Original, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Originals · Nominativ Plural: Originale
Aussprache
WorttrennungOri-gi-nal
HerkunftLatein
Grundformoriginal
Wortbildung mit ›Original‹ als Erstglied: ↗originalgetreu
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
das ursprünglich Geschaffene
a)
die unveränderte erste Fassung eines Textes
Beispiele:
diese alte Handschrift steht dem verlorengegangenen Original sehr nahe
der lateinische Wortlaut des Originals lautet ...
die Zeugnisse wurden nicht in der Abschrift, sondern im Original vorgelegt
die Kopie musste genau mit dem Original übereinstimmen
er liest den Roman im Original (= in der Sprache, in der er geschrieben wurde)
b)
das vom bildenden Künstler geschaffene Kunstwerk, besonders das Bild, die Skulptur
Beispiele:
ein Original von Rembrandt
das Original hängt in Paris
das Original war auf Holz gemalt
keine Reproduktion kommt dem Eindruck des Originals nahe
in diesem Museum sind nur Originale berühmter Meister
2.
Vorlage, Vorbild eines Kunstwerkes
Beispiele:
diese Dame war das Original des berühmten Gemäldes
Mauriac stieg hier oft ab und begegnete Originalen seiner Romane [F. HartlaubVon unten gesehen36]
3.
eigentümlicher, durch seine besondere und einmalige Art auffallender Mensch
Beispiele:
er, sie ist wirklich ein Original
in dieser kleinen Stadt gibt es mehrere bekannte Originale
[Professor Zindler] der ein Original gewesen ist, wie es heute in keiner Lehranstalt mehr zu finden sein dürfte [HartungWunderkinder10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

original · Original · Originalität · originell
original Adj. ‘ursprünglich, echt, urschriftlich’ (Mitte 18. Jh.), gelehrte Entlehnung (wohl unter Einfluß von gleichbed. frz. original) aus lat. orīginālis ‘vom Ursprung an, ursprünglich’, zu lat. orīgo (Genitiv orīginis) ‘Ursprung, Abstammung’, Verbalsubstantiv zu lat. orīrī ‘sich erheben, aufsteigen, aufgehen, entstehen, geboren werden’. Vgl. schon früh entlehntes mhd. origināle ‘ursprünglich, angeboren’, aus kirchenlat. peccātum orīgināle ‘Erbsünde’. Original n. ‘Urschrift, Urfassung, Urbild, Vorlage’ (Mitte 14. Jh.), ‘menschliches Vorbild’ (Ende 17. Jh.), auch ‘kauziger, durch Besonderheiten auffallender Typ’ (Anfang 18. Jh.), nach mlat. originale (exemplar) ‘Urfassung, Originalurkunde’. Originalität f. ‘Ursprünglichkeit, Echtheit, Eigenart, Selbständigkeit’ (2. Hälfte 18. Jh.), latinisiert aus gleichbed. frz. originalité. originell Adj. ‘ursprünglich, schöpferisch, unabhängig, neu’ (2. Hälfte 18. Jh.), anfangs oft gleichbed. neben original gebraucht, dann bald auch ‘eigenartig, komisch’ (Ende 18. Jh.); aus frz. originellement, dem Adverb von frz. original ‘Neues begründend, vorbildlos, neuartig’, mfrz. frz. (älter) auch originel.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ausgefallener, besonderer) Mensch · ↗Freak · Mensch, wie man ihn nicht alle Tage trifft · ↗Sonderling · ↗Unikum · ↗Wunderling · bizarre Person · merkwürdiger Zeitgenosse · schrille Person · seltsamer Patron · skurriler Typ · sonderbarer Zeitgenosse · uriger Typ · verrückte Person  ●  ungewöhnlicher Mensch  Hauptform · ↗Kauz  ugs., fig. · Original  ugs. · ↗Type  ugs. · ↗Urvieh  ugs. · ↗Vogel  ugs., fig. · bunter Vogel  ugs. · irrer Typ  ugs. · komischer Heiliger  ugs. · komischer Kauz  ugs. · komischer Vogel  ugs. · schrille Schraube  ugs., weibl. · schrille Type  ugs. · schräger Fürst  ugs., scherzhaft · schräger Typ  ugs. · schräger Vogel  ugs. · seltsame Type  ugs. · seltsamer Heiliger  ugs. · seltsamer Kauz  ugs. · verrücktes Huhn  ugs., weibl., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Original · ↗Originaldokument · ↗Urfassung · ↗Urschrift · ↗Urtext
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abguß Abschrift Abweichung Aura Fotokopie Fälschung Hervorhebung Kopie Nachbau Nachbildung Original Plagiat Rekonstruktion Remake Replik Reproduktion Untertitel englisch englischsprachig französisch griechisch hebräisch kopieren kostbar lateinisch lesen unterscheiden verschollen Ähnlichkeit Übersetzung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Original‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die läßt sich jetzt an der freien Luft endlich wieder durch das Original ersetzen.
Die Welt, 14.05.2005
Ich arrangiere die Stücke komplett neu, mit den Originalen haben sie nicht mehr viel zu tun.
Der Tagesspiegel, 04.10.2003
Dieser Text existiert in vielen Ausgaben, das Original ist indes nicht mehr erhalten.
Soeder, Renate: Lin-chi I-hsüan. In: Notz, Klaus-Josef (Hg.) Lexikon des Buddhismus, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 635
Die englische Übersetzung, die mir hier vorliegt, stimmt mit dem deutschen Original nicht überein, sie weicht sogar sehr erheblich ab.
o. A.: Einhundertsechsunddreißigster Tag. Mittwoch, 22. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 15198
Ich hörte, daß nicht das ganze Material notwendig sei, im Original natürlich; doch hörte ich, daß alles hier sei, selbstverständlich im Original.
o. A.: Achtundsechzigster Tag. Dienstag, 26. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 2782
Zitationshilfe
„Original“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Original>, abgerufen am 21.10.2019.

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