Pacht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pacht · Nominativ Plural: Pachten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Pacht‹ als Erstglied: ↗Pachtabgabe · ↗Pachtbewerber · ↗Pachtbrief · ↗Pachteinkunft · ↗Pachtgarten · ↗Pachtgeld · ↗Pachtgut · ↗Pachthof · ↗Pachtland · ↗Pachtrate · ↗Pachtverhältnis · ↗Pachtvertrag · ↗Pachtzeit · ↗Pachtzins · ↗pachtweise
 ·  mit ›Pacht‹ als Letztglied: ↗Afterpacht · ↗Erbpacht · ↗Fischpacht · ↗Leibpacht · ↗Naturalpacht · ↗Teilpacht
 ·  mit ›Pacht‹ als Grundform: ↗pachten
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
vertraglich festgelegte (vorübergehende) Nutzung, besonders eines Grundstücks, gegen Entgelt
Beispiele:
ein Haus, Grundstück in Pacht nehmen (= pachten)
einen Garten in Pacht geben (= verpachten)
Pachtvertrag
Beispiele:
die Pacht läuft ab
die Pacht aufheben, kündigen, erneuern, verlängern
2.
vertraglich festgelegtes Entgelt des Pächters für die Nutzung, besonders eines gepachteten Grundstückes, Pachtzins
Beispiele:
eine hohe, niedrige, billige Pacht
die Pacht senken, erhöhen
die Pacht zahlen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pacht · pachten · verpachten · Pächter · Pachtgeld · Pachtzins
Pacht f. ‘vertraglich festgelegte Nutzung gegen Entgelt, das Entgelt des Pächters für die Nutzung, Pachtzins’. Vlat. *pacta ‘Vertrag, Steuer’, der als Fem. Sing. aufgefaßte Plur. von lat. pactum (s. ↗Pakt), wird vor der hd. Lautverschiebung entlehnt und lebt weiter in mhd. phaht(e) f., phaht m. ‘(kaiserliches) Recht, Gesetz, durch das Gesetz bestimmter Rang, Stand, Vertrag, Zins’. Die noch bei Stieler (1691) angeführte hd. Form Pfacht verliert sich im 18. Jh., bleibt aber in obd. Mundarten (Pfacht, Facht ‘Vertrag, Satzung, Eichung’) erhalten. In der Literatursprache setzt sich seit dem 16./17. Jh. auf westmd. Mundarten beruhendes Pacht durch; vgl. auch mnd. mnl. nl. pacht. pachten Vb. ‘gegen Entgelt zu befristeter Nutzung übernehmen’, westmd. pachten (15. Jh.), mhd. phahten ‘gesetzlich oder vertraglich bestimmen, ermessen, ergründen’. verpachten Vb. ‘gegen Entgelt zu befristeter Nutzung überlassen’ (17. Jh.), zuvor obd. verpfachten (14. Jh.). Pächter m. ‘wer etw. gepachtet hat’ (Ende 18. Jh.), älter Pachter (17. Jh., noch bei Goethe und Schiller). Pachtgeld n. (16. Jh.), Pachtzins m. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Miete · ↗Mietzins · Pacht
Unterbegriffe
  • Wohnnebenkosten  ●  zweite Miete  fig. · ↗Nebenkosten  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemessungsgrundlage Betriebskosten Betriebsrente Datsche Einkünfte Eintrittsgeld Finanzierungsanteil Gewerbesteuer Grundstück Hinzurechnung Kleingarten Kleingärtner Leasing Leasingrate Lizenzentgelt Lizenzgebühr Miete Nebenkosten Zins ausstehend besteuern entrichten gezahlt jährlich marktüblich monatlich ortsüblich umsatzabhängig zahlend überhöht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pacht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er bekommt eine Pacht von läppischen 10000 Euro im Jahr dafür.
Der Tagesspiegel, 22.08.2003
Die Pacht in Höhe von 60000 Mark für fünf Jahre streckte er mühelos vor.
Die Zeit, 14.06.1996, Nr. 25
Daß Pacht relativ nicht sehr häufig ist, wurde schon erwähnt.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 361
Der Onkel bietet dem Vater einen Morgen von seinem Land zur Pacht an.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 35
Das Land könnte dann gekauft, aber anderen Leuten in Pacht gelassen werden.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 21.02.1945, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Pacht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Pacht>, abgerufen am 23.09.2019.

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