Nettigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Nettigkeit · Nominativ Plural: Nettigkeiten
Aussprache
WorttrennungNet-tig-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungnett-igkeit
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
meist im Singular
a)
entsprechend der Bedeutung von nett (Lesart a)
Beispiel:
ein Oberkellner im Frack, der auf frischen Hummer hinzuweisen die Nettigkeit hatte, eine Nettigkeit mit durchaus persönlichem Ton [FrischStiller393]
b)
selten gefälliges Aussehen
Beispiel:
die Pracht, die Zierlichkeit der Geschirre, die feine Arbeit der Waffen, der Glanz, die Nettigkeit der Uniformen [E. T. A. Hoffm.6,36]
2.
meist im Plural
höfliche Redensart
Beispiele:
jmdm. Nettigkeiten (über etw.) sagen
Der Alte ... sagte ihr manchmal Nettigkeiten über ihre Frisur, ihren Teint [BöllBillard19]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nett · Nettigkeit
nett Adj. ‘freundlich, liebenswert, hübsch’. Afrz. (frz.) net ‘rein, sauber, lauter, rechtschaffen, höflich’, aus lat. nitidus ‘glänzend, hell, ungetrübt, sauber’ (zu lat. nitēre ‘glänzen, blinken, strahlen’), wird Ende des 14. Jhs. in die Kaufmannssprache Flanderns übernommen und im Sinne von ‘rein, nach den notwendigen Abzügen (von Geld und Gewicht) verbleibend’ verwendet. Von da gelangt der Ausdruck ins Westmd. (altköln. net, Mitte 15. Jh.) und ins Nd. (mnd. net ‘genau, völlig, gänzlich’ bei Angabe von Geldsummen, nd. net ‘die reine Ware ohne Verpackung betreffend’, 18. Jh.), vermag sich aber nicht gegen ↗netto (s. d.) durchzusetzen. In der 2. Hälfte des 15. Jhs. wird net(t) am Niederrhein, danach auch im Hd. (Anfang 16. Jh.) mit der Bedeutung ‘sauber glänzend’ (zuerst von Metall), später auch (17. Jh.) von Gestalt und Wesen des Menschen ‘hübsch anzusehen, liebenswürdig, reizend’ üblich. Nettigkeit f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Freundlichkeit · ↗(eine) Liebenswürdigkeit · (eine) Nettigkeit · ↗Kompliment · anerkennende Äußerung · freundliche Worte · nette Worte
Assoziationen
Synonymgruppe
Herzlichkeit(en) · ↗Liebenswürdigkeit(en) · Nettigkeit(en)  ●  nette Dinge  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Austausch Ohr Talkshow austauschen derartig diplomatisch rein üblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nettigkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht hat mich damals aber auch nur die Nettigkeit in seinen Augen angezogen.
Der Tagesspiegel, 20.10.2002
Nebenbei gab es auch noch Nettigkeiten wie jene, als "Bayer des Jahres" gekürt zu werden.
o. A.: Der Vermittler. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1999 [1998]
Der Raum war wohnlich geschmückt, auch hier alles von der größten Nettigkeit.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 204
Hatte er auch der Nettigkeiten über ihr Haar, ihren Teint gesagt?
Böll, Heinrich: Billard um halb zehn, Leipzig: Insel-Verl. 1961 [1959], S. 2
Meine Kleider und die verschiedenen zahlreichen Zustände, die zur sogenannten bürgerlichen Nettigkeit gehören, interessieren mich nicht.
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 6477
Zitationshilfe
„Nettigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Nettigkeit>, abgerufen am 25.04.2019.

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