Mus, das oder der

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Muses · Nominativ Plural: Muse
Nebenform landschaftlich Mus · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Muses · Nominativ Plural: Muse
Wortbildung mit ›Mus‹ als Erstglied: ↗Musspritze · ↗Mustopf  ·  mit ›Mus‹ als Letztglied: ↗Apfelmus · ↗Bircher-Mus · ↗Birchermus · ↗Birnenmus · ↗Bohnenmus · ↗Erbsmus · ↗Fruchtmus · ↗Kartoffelmus · ↗Pflaumenmus · ↗Zwetschenmus · ↗Zwetschgenmus · ↗Zwetschkenmus
eWDG, 1974

Bedeutung

breiartige Speise
Beispiele:
Mus zubereiten, kochen, rühren, löffeln, essen
aus Kartoffeln, Äpfeln Mus machen
die Schüssel, das Gebäck mit Mus füllen
die Klöße sind zu Mus geworden (= sind völlig zerkocht)
übertragen
Beispiel:
salopp jmdn. zu Mus machen, zerdrücken, zerquetschen (= jmdn. arg zurichten)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mus n. ‘Brei’, ahd. muos ‘breiige Speise, Essen’ (9. Jh.), mhd. muos, asächs. mnd. aengl. mōs, mnl. nl. moes, afries. mōs, westgerm. *mōsa- stehen im Ablaut zu den unten aufgeführten Substantiven der Wortgruppe germ. *mat- ‘Speise’. Die Ausgangsform ie. *mādso- schließt sich an die Wurzel ie. *mad- ‘naß, triefen’, auch ‘von Fett triefen, gemästet’ an, zu der auch ↗Maat, ↗Mast f., ↗Messer, ↗Mettwurst (s. d.) gehören. Eine Kollektivbildung zu Mus ist ↗Gemüse (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Brei · ↗Creme · Mus · ↗Pudding · breiige Masse  ●  ↗Pampe  derb
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apfel Brei Kompott Marmelade Saft verarbeiten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rast ist angesagt, denn auf dem Lande gibt es das Mus um elf Uhr, eine Stunde früher als in der Stadt.
Süddeutsche Zeitung, 14.10.2003
Sie werden lebendig zu blutigem Mus zerquetscht, zerhäckselt oder vergast, und zwar massenhaft, über sechzig Millionen pro Jahr.
Der Tagesspiegel, 18.08.1999
Ich kratzte die ersten Knospen von den Zweigen, zerstampfte sie zu Mus.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 229
Die reiche alte Innenausstattung kam bei Überführung der Kirche ins Mus.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 12196
Agnelli stammte aus einer Kaufmannsfamilie; wegen seiner Neigung zur Musik kam er als Kind in das Coll. mus. in Palermo.
Simonetti, Silvana: Agnelli. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 6284
Zitationshilfe
„Mus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Mus>, abgerufen am 17.10.2019.

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