Nesthäkchen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungNest-häk-chen (computergeneriert)
WortzerlegungNestHäkchen
eWDG, 1974

Bedeutung

vertraulich, veraltend jüngstes von mehreren Geschwistern
Beispiel:
Man hatte sich in der Büttnerschen Familie daran gewöhnt, Ernestine immer noch als ein halbes Kind anzusehen, weil sie eben ein Nesthäkchen war [PolenzBüttnerbauer1,281]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nest · Genist(e) · nisten · Nesthäkchen
Nest n. ‘Wohn- und Brutstätte (besonders der Vögel, Insekten), Bau, Höhle, Schlupfwinkel’, auch ‘Heim, Bett, abgelegenes Dorf’, ahd. nest (8. Jh.), mhd. nest, nist ‘Nest, Lager für Vögel oder Säugetiere’, mnd. mnl. nl. aengl. engl. nest (westgerm. *nista-, *nesta-) führen mit aind. nīḍám ‘Ruheplatz, Lager, Vogelnest’ sowie möglicherweise mit (volksetymologisch umgestalteten) lit. lìzdas, aslaw. gnězdo, russ. gnezdó (гнездо) ‘Nest’ auf neutrales ie. *nizdom ‘das Niedersetzen, Niedersitzen’ bzw. ‘Ort des Niedersitzens’, während aind. nīḍáḥ ‘Ruheplatz, Lager, Vogelnest’, lat. nīdus ‘Nest’, mir. net maskulines ie. *nizdos voraussetzen. Auszugehen ist (wie bei ähnlich gebildetem ↗Ast, s. d.) von einem Kompositum ie. *nizdo-, das sich aus in ↗nieder (s. d.) enthaltenem ie. *ni- ‘nieder’ und der Schwundstufe der Wurzel ie. *sed- (s. ↗sitzen) zusammensetzt. Erwogen wird auch eine Anknüpfung des ersten Kompositionsgliedes an ie. *eni ‘in’ (s. ↗in) bzw. ablautendes *ni- und Deutung als ‘Ort des Einsitzens’. Dazu das Kollektivum Genist(e) n. ‘das aus Halmen, Stroh u. dgl. zusammengefügte Nest’, mhd. geniste. nisten Vb. ‘ein Nest bauen, ein Nest bewohnen’, ahd. (um 1000), mhd. nisten, mnd. nesten. Nesthäkchen n. ‘zuletzt ausgebrütetes, im Nest hockendes Vögelchen, jüngstes Kind einer Ehe’ (18. Jh.) für älteres Nestheckel, Nestheckchen, Nesthöckchen, Nesthöckelchen (17. Jh.), zu ↗hocken (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(der) Jüngste im Bunde · (der) Kleine · (die) Jüngste im Bunde · (die) Kleine · (unser) Jüngstes · (unser) Kleinstes · ↗Benjamin · Nesthäkchen · ↗Nestküken  ●  ↗(der) Jüngste  Hauptform · ↗(die) Jüngste  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Familie Schwester Trotzkopf aufwachsen verwöhnt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nesthäkchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihre beiden älteren Schwestern wissen zu diesem Zeitpunkt noch nichts vom Tod des Nesthäkchens.
Bild, 15.01.2002
Mit ihren 21 Jahren ist sie das Nesthäkchen der Station.
Die Zeit, 24.11.1972, Nr. 47
Trotzdem nahm sich Nesthäkchen vor, auf der Hut zu sein.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 17
Sie sei schon immer das Nesthäkchen gewesen, sei aber als junge Frau immer gefördert worden.
Die Welt, 25.10.2001
Im Januar sollte Henny, unser »Nesthäkchen«, wie sie gern von ihrer Mutter genannt wurde, einen Kinderball geben.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8151
Zitationshilfe
„Nesthäkchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Nesthäkchen>, abgerufen am 14.10.2019.

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