Pantoffel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pantoffels · Nominativ Plural: Pantoffeln
Aussprache
WorttrennungPan-tof-fel
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Pantoffel‹ als Erstglied: ↗Pantoffelblume · ↗Pantoffelheld · ↗Pantoffelmacher · ↗Pantoffeltierchen · ↗Pantöffelchen · ↗pantoffelförmig
 ·  mit ›Pantoffel‹ als Letztglied: ↗Lederpantoffel · ↗Tuchpantoffel
eWDG, 1974

Bedeutung

aus Stoff oder Leder gefertigter leichter, flacher Hausschuh ohne Ferse
Beispiele:
die Pantoffeln anziehen, ausziehen
er geht in Pantoffeln, trägt Pantoffeln
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich unter dem Pantoffel stehen, unter den Pantoffel kommen, geraten (= von seiner Ehefrau beherrscht werden, daheim nichts zu sagen haben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pantoffel · Pantoffelheld
Pantoffel m. ‘Hausschuh ohne Fersenkappe, bequemer Hausschuh’, frühnhd. Pantoffel, mnd. pantufelen, pantoffelen (Plur.) sind Entlehnungen (Ende 15. Jh.) aus gleichbed. mfrz. frz. pantoufle (vgl. auch ital. pantofola, span. pantuflo, engl. pantof(f)le, mlat. pantofla). Die Herkunft des Wortes ist unsicher. Vielleicht gehört es wie afrz. frz. patin (s. ↗Pantine) zum Stamm *patt- ‘Pfote, Tatze’ (mit südfrz. Nasaleinschub). Der Versuch, es (wie die Humanisten des 16. Jhs.) auf unbezeugtes mgriech. *pantóphellos (*παντόφελλος) ‘Korkschuh’ (eigentlich ‘ganz aus Kork’) zurückzuführen, eine Zusammensetzung aus griech. phellós (φελλός) ‘Kork, Korkeiche’ und panto- (s. ↗pan-), da solche Schuhe, vor allem in Spanien, vielfach Sohlen aus diesem Material hatten, bleibt zweifelhaft. Pantoffelheld m. ‘Mann, der sich von seiner Ehefrau beherrschen läßt, der daheim nichts zu sagen hat’ (Mitte 19. Jh.). Nach alten deutschen Rechtsbräuchen gilt der Schuh als Symbol der Macht und Herrschaft, daran anknüpfend wird der Pantoffel, der Hausschuh, scherzhaft zum Sinnbild des häuslichen Regiments der Ehefrau. Vgl. unter dem Pantoffel sein, stehen ‘dem Willen der Ehefrau unterworfen sein’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bademantel Hausschuh Kimono Morgenrock Nachthemd Pullover Pump Pyjama Samt Schlafanzug Schlafrock Seide Stiefel Strickjacke Strumpf Turnschuh Unterhose anhaben ausgelatscht ausgetreten bestickt gestickt gläsern glühend kariert klappern schlurfen schlüpfen spitz zierlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pantoffel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist fast so schlimm wie ohne Pantoffeln Zug fahren.
Die Zeit, 05.07.2004, Nr. 27
Du stehst wohl unterm Pantoffel; kann deine Alte das nicht machen?
konkret, 1984
Ich habe wieder drei Paar Pantoffeln fertiggemacht und gestochen habe ich mich dabei auch.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.03.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Warum schüttelten sie den hinterpommerschen Staub so leichtherzig von den Pantoffeln?
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Die Pantoffeln zerstörten alle Illusion und reizten sie zum Lachen.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Ellen Olestjerne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 6087
Zitationshilfe
„Pantoffel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Pantoffel>, abgerufen am 21.09.2019.

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