Näherin, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Näherin · Nominativ Plural: Näherinnen
WorttrennungNä-he-rin
WortzerlegungNäher-in
Wortbildung mit ›Näherin‹ als Letztglied: ↗Blusennäherin · ↗Handnäherin · ↗Maschinennäherin · ↗Weißnäherin
eWDG, 1974

Bedeutung

weibliche Person, die beruflich für andere näht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nähen · Naht · Näherin · Nähmaschine
nähen Vb. ‘(Stoff)teile mit Stichen verbinden, schneidern’, ahd. nāen (9. Jh.), mhd. næjen, næn, nægen, næwen, mnd. neyen, mnl. naeyen, nl. naaien (germ. *nējan) führen mit verwandten Wörtern wie griech. nḗn (νῆν, aus *ονηιειν) ‘spinnen’, nḗma (νῆμα) ‘Gespinst, Faden’, lat. nēre ‘spinnen’, nēmen ‘Gespinst, Gewebe’, (ablautend) kymr. nyddu ‘spinnen’, lit. nýtis ‘Weberkamm’, russ. nit’ (нить) ‘Faden’, (mit anlautendem s-) mir. snīm ‘das Spinnen’, air. snāth(e) ‘Faden’ auf die Wurzelformen ie. *(s)nē-, *(s)nēi- ‘Fäden zusammendrehen, mit dem Faden hantieren, weben, spinnen, nähen’. Das innerhalb des Germ. nur im Dt. und Nl. bezeugte Verb muß, wie die Ableitung ↗Nadel (s. d.) zeigt, ursprünglich weiter verbreitet gewesen sein. Auf die dentale Wurzelerweiterung ie. *ned- gehen ↗Nessel, ↗nesteln und ↗Netz (s. d.) zurück. Naht f. ‘Stofflinie, an der etw. zusammengenäht ist’, ahd. nāt (11. Jh.), mhd. mnd. nāt, mnl. naet, nl. naad, ti-Abstraktum zum Verb. Vielfach übertragen auf Nahtähnliches, bereits mhd. ‘Verbindungsstelle der (Schädel)knochen’ (14. Jh.), ‘Verbindung zusammengelöteter oder -geschweißter Metallteile’ (18. Jh.), vgl. Schweißnaht. Näherin f. ‘mit Nadel und Faden Nähende’, frühnhd. naegerinne, neierin (15./16. Jh.); voraus geht das zu den alten Formen von Naht gebildete Nomen agentis ahd. nātāri, nāteri (11. Jh.), mhd. nātære ‘Näher, Schneider’, wozu mhd. nātærinne, næterīn f., nhd. (älter) Nähterin. Nähmaschine f. (Mitte 19. Jh.), Übersetzung von engl. sewing-machine.

Thesaurus

Synonymgruppe
Näherin · ↗Weißnäherin
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atelier Büglerin Fabrik Köchin Lohn Mutter Näher Putzfrau Schneider Schneiderin Sohn Stickerin Textilfabrik Verkäuferin Weberin Wäscherin arbeiten arbeitslos arm ausbilden beschäftigen chinesisch fleißig gelernt geschickt nähen schneidern schwarz traurig verdienen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Näherin‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Jahr später heiratet der Vater zum zweiten Mal, eine Näherin.
Bild, 27.05.2000
Sie hatte einen Job als Näherin, und er fuhr Milch aus.
Die Zeit, 09.03.2000, Nr. 11
Da ich selbst Näherin war, ging es mich doch wohl auch an.
Baader, Ottilie: Ein steiniger Weg, Lebenserinnerungen einer Sozialistin. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 28257
Sie besuchte die Volksschule und absolvierte 1945 bis 1947 eine Lehre als Näherin.
Baumgartner, Gabriele u. Hebig, Dieter (Hg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR - H. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 16799
Den Bildungshunger der »Waschfrauen und Näherinnen« hielt er nun gar für eine meiner unverzeihlichen Illusionen.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1672
Zitationshilfe
„Näherin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Näherin>, abgerufen am 25.08.2019.

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