Nomenklatur, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Nomenklatur · Nominativ Plural: Nomenklaturen
Aussprache
WorttrennungNo-men-kla-tur
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Nomenklatur‹ als Grundform: ↗nomenklatorisch
eWDG, 1974

Bedeutung

Wissenschaft Gesamtheit der wissenschaftlichen Bezeichnungen eines Fachgebiets, Zusammenstellung von Fachausdrücken
Beispiele:
die Nomenklatur der Botanik
die Namen der Zoologie sind in einer Nomenklatur (= einem Verzeichnis) zusammengestellt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nomen · nominieren · nominal · nominell · Nomination · Nominativ · Nomenklatur
Nomen n. (Plur. Nomina) deklinierbares Wort (Substantiv, Adjektiv, Pronomen), als grammatischer Terminus Übernahme (16. Jh.) von lat. nōmen ‘Name, Benennung’. nominieren Vb. ‘(be)nennen, bezeichnen, namhaft machen, für ein Amt namentlich vorschlagen, ernennen’ (16. Jh.), aus gleichbed. lat. nōmināre. nominal Adj. ‘zum Namen gehörig, das Nomen betreffend’, entlehnt (18. Jh., wohl unter Einfluß von frz. nominal, doch im 17. Jh. bereits in lat. Form in dt. Texten) aus gleichbed. lat. nōminālis. nominell Adj. ‘dem Namen nach, angeblich’ (Anfang 19. Jh.), französierend (s. ↗reell) mit Suffixtausch älteres gleichbed. nominal verdrängend, das jedoch in Zusammensetzungen der grammatischen Terminologie wie Nominalsatz, Nominalstil eingegangen ist. Nomination f. ‘Benennung eines Bewerbers für ein Bischofsamt, Ernennung eines bischöflichen Beamten’, entlehnt aus lat. nōminātio (Genitiv nōminātiōnis) ‘(Be)nennung, Vorschlag’. Nominativ m. erster Fall der deutschen Deklination, in der römischen Grammatik spätlat. (cāsus) nōminātīvus, das in die frühen dt. Grammatiken übernommen wird. Nominativ mit Abfall der lat. Endung seit Stieler (1691), in dt. Übersetzung Nennendung, Nenner, Täther (17. Jh.), Nennfall (Gottsched). Lat. nōminātīvus Adj. ‘zur Nennung gehörig’, zu lat. nōmināre (s. oben). Nomenklatur f. ‘Namenverzeichnis, Gesamtheit der Fachausdrücke eines Wissensgebiets, Fachwortschatz’, entlehnt (17. Jh) aus lat. nōmenclātūra ‘Namenverzeichnis’, einer Bildung zu lat. nōmenclāre ‘mit Namen nennen’, lat. nōmen (s. oben) und lat. calāre ‘(aus)rufen’.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(offizielle) fachsprachliche Bezeichnungen · Fachausdrücke · ↗Fachsprache · ↗Fachterminologie · ↗Fachwortschatz · Nomenklatur · Verzeichnis der Benennungen · gültige Benennungen  ●  ↗Begrifflichkeit  fachspr. · ↗Terminologie  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

bedienen beherrschen binär biologisch chemisch einführen einheitlich geographisch kommunistisch medizinisch offiziell sowjetisch ternär wissenschaftlich zoologisch üblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nomenklatur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jedoch wird es immer schwierig sein, eine Nomenklatur für mg.
Blume, Friedrich: Barock. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 20550
Es wurden nicht nur die Nomenklatur und der Umfang der gegenseitigen Lieferungen abgestimmt.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1970]
Dabei hat er seine eigene Nomenklatur und seine besondere Logik.
Die Zeit, 24.02.1964, Nr. 08
Seit 1936 war die konfessionelle Nomenklatur in Deutschland um den Begriff »gottgläubig« erweitert.
Nowak, Kurt: Kirche und Religion. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 479
Um diese Unterschiede wissenschaftlich zum Ausdruck zu bringen, hat man die ternäre Nomenklatur eingeführt.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 133
Zitationshilfe
„Nomenklatur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Nomenklatur>, abgerufen am 18.10.2019.

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