Nimmersatt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungNim-mer-satt
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
familiär jmd., der nie satt wird, immer hungrig ist
2.
(in Afrika, Asien u. Amerika heimischer) vorwiegend weiß gefiederter Storch mit schwarzen Schwung- u. Schwanzfedern u. nacktem, oft auffällig gefärbtem Gesicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nie · niemals · niemand · nimmer · Nimmersatt
nie Adv. ‘nicht ein einziges Mal, zu keiner Zeit’, ahd. nio (8. Jh.), mhd. nie ‘niemals, durchaus nicht’, asächs. neo, nio, got. ni aiw ist zusammengerückt (*ne aiwin) aus der unter ↗nein (s. d.) behandelten Negationspartikel (ahd. ni) und dem unter ↗je (s. d.) dargestellten Wort (ahd. io ‘immer, irgendeinmal’). niemals Adv. ‘zu keiner Zeit, keinmal’ (16. Jh.), nach mhd. ē māles, ēmāles (s. ↗ehemals). niemand Indef.pron. ‘keiner, kein Mensch’, ahd. (8. Jh.), asächs. nioman, mhd. nieman, niemen, mnd. nēme(n)t, nēmant, mnl. nieman, niemen, nl. niemand, zusammengesetzt aus der oben genannten Negationspartikel und dem unter ↗jemand (s. d.) dargestellten Pronomen. Wie bei Dutzend, irgend u. a. ist auch hier auslautendes -d sekundär. nimmer Adv. ‘nicht mehr von jetzt an’, ahd. niomēr (9. Jh.), mhd. niemer, nim(m)er, mnd. nümmer, number, mnl. nemmer, nimmer, nl. nimmer, aus dem oben dargestellten Adverb nie und dem unter ↗mehr (s. d.) behandelten Komparativ; daneben nie mehr Adv. ‘nie wieder’, mhd. niemēr(e) ‘nicht mehr, nicht wieder, nicht länger’. Nimmersatt m. ‘wer nicht genug kriegen kann’ (17. Jh.), Zusammenrückung aus nimmer (s. oben) und ↗satt (s. d.), seit dem 18. Jh. auch als Adjektiv geläufig.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fresser · Nimmersatt  ●  ↗Fresssack  derb · ↗Vielfraß  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Raupe wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nimmersatt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Nimmersatt hat viele dieser Läden über die Jahrzehnte hinweg vertrieben, sie platt gewalzt oder aufgefressen, er macht sich immer breiter.
Süddeutsche Zeitung, 08.03.2003
Der Champion gab sich daher nach Platz zwei im Ungarn-Krimi als Nimmersatt.
Die Zeit, 01.08.2011 (online)
Beim FC Nimmersatt gehört das Wörtchen "wenig" jetzt zum Programm.
Süddeutsche Zeitung, 12.04.1999
Dann beruhigt sich auch der Nimmersatt, der Magen, er macht mir immer wieder zu schaffen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 29.08.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Wie hätte ich das Geld aufgebracht, den Nimmersatt Exzellenz Tschu, Oberrichter von Tscheu- kong, mit hundert Taels zu bestechen?
Klabund: Der Kreidekreis. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 15006
Zitationshilfe
„Nimmersatt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Nimmersatt>, abgerufen am 24.08.2019.

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