Nachtigall, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Nachtigall · Nominativ Plural: Nachtigallen
Aussprache
WorttrennungNach-ti-gall (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Nachtigall‹ als Erstglied: ↗Nachtigallengesang · ↗Nachtigallenschlag · ↗Nachtigallgesang
eWDG, 1974

Bedeutung

unscheinbarer, rostbraun gefärbter Vogel, der im dichten Laubholz nahe der Erde nistet und dessen melodischer Gesang im Mai besonders in der Stille der Nacht ertönt
Beispiele:
die Nachtigall singt, schlägt, flötet, trillert, schluchzt
sie lauschten dem Gesang, Schlag, Lied der Nachtigallen
eine Nachtigall hören
berlinisch, salopp, scherzhaft Nachtigall, ick hör' dir trapsen (= aha, ich merke, was beabsichtigt ist)
dichterisch Frau Nachtigall
sie singt wie eine Nachtigall (= sie hat eine sehr schöne Stimme)
Das macht, es hat die Nachtigall / Die ganze Nacht gesungen [Storm8,197]
übertragen
Beispiele:
Jenny Lind wurde wegen ihres herrlichen Soprans ›die schwedische Nachtigall‹ genannt
sprichwörtlich was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall (= des einen Nachteil ist des anderen Vorteil)
Martin Luther, die Nachtigall von Wittenberg [WeismantelRiemenschneider205]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nachtigall f. Der Name des besonders nachts singenden Vogels ahd. nahtagala (8. Jh.), mhd. nahtegal, asächs. nahtigala, mnd. nachtegāl(e) (woraus schwed. nächtergala, näktergal), mnl. nachtegāle, nl. nachtegaal, aengl. nihtegala, nehtegala, engl. nightingale (germ. *nahti-galōn) ist gebildet aus dem unter ↗Nacht (s. d.) behandelten Substantiv und einer Ableitung von dem in ahd. (um 800), aengl. galan ‘singen’, besonders ‘Zauberformeln (singend) hersagen, verzaubern, behexen’, anord. gala, auch ‘krähen’, mnl. galen ‘Lärm machen’ vorliegenden germ. Verb (germ. *galan ‘singen’); vgl. dazu ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. galm ‘Schall, Ton, Lärm, Geräusch’, ahd. galstar (9. Jh.), mhd. galster ‘Gesang, Zaubergesang, Zauberei, Betrug’. Die Wortgruppe ist verwandt mit ↗gellen (s. d.) und den dort genannten außergerm. Formen. Der westgerm. Vogelname bedeutet eigentlich ‘Nachtsängerin’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amsel Drossel Gesang Grasmücke Kuckuck Lehrstunde Lerche Mauersegler Mönchsgrasmücke Neuntöter Ode Pfau Pirol Rose Rotkehlchen Schwalbe Sprosser Storch Trapsen Zinnsoldat brüten flöten nisten schlesisch schwedisch singen singend trapsen trällern zwitschern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nachtigall‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ist die Nachtigall bedrohlich und nicht eher der Mann auf dem Dach?
Bild, 13.04.2004
Die Gäste machten es aber der von Trainer Jörg Nachtigall wieder taktisch gut eingestellten Elf nicht leicht.
Der Tagesspiegel, 24.11.2003
Der Wind stößt stark, die Zweige rauschen gewaltig und die Nachtigallen schlagen hell zusammen.
Stramm, August: Sancta Susanna. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 38732
Sie übertreffen die Nachtigallen bei weitem an Zahl wie Sangesfreude.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 131
Das Unternehmen »Nachtigall 17« lief vollkommen reibungslos an - wie Thomas es erhofft hatte.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 304
Zitationshilfe
„Nachtigall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Nachtigall>, abgerufen am 17.09.2019.

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