Nordwesten, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Abkürzung NW
Aussprache
WorttrennungNord-wes-ten
WortzerlegungNordenWesten
Wortbildung mit ›Nordwesten‹ als Erstglied: ↗Nordwestküste · ↗Nordwestwind · ↗nordwestdeutsch
 ·  mit ›Nordwesten‹ als Letztglied: ↗NNW · ↗Nordnordwesten · ↗Westnordwesten
eWDG, 1974

Bedeutung

siehe auch Nordosten (Lesart 1 u. 2)
Beispiele:
Von Insel zu Insel tastete er [Columbus] sich bis nach Cuba, ging anfangs nach Nordwesten hinauf [PeschelVölkerkunde218]
Im Nordwesten ... lag blaues Gebirge auf dem Horizont [TurekWende88]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nord · Norden · nordisch · nördlich · Nordlicht · Nordost · Nordosten · Nordpol · Nordsee · nordwärts · Nordwest · Nordwesten
Nord m. (ohne Artikel, besonders in der Seemanssprache und Meteorologie) ‘Himmelsrichtung des tiefsten Sonnenstands, die vom höchsten Sonnenstand am weitesten entfernt liegende Gegend’, (mit Artikel) ‘aus dieser Richtung wehender Wind, Nordwind’. Ahd. nord n. ‘Norden, Nordwind’ (um 1000), mhd. nort n. ‘Norden’, asächs. norð Adv. ‘im Norden, nordwärts’, mnl. nort, noort, nl. noord n. f. und Adv. ‘Norden, nordwärts’, afries. north, aengl. norþ Adj. und Adv. ‘nördlich, nordwärts’, engl. north Adj., Adv. und Subst. ‘nördlich, Norden, Nordwind’, anord. norðr n. und Adv. ‘Norden, nordwärts’, norw. dän. nord, schwed. norr ‘Norden’ (germ. *nurþa-) lassen sich außergerm. wohl mit griech. enérteros, nérteros (ἐνέρτερος, νέρτερος, νέρτεροϛ) ‘unterer, tieferer, unterirdisch’, osk. nertrak ‘von links’, umbr. nertru ‘links’ vergleichen, wobei die germ. Formen als tiefstufige Bildungen zu dem sonst hochstufig bezeugten Komparativ ie. *nertero- und damit zur Wurzel ie. *ner- ‘unten’ bzw. ‘links’ anzusehen sind. Auszugehen wäre dann von einem germ. Richtungsadverb, das im Sinne von ‘weiter unten, weiter links’ entweder die ‘Gegend, wo die Sonne unten ist’ oder die ‘linke Seite des sich gegen Osten (Sonnenaufgang) neigenden Beters’ bezeichnet. Norden m. (meist ohne Artikel) ‘Himmelsrichtung des tiefsten Sonnenstands’, (mit Artikel) ‘das nördliche Gebiet der Erde, der nördliche Teil eines bestimmten Gebietes und dessen Bewohner’. Ahd. nordan n. ‘Norden, Nordwind’ (11. Jh.), spätmhd. norden n., mnd. nōrden n., mnl. norden, noorden, nl. noorden ‘Norden, Nordseite’, norw. dän. norden ‘Norden’, speziell ‘Skandinavien’, sind Substantivierungen des Richtungsadverbs ahd. nordana (9. Jh.), mhd. norden, asächs. norðan, aengl. norþan, anord. norðan ‘von Norden’ (vgl. ahd. fon nordana, mhd. von norden, wo das Adverb leicht als artikelloses Substantiv aufgefaßt werden kann). Norden ist heute allgemein gebräuchlich für die Himmelsrichtung und das entsprechende Gebiet im Unterschied zu der meist fachsprachlichen, aber auch dichterischen Verwendungsweise von Nord (s. oben). nordisch Adj. ‘den (europäischen) Norden betreffend, zu ihm gehörig, aus ihm stammend, für den europäischen Norden eigentümlich, charakteristisch’, in hd. Form zuerst nortisch ‘nördlich’ (16. Jh.), in heutiger Bedeutung seit dem 17. Jh.; vgl. nl. noords; dän. schwed. nordisk sind aus dem Dt. entlehnt. nördlich Adj. ‘im Norden gelegen, nach Norden gerichtet, aus dem Norden kommend’ (Anfang 18. Jh.), älter nordlich (17. Jh.), nordenlich (15. Jh.), ahd. nordlīh (Hs. 12. Jh.). Nordlicht n. ‘Polarlicht’ (1716), Übersetzung von dän. norw. nordlys, anfangs konkurrierend mit Nordschein (1717). Nordost m. ‘Nordosten, Wind aus Nordosten’, Nordosten m. ‘Himmelsrichtung zwischen Norden und Osten, in dieser Richtung gelegenes Gebiet und dessen Bewohner’, ahd. nordōstan m. n. (10. Jh.), nordōst Adv. (11. Jh.), vgl. auch nordōstrōni Adj. ‘nordöstlich’ (bei Einhard, 9. Jh.), spätmhd. nortōste ‘Nordostwind’. Nordpol m. ‘nördlicher Pol der Erd- und Himmelskugel’ (1678), älter der nordische Polus, Nordwirbel (1664), Nordspitz (1587). Nordsee f. Randmeer des Atlantischen Ozeans (17. Jh.), vgl. nl. Noordzee, vom niederländischen Standpunkt aus benannt im Gegensatz zur Zuiderzee ‘südliche See’; vgl. spätmhd. nordermer, nortmer ‘Nordmeer’. nordwärts Adv. ‘nach Norden zu, in nördliche Richtung’ (17. Jh.). Nordwest m. Nordwesten m. (entsprechend der Bedeutung und Verwendungsweise von ↗Nordost, ↗Nordosten, s. oben), ahd. nordwestan m. n. (10. Jh.), nordwest Adv. (11. Jh.), vgl. auch nordwestrōni Adj. ‘nordwestlich’ (bei Einhard, 9. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
NRW · NW · Nordrhein-Westfalen  ●  ↗(der) Westen  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bahnunglück Bewölkung Enklave Erdbeben Flughafengelände Grad Halbinsel Insel Landebahn Norden Nordosten Pazifik Selbstmordanschlag Stammesgebiet Südosten Südwesten Tagesverlauf US-Drohnenangriff Weste Westen Zugunglück auflockern aufziehen bewölken pazifisch regnen unruhig wehen äußer äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nordwesten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dazwischen ist es häufig stark bewölkt und im Nordwesten regnet es, sonst fallen höchstens nur einzelne Tropfen.
Die Zeit, 25.09.2013 (online)
Es sei aber nicht direkt auf die klassische Bewegung der Pazifischen Platte in Richtung Nordwesten zur Nordamerikanische Platte zurückzuführen.
Süddeutsche Zeitung, 24.12.2003
Die Dritte Welt steht unter einer vollen wirtschaftlichen Herrschaft des Nordwestens.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 114
Weitaus ernstere Gefahrenherde aber bildeten sich im Norden und Nordwesten.
Soden, Wolfram von: Der Nahe Osten im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22446
Sicher sind sie für ihn nur ein den Polen benachbarter und von ihnen unabhängiger Volksstamm in Nordwesten.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1937, S. 976
Zitationshilfe
„Nordwesten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Nordwesten>, abgerufen am 15.10.2019.

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