Papiergeld, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungPa-pier-geld (computergeneriert)
WortzerlegungPapierGeld
eWDG, 1974

Bedeutung

Banknoten
Beispiel:
Papiergeld drucken, in Umlauf bringen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geld · Gelder · Papiergeld · geldlich · Geldbeutel · geldgierig · Geldsack · Geldsäckel · Geldschneiderei · Geldschrank · Geldstrafe · Geldsumme
Geld n. ‘Zahlungsmittel’ in Form von Münzen und Banknoten, ahd. gelt (um 800), asächs. geld ‘Bezahlung, Vergeltung, Lohn, Opfer’, mhd. mnd. mnl. gelt ‘Bezahlung, Vergütung, Zahlung, Schuldforderung, Preis, Zahlungsmittel’, afries. jeld, aengl. gield ‘Opfer, Zahlung, Abgabe, Tribut, Vergeltung, Bruderschaft’ (s. ↗Gilde), anord. gjald ‘Bezahlung, Lohn, Strafe, Steuer’, got. gild ‘Steuer, Zins’, germ. *gelda- ist ein Verbalsubstantiv zu dem unter ↗gelten (s. d.) behandelten Verb. Es gehört anfangs in die kultische und rechtliche Sphäre und bedeutet ‘Opfer, Buße, Tribut’, eigentlich ‘das, womit man Opfer, Buße erstatten, entrichten kann’, begegnet später im wirtschaftlichen Bereich für ‘Abgabe, Zahlung’ (in Zusammensetzungen wie Brücken-, Wege-, Kost-, Lehr-, Schulgeld bewahrt) und bezeichnet schließlich das, ‘was als Zahlungsmittel dient’. Vom 14. Jh. an nimmt Geld allmählich seine heutige Bedeutung ‘gesetzliches Zahlungsmittel’ an. Neben der Schreibung mit -d im Nhd. (aus flektierten Formen des Mhd.) hält sich auslautendes -t bis ins 17. Jh., in Entgelt (s. ↗gelten) bis heute. Im 17. Jh. wird der Plur. Gelder ‘für einen bestimmten Zweck vorgesehene größere Geldsumme, feste Beträge’ gebildet. Da sich im Gebrauchswert des Geldes der Wert aller anderen Waren ausdrückt, gewinnt das Geld eine zentrale Position im gesellschaftlichen und im persönlichen Leben, die sprachlich in zahlreichen Umschreibungen, Entlehnungen, Redensarten und Sprichwörtern ihren Niederschlag findet (s. ↗Blech, ↗Kies, ↗Kröte, ↗Moos, ↗Moneten, ↗Pinke, ↗Pulver, ↗Zaster; vgl. das liebe Geld, nicht für Geld und gute Worte, Geld haben wie Heu, Geld regiert die Welt, Zeit ist Geld). Nach dem gemünzten Geld kommt Geld in Banknoten in Umlauf, daher Papiergeld n. (Anfang 18. Jh.), nach engl. paper-money (1691) und frz. papiermonnaie (1727). geldlich Adj. ‘das Geld betreffend, finanziell’ (15. Jh.). Geldbeutel m. ‘Geldbörse, Portemonnaie’ (17. Jh.). geldgierig Adj. (16. Jh.). Geldsack m. ‘Geldbeutel, geiziger Reicher’ (vgl. nl. geldzak) und Geldsäckel m. ‘Geldbeutel’ (16. Jh.). Geldschneiderei f. ‘Wucher’ (um 1700), eigentlich ‘betrügerische Münzbeschneidung’. Geldschrank m. ‘Stahlschrank zum Aufbewahren von Geld und Wertsachen’ (17. Jh.). Geldstrafe f. ‘Zahlung einer festgesetzten Summe als Strafe für eine Rechtsverletzung’ (15. Jh.). Geldsumme f. (Anfang 16. Jh.), älter eine Summe Geldes (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Banknote · ↗Geldschein · ↗Note · Notenschein · Papiergeld  ●  ↗Lappen  derb · Nötli  ugs., schweiz. · ↗Schein  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Papiergeld

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausgabe Banknote Briefmarke Einführung Erfindung Gold Metallgeld Münze Umlauf Wertpapier ausgeben drucken eintauschen ungedeckt verbrennen wertlos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Papiergeld‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gerade Papiergeld wurde aber für den Handel bald viel wichtiger als Münzen.
Die Zeit, 17.10.1997, Nr. 43
Die Frau schob dem Mann das in den Schubfächern liegende Papiergeld zu.
Süddeutsche Zeitung, 13.09.1996
Die Imitation von Papiergeld ist heute weitaus schwieriger, als die des Hartgeldes.
Welt und Wissen, 1932, Nr. 2, Bd. 21
Die großen Städte hatten ihr besonderes kleines Papiergeld ausgegeben, auf das der Reisende achten mußte.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7695
Binnen weniger Monate zwischen 1922 und 1923 schütteten fast zweitausend Notenpressen das Land mit einer Sintflut aus Papiergeld zu.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 422
Zitationshilfe
„Papiergeld“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Papiergeld>, abgerufen am 22.07.2019.

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