Neffe, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Neffen · Nominativ Plural: Neffen
Aussprache
WorttrennungNef-fe (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

Sohn des Bruders, der Schwester oder Sohn des Schwagers, der Schwägerin
Beispiel:
mein Neffe hat sich verlobt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Neffe m. ‘Sohn des Bruders oder der Schwester’, ahd. nevo ‘Sohn des Bruders oder der Schwester, Enkel, Nachkomme, Verwandter’ (9. Jh.), mhd. neve, nef, (md.) nebe ‘Neffe (meist der Schwestersohn), Mutterbruder, Oheim’, überhaupt ‘Verwandter, Vetter’ (besonders in der Anrede), asächs. neƀo, mnd. nēve ‘Neffe, Nichte, Kindeskind, Enkel’, mnl. nēve ‘Neffe, Enkel, Freund’, nl. neef ‘Neffe, Vetter’, aengl. nefa ‘Neffe, Enkel, Stiefsohn’ (engl. nephew aus afrz. nevou, nevo, lat. nepōs, s. unten), anord. nefi ‘Neffe, Verwandter’ lassen sich über germ. *nefan-, *nefō(d) mit aind. nápāt ‘Sprößling, Sohn, Enkel’, lat. nepōs (Genitiv nepōtis) ‘Enkel, Urenkel, Neffe, Nachkomme’, alit. nepuotis ‘Enkel, Neffe’ auf ie. *nepōt- m. ‘Enkel, Neffe’ (neben ie. *neptī- f., s. ↗Nichte) zurückführen. Dieses ist vielleicht im Sinne von ‘Unmündiger, Schutzloser, Unselbständiger’ als Bildung zu ie. *potis ‘Herr, Gemahl’ (s. ↗Despot) mit der Verneinungspartikel ie. *ne (s. ↗nein) aufzufassen. Die alte Bedeutungsvielfalt im Germ. (bei Luther noch ‘Enkel, Vetter, Schwestersohn’) wird allmählich aufgegeben; gegen Ende des 18. Jhs. ist das Wort in seinem heutigen Sinn üblich.

Typische Verbindungen
computergeneriert

16-jährig Adoptivsohn Bruder Cousin Cousine Enkel Firmengründer Formel-1-Weltmeister Geschwister Großneffe König Nichte Onkel Schulfreundin Schwager Schwiegersohn Schwägerin Sicherheitschef Sohn Tante Track Unternehmensgründer Vetter Vormund achtjährig adoptiert angeheiratet erben neunjährig sechsjährig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Neffe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann müsste der Neffe der alten Dame seine Bücher woanders kaufen.
Der Tagesspiegel, 08.06.2004
Sie erwähnte mir gegenüber den Namen (ihres Neffen Tom) nicht ein einziges Mal, und ich war zu stolz, nach ihm zu fragen.
Süddeutsche Zeitung, 16.04.1996
In dieser Zeit zog er zwei seiner Neffen zur Arbeit hinzu.
Hardouin, Pierre: Parizot (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 30637
Ein anderes Mal seien seinem Neffen die Arme auf den Rücken gebunden worden.
Friedländer, Hugo: Das spiritistische Medium Anna Rothe. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 346
Ich danke dir, Neffe, daß du herkamst, mir zu helfen.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 70
Zitationshilfe
„Neffe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Neffe>, abgerufen am 21.10.2019.

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