenbogenparade · ↗Schwulenparade · ↗Siegesparade · ↗Spitzenparade · ↗Sportparade · ↗Starparade · ↗Truppenparade · ↗Wachparade · ↗Wachtparade
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
die mit festlichem Gepräge verbundene Aufstellung und der Vorbeimarsch von Truppen vor militärischen Befehlshabern oder Vertretern der Regierung
Beispiele:
die Truppen traten zur Parade an, rückten zur Parade aus
eine Parade abhalten
gehoben einer Parade beiwohnen
der General nahm die Parade ab
eine Parade der Luftflotte, Marine
bildlich
Beispiel:
spöttisch Die Frau Baronin [kam] ... in höchster Stattlichkeit und Parade [Ebner-Eschenb.Gemeindekind5,199]
2.
bestimmte schnelle Bewegung, Reaktion, durch die im Sport ein gegnerischer Angriff abgewehrt wird
a)
Ballspiel Abwehr, Gegenaktion, besonders des Torwarts
Beispiele:
er wehrte den Angriff mit einer glänzenden Parade ab
seine guten, prächtigen Paraden verhinderten die Niederlage, entschieden das Spiel
b)
Fechten abwehrender Stich, Hieb, Schlag
Beispiele:
eine Parade schlagen
Leicht erlernte ich [bei Fechtübungen] Stoß, Parade, Finte [C. F. MeyerAmulett3,14]
c)
übertragen
Beispiel:
suchte sie ... mit ironischen Paraden meine Übertreiblichkeiten zu queren [St. ZweigAmok327]
salopp jmdm. in die Parade fahrenjmdm. scharf entgegentreten, widersprechen
Beispiel:
in der Diskussion ist er dem Redner in die Parade gefahren
3.
Reiten das Parieren, das Anhalten eines Pferdes, der Übergang in eine langsamere Gangart
Beispiel:
die Schimmel galoppieren und stehen plötzlich in Parade
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

parieren1 · Parade1 · parieren2 · Parade2 · Parade3 · paradieren
parieren1 Vb. ‘einen gegnerischen Angriff abwehren’. Das seit Mitte des 15. Jhs. als Fachwort der Fechtkunst im Sinne von ‘einen Hieb oder Stoß des Gegners abwehren’ bezeugte, dann in die Allgemeinsprache übergehende Verb ist entlehnt aus ital. parare bzw. mfrz. frz. parer in seinen Bedeutungen ‘abwehren, einen Angriff parieren, schützen’, eigentlich (afrz. frz. ital.) ‘herrichten, schmücken’, zurückgehend auf lat. parāre ‘(zu)bereiten, Vorkehrungen treffen, sich verschaffen, erwerben’. Dazu Parade1 f. ‘Abwehr eines Angriffs’, besonders beim Fechten ‘abwehrender Stich, Hieb, Schlag’ (Parat 15. Jh.), nach gleichbed. ital. parata, dann auch nach entsprechendem frz. parade. parieren2 Vb. ‘ein Pferd durch reiterliche Hilfen in eine langsamere Gangart übergehen lassen oder zum Stehen bringen’ (16. Jh.), zunächst wohl aus gleichbed. ital. parare, dann aus frz. parer, die diese Bedeutungen aus span. parar ‘an-, aufhalten, zum Stehen bringen’ (ebenfalls auf lat. parāre zurückgehend) erhalten haben. Dazu Parade2 f. ‘zum Verhalten, zu Richtungs- und Tempoänderungen, zum Stand führende Einwirkung des Reiters auf das Pferd’ (17. Jh.), aus gleichbed. frz. parade, das auf span. parada beruht. Parade3 f. ‘Aufstellung des Heeres, der Truppe, Truppenschau, Vorbeimarsch’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘gutes, stattliches Aussehen, Gepränge’ (um 1700), Übernahme von gleichbed. mfrz. frz. parade, Verbalabstraktum zu afrz. frz. parer ‘herrichten, schmücken’ (s. oben). paradieren Vb. ‘in voller Ausrüstung sich aufstellen, vorüberziehen’ (von der Truppe), ‘mit etw. prunken, sich brüsten, Eindruck zu machen suchen’ (17. Jh.), nach gleichbed. mfrz. frz. (se) parader bzw. faire parade.

Thesaurus

Sport
Synonymgruppe
Ballabwehr · Parade
Synonymgruppe
Festzug · ↗Korso · Parade
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Militärparade (Spezialisierung) · Parade · Vorbeimarschieren · ↗Vorbeizug  ●  ↗Heerschau  veraltet, militärisch · ↗Truppenparade (Spezialisierung)  militärisch · ↗Truppenschau  militärisch · ↗Defilee  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Demonstrations... · Parade... · Vorzeige...
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absage Demo Demonstration Feuerwerk Gegenveranstaltung Horse Karneval Lesbe Macher Motto Nationalfeiertag Organisator Parade Raver Route Schwule Techno Tiergarten Torhüter Veranstalter abnehmen diesjährig fahren glänzend großartig prächtig sehenswert spektakulär toll traditionell

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Parade‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Love Parade in diesem Jahr war prollig, also überflüssig.
Bild, 24.08.2002
Der Erfolg der Love Parade ist also schlussendlich ihr Problem?
Der Tagesspiegel, 16.07.2002
Wenn es hoch kommt, sieht sie im Jahr zwei Paraden.
Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 47
Zur Parade am nächsten Tag war die Division zur Stelle.
o. A.: Achtundneunzigster Tag. Mittwoch, 3. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 16887
Das andere ist das merkwürdig komplizierte ideologische Klima rund um die Parade.
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 253
Zitationshilfe
„Parade“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Parade>, abgerufen am 16.10.2019.

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