Organismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Organismus · Nominativ Plural: Organismen
Aussprache
WorttrennungOr-ga-nis-mus
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Organismus‹ als Letztglied: ↗Gesamtorganismus · ↗Pseudoorganismus · ↗Schulorganismus · ↗Staatsorganismus · ↗Wirtsorganismus
eWDG, 1974

Bedeutung

selbstregulierendes System, dessen Elemente aus Eiweißen und Nukleinsäuren aufgebaut sind
Beispiele:
der menschliche Organismus
ein tierischer, pflanzlicher Organismus
ein lebender Organismus (= Lebewesen)
ihr empfindlicher Organismus reagiert sofort bei Hitze, Föhnwetter
ein geschwächter, erkrankter Organismus
dem Organismus die nötigen Nährstoffe zuführen
übertragen zweckmäßig gegliedertes Ganzes, einheitliches Gefüge
Beispiel:
Ein so riesiger Organismus wie der des Römischen Reiches müßte ... schnell in Anarchie und Barbarei zerfallen [Feuchtw.Söhne59]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Organ · organisch · anorganisch · Organismus · organisieren · Organisation · reorganisieren
Organ n. ‘Werkzeug, Hilfsmittel’ (16. Jh.), ‘Teil eines lebendigen Ganzen, funktioneller Körperteil, Stimme’ (18. Jh., vgl. Sinnes-, Geistes-, Sprachorgan, inneres Organ). Entlehnung (Organum, Organon 16. bis 19. Jh., Organ seit 18. Jh.) von lat. organum ‘Werkzeug, (Musik)instrument’, griech. órganon (ὄργανον) ‘Werkzeug, Gerät, Instrument, Sinneswerkzeug’, das im Ablaut zu griech. érgon (ἔργον) ‘Werk, Sache’ (s. ↗Energie) steht. Unter dem Einfluß von frz. organe stehen Verwendungen wie ‘offizielle Zeitschrift einer Körperschaft’ (19. Jh., vgl. Presse-, Parteiorgan), ‘befugte, mit einer bestimmten Funktion beauftragte Person(engruppe)’ (20. Jh.). organisch Adj. ‘ein Körperorgan betreffend, von ihm ausgehend, der belebten Natur angehörend, gegliedert, geordnet’ (Mitte 18. Jh.), vgl. lat. organicus, griech. organikós (ὀργανικός) ‘als Werkzeug dienend, wirksam, praktisch’; zunächst gebräuchlich in Naturwissenschaft und Philosophie (vgl. organische Körper, Geschöpfe), dann (Anfang 19. Jh.) unter Einfluß von frz. organique auch auf Politik und Recht ausgedehnt (vgl. organisches Gesetz, frz. loi organique). anorganisch Adj. ‘unbelebt, nicht Kohlenstoff enthaltend’ (Anfang 19. Jh.). Organismus m. ‘selbständiges Lebewesen, Gefüge, einheitlich gegliedertes Ganzes’ (18. Jh.), latinisierende Bildung nach gleichbed. frz. organisme. organisieren Vb. ‘systematisch vorbereiten, aufbauen, gestalten, (sich) in einem Verband, zu bestimmten Zwecken zusammenschließen’, entlehnt (18. Jh.) aus gleichbed. frz. organiser; vgl. mlat. organizare ‘bilden, gestalten’. Organisation f. ‘Einrichtung, Gestaltung, Bildung’, zunächst im medizinisch-naturwissenschaftlichen und philosophisch-ästhetischen Sinne vom Wesen, vom körperlichen und seelischen Zustand des Menschen (2. Hälfte 17. Jh.), unter dem Einfluß des Gedankenguts der französischen Revolution übertragen auf staatliche Einrichtungen, wirtschaftliche, politische Gebilde (18. Jh.), ‘systematische Vorbereitung zusammenwirkender Abläufe bzw. Arbeitsprozesse’ (19. Jh.), ‘einheitlicher Zusammenschluß von Personen, Verband, Partei’ (20. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. organisation. reorganisieren Vb. ‘neugestalten, neuordnen’ (19. Jh.), frz. réorganiser.

Thesaurus

Synonymgruppe
Geschöpf · ↗Kreatur · ↗Wesen  ●  ↗Lebewesen  fachspr., Hauptform · Organismus  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anlage · ↗Gebilde · ↗Organisation · Organismus · ↗Struktur · ↗System
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bakterie Erbgut Freisetzung Gen Stoffwechsel Umwelt Wettereinfluß Zelle ausgewachsen einzellig erwachsen genmanipuliert genverändert gesund kindlich komplex lebend lebendig manipuliert menschlich modifiziert mütterlich nieder pflanzlich primitiv tierisch transgen verändert vielzellig weiblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Organismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese versuchen, die Lebensweise ausgestorbener Organismen aus dem Vergleich Campus mit möglichst nahe verwandten lebenden Arten abzuleiten.
Der Tagesspiegel, 05.07.2000
Die in diesen Ländern isolierten Organismen stammen aber meist aus gut zugänglichen Gebieten.
Süddeutsche Zeitung, 06.11.1997
Denn nicht selten wirken sich schadhafte Zähne auf den gesamten Organismus ungünstig aus.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 68
Der Organismus trägt die relativ isolierten Teile; wir "tragen" einen Defekt.
Goldstein, Kurt: Der Aufbau des Organismus, Den Haag: Nijhoff 1934, S. 328
Er fragte nach dem Innern seines Organismus so wenig als nach den Quellen des Nil.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 346
Zitationshilfe
„Organismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Organismus>, abgerufen am 22.04.2019.

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