Pantoffelheld, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungPan-tof-fel-held
WortzerlegungPantoffelHeld
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich, spöttisch Ehemann, der von seiner Frau beherrscht wird
Beispiel:
er ist ein Pantoffelheld
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pantoffel · Pantoffelheld
Pantoffel m. ‘Hausschuh ohne Fersenkappe, bequemer Hausschuh’, frühnhd. Pantoffel, mnd. pantufelen, pantoffelen (Plur.) sind Entlehnungen (Ende 15. Jh.) aus gleichbed. mfrz. frz. pantoufle (vgl. auch ital. pantofola, span. pantuflo, engl. pantof(f)le, mlat. pantofla). Die Herkunft des Wortes ist unsicher. Vielleicht gehört es wie afrz. frz. patin (s. ↗Pantine) zum Stamm *patt- ‘Pfote, Tatze’ (mit südfrz. Nasaleinschub). Der Versuch, es (wie die Humanisten des 16. Jhs.) auf unbezeugtes mgriech. *pantóphellos (*παντόφελλος) ‘Korkschuh’ (eigentlich ‘ganz aus Kork’) zurückzuführen, eine Zusammensetzung aus griech. phellós (φελλός) ‘Kork, Korkeiche’ und panto- (s. ↗pan-), da solche Schuhe, vor allem in Spanien, vielfach Sohlen aus diesem Material hatten, bleibt zweifelhaft. Pantoffelheld m. ‘Mann, der sich von seiner Ehefrau beherrschen läßt, der daheim nichts zu sagen hat’ (Mitte 19. Jh.). Nach alten deutschen Rechtsbräuchen gilt der Schuh als Symbol der Macht und Herrschaft, daran anknüpfend wird der Pantoffel, der Hausschuh, scherzhaft zum Sinnbild des häuslichen Regiments der Ehefrau. Vgl. unter dem Pantoffel sein, stehen ‘dem Willen der Ehefrau unterworfen sein’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Pantoffelheld  ugs. · ↗Simandl  ugs., österr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Provinzschauspieler skurril

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pantoffelheld‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einst war der Major ein Held, jetzt ist er nur noch Pantoffelheld.
Die Zeit, 03.03.1989, Nr. 10
Der Pantoffelheld kann sechs Tage und sechs Nächte von daheim fortbleiben, unkontrolliert und ohne eine Gardinenpredigt fürchten zu müssen.
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 258
In der Bundesrepublik waren nach 1945 aus guten Gründen Helden nur in der gemäßigten Form als Pantoffelhelden zugelassen.
Die Welt, 02.01.2004
Pantoffelhelden, die zu Hause den Mund nicht auftun dürfen, halten sich bekanntlich oft im Männerrat schadlos.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 266
Synonyme sind unter anderem Gauch, Kuckuck, Siemann, Pantoffelheld, Kuckuck, Siemann, Pantoffel.
Röhrich, Lutz: Hahnrei. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 28803
Zitationshilfe
„Pantoffelheld“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Pantoffelheld>, abgerufen am 23.05.2019.

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