Packeis, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungPack-eis (computergeneriert)
WortzerlegungpackenEis1
eWDG, 1974

Bedeutung

übereinandergeschobene Eisschollen
Beispiel:
der Eisbrecher musste sich durch starkes Packeis den Weg bahnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

packen · packend · Packeis
packen Vb. ‘Gegenstände bündeln, ein Behältnis füllen’, auch ‘ergreifen, kraftvoll anfassen’ sowie reflexiv ‘sich davonmachen’. Das zu ↗Pack m. (s. d.) gehörende, im Hd. seit dem 14. Jh. übliche spätmhd. backen, frühnhd. packen folgt mnd. packen, paken, das seinerseits (ebenso wie engl. to pack, frz. pacquer, mlat. paccare) auf dem Denominativum mnl. packen ‘packen, einpacken’ beruht. Die Bedeutung ‘bündeln, einschichten’ ist daher auch im Dt. die älteste; sie findet sich in den Erweiterungen auspacken, einpacken (beide 16. Jh.), verpacken (18. Jh., vereinzelt 15. Jh.), bepacken (17. Jh.) und abpacken (‘Gepäck abladen’, 17. Jh.; jetzt ‘in handelsüblicher Menge verpacken’, 20er Jahre 20. Jh.). Der bereits im Mnl. und Mnd. bezeugte, wohl aus der Vorstellung ‘sich beim Weggehen sein Bündel aufladen’ hervorgehende reflexive Gebrauch kommt nhd. seit dem 16. Jh. vor, meist als affektgeladener Imperativ pack dich! (dagegen mnd. sik packen auch ohne Wertung ‘sich wohin begeben’). Neu im 17. Jh. und zunächst besonders in der Soldaten- und Weidmannssprache üblich ist die Verwendung ‘fassen, ergreifen’ (auch nl. in diesem Sinne erst 17. Jh.), bei der es sich vielleicht um eine Kürzung von anpacken (ebenfalls 17. Jh., anfangs vorwiegend ‘tätlich angreifen, ergreifen, in seine Gewalt bringen’) handelt. Hieraus ergibt sich in der 2. Hälfte des 18. Jhs. die Übertragung ‘seelisch ergreifen’ mit dem sich zum Adjektiv verselbständigenden Part. Präs. packend ‘fesselnd, starke innere Anteilnahme weckend’ (2. Hälfte 19. Jh.). Packeis n. ‘übereinandergeschobene Schollen polaren Eises’ (18. Jh., vgl. nl. pakijs, engl. packice), auch gepacktes Eis (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arktis Eisberg Eisbrecher Fahrt Gletscher Nordpol Nordpolarmeer Nordwestpassage Rand Schiff Scholle Winter antarktisch arktisch befreien dicht dick einschließen festfrieren festsitzen feststecken grönländisch schmelzen zerquetschen überwintern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Packeis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur an sieben von zehn Tagen hätten sie durch Packeis fahren müssen.
Die Zeit, 17.08.2012 (online)
Und ich komme immer näher an das polare, ewige Packeis.
Die Welt, 14.08.2000
Die Bilder aus dem Packeis sind eine Begegnung mit unserer Geschichte gewesen, der Geschichte der Evolution.
konkret, 1988
In nordpolaren Bereichen ist Packeis sehr verbreitet, da dieses Gebiet im Gegensatz zur Antarktis von Land umgeben, also mit Widerlagern gespickt ist.
o. A. [H. L.]: Treibeis. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1989]
Als ein Sturmboot die drei über den Strom holte, durchs Packeis und treibende Eisschollen, setzte stromaufwärts schon die Infanterie über und stürmte den Damm.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 603
Zitationshilfe
„Packeis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Packeis>, abgerufen am 26.06.2019.

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