Mutterkind, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mutterkind(e)s · Nominativ Plural: Mutterkinder
Aussprache
WorttrennungMut-ter-kind
WortzerlegungMutter1Kind
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutung

Psychologie Kind (häufig ein Junge) das eine auffällig enge Beziehung zur Mutter und ein weniger stark ausgeprägtes Verhältnis zum Vater hat, oft auch bis ins Erwachsenenalter hinein
siehe auch Muttersöhnchen, Gegenwort zu Vaterkind
Beispiele:
Söhne seien, heißt es, oft Mutterkinder. [Süddeutsche Zeitung, 02.11.2013]
Erich Kästner, ein im Alter unglücklicher, einsamer, ja verbitterter Mann, sehr später Vater eines Sohnes und zeit seines Lebens ein Mutterkind, also ein Junge, der seine Mutter abgöttisch liebte, hat im Buch den Kindern eine große Macht gegeben. [Die Welt, 01.08.2009]
Der deutsche Titel seines Buches, »Die verlorene Gleichung«, ist recht passend, denn Petit hat sein Ziel nicht erreicht. Zum einen, weil er, wie er zugibt, keine Ahnung von Mathematik hat; zum anderen weil Wolfgang ein Mutterkind war und seinem Vater so fremd gegenüber stand wie dieser ihm. [Berliner Zeitung, 20.10.2005]
Da neigst du dazu, dich unter dem Rock der Mutter zu verstecken. Ruhen. Atmen. Schlafen. Ja, ich würde sagen, ich bin ein richtiges Mutterkind. [Lebert, Benjamin: Crazy, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999, S. 52. Zitiert nach: Lebert, Benjamin: Crazy, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999.]
Die Mutter war die große Identifikationsfigur. Sie schickte die halbwüchsige Tochter auf jene deutsche Schule nach Flensburg, an der sie früher selbst Lehrerin gewesen war. »Ich verging vor Heimweh«, erinnert sich Margarete Mitscherlich an das erste Jahr allein in der Fremde. »Ich war ein Mutterkind ohnegleichen«. [die tageszeitung, 27.09.1997]
allgemeiner Kind, das, bedingt durch die Abwesenheit des Vaters, bei der alleinerziehenden Mutter aufwächst
Beispiele:
Der Abnabelungsprozess war schwierig[,] meinen Vater habe ich nie kennen gelernt, denn der fiel gleich am dritten Kriegstag. Ich bin sozusagen als Mutterkind allein aufgezogen worden. [Die Zeit, 29.06.2000, Nr. 27]
»Ich wuchs an der Hand der besten Mutter als ein Weiber- und Mutterkind auf[…]. Ich kam, wie man bei uns sagt, jahraus jahrein nie hinter dem Ofen hervor.« Die Mutter, eine früh verwitwete Frau, glaubte, mit ihrer treuen Magd den Spieldrang der Kinder aus Kostengründen einschränken zu müssen. [Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2007]
Der Vater war Seemann, oft und lange unterwegs. Der Sohn ein Mutterkind, behütet, umsorgt, auch geliebt. [Die Zeit, 23.11.2006, Nr. 48]
Geboren in Zürich am 12. Januar 1746, wuchs er nach dem Tod seines Vaters, eines Chirurgen, als »Weiber- und Mutterkind« auf – ein Manko, dem er selbst größte Bedeutung beimaß[.] [Berliner Zeitung, 13.01.1996]
Zitationshilfe
„Mutterkind“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Mutterkind>, abgerufen am 21.10.2019.

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