Nepplokal, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungNepp-lo-kal
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, abwertend Lokal, in dem die Gäste geneppt werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

neppen · Nepp · Nepperei · Nepplokal
neppen Vb. ‘durch ungerechtfertigt hohen Preis übervorteilen, betrügen, begaunern’ gelangt im 19. Jh. aus dem Rotw. in die allgemeine Umgangssprache. Die weitere Herkunft ist unsicher. Vielleicht sind rotw. neppen ‘etw. betrügerisch verkaufen, koitieren’, Neppe ‘Hure’, Nepper ‘Betrüger, Gauner’ an hebr. nā’af ‘unkeusch sein, ehebrechen, betrügen’, eigentlich ‘unrechtmäßig vermischen’, anzuschließen. Nepp m. auch Nepperei f. ‘Übervorteilung, Preisgaunerei’ (19. Jh.). Nepplokal n. ‘Gastwirtschaft, in der überhöhte Preise gefordert werden’ (20. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Usancen erinnern fast schon an Nepplokale im Bahnhofsviertel: da werden Baukredit-Interessenten zunächst mit attraktiven Konditionen umgarnt und zum Unterschreiben günstig scheinender Darlehensverträge verlockt.
Süddeutsche Zeitung, 17.12.1994
Es beginnt das Areal der riesigen Parkplätze, der Pommes-frites-Buden, Karussells und Nepplokale.
Die Zeit, 10.04.1981, Nr. 16
Zitationshilfe
„Nepplokal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Nepplokal>, abgerufen am 17.08.2019.

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